Was war das für eine Silber-Rallye! Über 150 Prozent in 20 Wochen. Doch dann die Ernüchterung. 30 Prozent Kurseinbruch seit August. Ist damit die Korrektur schon vorüber, oder geht es nochmal eine Etage tiefer? Eine Antwort darauf inkl. einer aussichtsreichen Trade-Idee erhalten Sie in dieser Silber-Analyse.

Rückblick: Großteil der Gewinne sind wieder weg

Der Wochenstart verlief für alle die in Silber investiert sind erfreulich. Die impulsive Aufwärtsbewegung der Vorwoche konnte zunächst fortgesetzt werden. Nachdem in der Vorwoche die Marke von 23 USD im Dezember Kontrakt des Silber-Futures (Kürzel SIZ0) kurzzeitig unterschritten wurde, kannte der Silberpreis nur eine Richtung: aufwärts! (vgl. Chart unten)

Genau bei 22,965 USD war das Tief. Von dort aus trieben die Silber-Bullen den Preis wie am Schnürchen nach oben. Erst bei 25,71 USD, also ganze +11,95 Prozent höher, ging den Käufern am Montagfrüh die Luft aus. Der enorme Preisanstieg der letzten Handelstage verführte einige Anleger dazu ihre Buchgewinne zu „versilbern“. Das Ergebnis: Eine Korrektur, die es in sich hat!

Fast sieben Prozent hat der Silberpreis von seinem Wochenhoch verloren und sucht derzeit nach einem Unterstützungsniveau. Also ein Preislevel, auf dem die Kaufnachfrage wieder größer als das Angebot ist. Im Bereich von 24 USD scheint Silber derzeit wieder mehr Käufer anzulocken.

Zwar konnte sich der Silberpreis damit in der aktuellen Handelswoche etwas stabilisieren, doch reicht das schon für eine weitere Preis-Rallye?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Langjähriger Abwärtstrend durchbrochen

Ein Blick auf den Monatschart des Rohstoffes Silber (Kürzel XAGUSD) oben zeigt: Der Silberpreis hat in diesem Jahr den hartnäckigen Widerstand im Bereich 19 USD und das letztjährige Hoch bei 19,65 USD geknackt. Damit ist übergeordnet der langjährige Abwärtstrend offiziell gebrochen.

Danach jedoch hat es im März im Rahmen der Corona-Verkaufspanik nicht ausgesehen. Denn zu diesem Zeitpunkt wurden mit Kursen bis 11,64 USD die Tiefs der letzten Jahre unterschritten. Plötzlich kam alles anders…

Schnell wurden die runden Kursmarken bei 12, 13 und 14 USD von den Bullen wieder zurückerobert. Damit war aber noch lange nicht Schluss! Innerhalb weniger Wochen stand der Silberpreis schon wieder bei 19 USD. Als kurz danach Preise von über 20 USD für eine Feinunze gezahlt wurden, explodierte der Silberpreis! Anfang August waren Käufer sogar bereit fast 30 USD pro Feinunze auf den Tisch zu legen. Damit verzeichnete der Silberpreis innerhalb von nur 20 Wochen einen Kurssprung von über 150 Prozent. Dies verdeutlicht den impulsiven Charakter des Trendbruchs.

Ein übergeordneter Aufwärtstrend muss aber erst noch durch ein höheres Hoch, also mit einem Schlusskurs auf Monatsbasis, über 30 USD bestätigt werden.

Damit ist klar…

Durch den impulsiven Anstieg von über 150 Prozent, ist eine Trendbestätigung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlich. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb langfristig sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Denn an den fundamentalen Rahmenbedingungen hat sich nichts geändert. Ein übergeordnet schwächerer USD, die weltweite Geldschwämme der Notenbanken und die massiven Staatschulden, aufgrund der milliardenschweren Konjunkturpakete der Regierungen, treiben Anleger weiter in die Edelmetalle.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Test der Unterstützung möglich

Wenn wir anhand eines Tagescharts im Silber weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 23,86 USD notiert. Also deutlich unter dem Jahreshoch von 29,85 USD. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, müssen zunächst die technischen Widerstände im Bereich von 26 USD aus dem Weg geräumt werden.

Darüber hinaus gibt es derzeit einige Anzeichen, die für einen Test der Unterstützung im Bereich von 18,50 bis 19,65 USD sprechen.

Diese technischen Warnsignale sollten nicht ignoriert werden

In einer kleineren Trendgröße hat sich ein Abwärtstrend etabliert. Sie erkennen dies an den oben im Chart rot eingezeichneten tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Kurzfristig sind daher erstmal weitere Kursverluste wahrscheinlicher. Zumindest bis wir einen Schlusskurs auf Tagesbasis über 28,90 USD sehen.

Zudem befindet sich der Kurs im Silber derzeit auch deutlich unter dem einfachen 50-Tage-Durschnitt (vgl. blaue Linie im Chart oben). Dieser verläuft derzeit bei 25,88 USD. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern ebenfalls als bearish interpretiert.

Ein mögliches Ziel der aktuell laufenden Abwärtsbewegung könnte im Bereich 18,50 USD liegen. Hier bilden das letztjährige Hoch, die Verlaufshochs von Januar und Februar dieses Jahrs und das 61,8 Fibonacci-Retracement des großen Anstieges eine wichtige Unterstützung (vgl. grüne Zone im Chart oben).

Das Saisonale Muster im Silber

Ein Blick auf den Chart oben macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse im Silber ist derzeit deutlich höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 10 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass statistisch gesehen von Ende Oktober bis Mitte Dezember eher mit fallenden Kursen im Silber gerechnet werden kann. Auch wenn ein Kurslevel von 18,50 USD derzeit vielleicht noch als weit weg erscheint, könnte es mit dem Rückenwind von Trend und Saisonalität schon bald erreicht sein.

Darüber hinaus könnte mit diesem Szenario ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Nutzen Sie eine Trade-Idee mit einem CRV von 2,84 für einen Long-Einstieg in Silber

Eine weitere Korrektur-Welle abwärts und ein Test einer wichtigen Unterstützung im Bereich von 18,50 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Silber liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Silber profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig, bis sich Trading-Chancen am Markt ergeben, die mir einen geprüften statistischen Vorteil liefern. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,84 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Wie oben erläutert, befindet sich die Preis-Zone im Chart für eine mögliche Unterstützung im Bereich 18,50 USD. Knapp darüber, nämlich bei