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Ferrari Aktie Prognose Ferrari: Weniger Autos, mehr Gewinn?

News: Aktuelle Analyse der Ferrari Aktie

von

13.04.2026 | 11:14 Uhr
In diesem Artikel
Ferrari
ISIN: NL0011585146
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Ticker: RACE --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Ferrari Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Während die Automobilbranche auf Masse setzt, geht Ferrari den entgegengesetzten Weg. Die Strategie scheint aufzugehen. Weniger ist mehr.

Warum Ferrari kein klassischer Autobauer ist

Ferrari gehört zu den ikonischen Marken dieser Welt und galt auch an der Börse für lange Zeit als Dauerläufer.

Der Löwenanteil, rund 80 %, des Umsatzes kommt aus Fahrzeugen und Ersatzteilen. Der eigentlich interessante Hebel liegt aber woanders: in der Personalisierung. Rund 40 Prozent der Käufer nutzen das “Tailor Made”-Programm und zahlen dafür im Schnitt 50.000 bis 100.000 Euro extra auf den Basispreis.

Das Geschäftsmodell von Ferrari basiert auf einem einzigen, konsequent durchgehaltenen Prinzip: Die Produktion wird gezielt begrenzt, damit die Nachfrage das Angebot immer übersteigt.

Das unterscheidet das Unternehmen grundlegend von anderen Autobauern und gleicht einem Prinzip, das wir sonst nur aus einer anderen Branche kennen: Luxusgütern.
Aus meiner Sicht sollte man das Unternehmen daher eher als Luxusgüterkonzern einstufen und mit den Bewertungen in dieser Branche vergleichen und nicht mit Autobauern.

Drei Jahre Wartezeit und kein Rabatt

Denn kein anderer Autobauer dieser Welt dürfte einen Auftragsbestand vorweisen können, der Ende 2025 bereits bis Ende 2027 gereicht hat (SEC Filing).
Jährlich verlassen weniger als 14.000 Fahrzeuge die Werkshallen. Wer heute einen Ferrari bestellt, wartet fast drei Jahre. Kein Händlerrabatt, kein Lagerfahrzeug, keine Verhandlung.

Das führt zu einer für die Autobranche unerhörten Marge von fast 30 % – und auch aus diesem Grund ist Ferrari eben kein einfacher Autobauer, sondern ein Luxusgüterkonzern mit einem Börsenwert von etwa 62 Milliarden Dollar.
Das macht Ferrari zu einem der wertvollsten Automobilkonzerne der Welt, wertvoller als Großkonzerne wie VW oder Nissan, die Millionen von Autos herstellen.

Das schlägt sich auch in den Zahlen wider. In den zurückliegenden zehn Jahren konnte der Umsatz von 3,11 auf 7,15 Mrd. Euro massiv gesteigert werden. Abgesehen von 2020 gab es kein einziges Jahr, in dem das Unternehmen nicht gewachsen wäre.

Gleichzeitig hat die Profitabilität spürbar zugenommen und die Zahl der ausstehenden Aktien wurde von 189 auf 178 Millionen Stück reduziert. Dadurch hat sich der Gewinn in dieser Zeit von 2,22 auf 8,96 Euro je Aktie vervielfacht.

Weniger Autos, mehr Umsatz – wie geht das?

Die gesamte Automobilindustrie kämpft um Margen zwischen fünf und zehn Prozent. Ferrari verdient mit einem Bruchteil der Stückzahlen fast das Dreifache.
Der Nettogewinn lag im letzten Jahr bei 1,6 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie kletterte um 8 % auf 8,96 Euro je Aktie.

Die Verschuldung abseits von Finanzierungen für die Kunden tendiert in Richtung null.

Das letzte Geschäftsjahr zeigt, wie gut die Strategie „Value over Volume“ funktioniert. Profitabilität schlägt Stückzahl.

Im Geschäftsjahr 2025 lieferte Ferrari weniger Fahrzeuge aus als im Jahr zuvor und erzielte trotzdem ein Umsatzplus von 7 %, einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 12 % und einen Anstieg des Gewinns um 6 %.
Höhere Preise, ein besserer Produktmix und mehr Personalisierung reichen aus. Ferrari muss nicht mehr Autos bauen, um mehr zu verdienen. Es klingt absurd, ist aber die Realität.

Pläne bis 2030: Analysten zu pessimistisch?

Bis 2030 peilt Ferrari rund neun Milliarden Euro Umsatz an, bei einer EBITDA-Marge von mindestens 40 Prozent und einem kumulierten freien Cashflow von etwa acht Milliarden Euro über fünf Jahre.
Die ursprünglichen Ziele für 2026 wurden bereits 2025 erreicht — ein Jahr früher als geplant. Das sagt einiges über die Verlässlichkeit des Managements.

Gleichzeitig zeigen sich die Prognostiker erstaunlich pessimistisch. Seit dem Börsengang konnte Ferrari den Gewinn durchschnittlich um 16 % p.a. steigern. Im laufenden und den kommenden beiden Geschäftsjahren wird dem Unternehmen jedoch nur ein Anstieg des Gewinns um jeweils 8 – 9 % zugetraut.

Das ist sicherlich nicht schlecht, aber weit unter dem, was Ferrari in der Vergangenheit erreicht hat. Es wäre daher gut möglich, dass die Erwartungen zu niedrig sind.

Sollten die derzeitigen Schätzungen doch richtig sein, kommt Ferrari auf eine forward P/E von 31,2.
Seit dem Börsengang vor etwas mehr als zehn Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 39,4.

Ferrari Aktie: Chart vom 13.04.2026, Kurs: 296,45 EUR – Kürzel: RACE | Online Broker LYNX
Ferrari Aktie: Chart vom 13.04.2026, Kurs: 296,45 EUR – Kürzel: RACE | Quelle: TWS

Bei dem Chart handelt es sich um die Notierung in Euro an der Heimatbörse in Italien. Kunden von LYNX Broker können Ferrari aber auch in US-Dollar an der NYSE handeln.

Ferrari ist zum langjährigen Aufwärtstrend zurückgekommen und daran vorerst abgeprallt. Gelingt jetzt ein Anstieg über 300 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 325 und 342 Euro.

Antizyklische Anleger könnten einen Anstieg nahe dem Aufwärtstrend erwägen. Fällt Ferrari jedoch unter den Aufwärtstrend, muss mit weiteren Verlusten in Richtung 245 oder möglicherweise sogar 214 Euro gerechnet werden.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.04.2026 um 10:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der Ferrari Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ferrari hebt seine Prognose für 2025 an und die Aktie bricht ein? Ja, aber das tat sie wohl nicht wegen der avisierten Ziele für das laufende Jahr, sondern vielmehr auf Basis der mittelfristigen Ziele, die klar hinter den Erwartungen zurückblieben. Die Folge: ein fast perfekt bärisches Signal.

Ferrari hob die bisherigen Ziele für 2025 an. Das Problem dabei: Diese Aufwärtskorrekturen waren äußerst klein. Im Rahmen ihres Kapitalmarkttages korrigierte die Sportwagenschmiede das Umsatzziel von 7,0 auf 7,1 Milliarden Euro nach oben. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sieht man jetzt 2,72 nach bislang 2,68 Milliarden Euro. Das ist irrelevant mehr. Dafür aber ist das, was 2030 erreicht werden soll, höchst relevant, weniger als das, was die Analysten bislang im Schnitt unterstellt hatten.

So erwartet Ferrari bis 2030 einen Umsatz von neun Milliarden Euro und ein EBITDA im Bereich von 3,6 Milliarden. Letzteres hatten die Analysten für 2028 erwartet, für 2030 hatte die Prognose im Schnitt bei 10,2 Milliarden Euro Umsatz und einem EBITDA von 4,3 Milliarden gelegen. Dass man für 2030 jetzt nicht mehr mit einem 40-Prozent-Anteil elektrifizierter Fahrzeuge kalkuliert, sondern nur mit 20 Prozent, ist dabei eher eine Randnotiz, denn für den Gewinn ist die Art des Antriebs letztlich zweitrangig. Was zählt, ist die Gewinnerwartung – und die war eben geringer als gedacht. Und das ist bei dieser Aktie problematischer als bei anderen Autobauern, denn:

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.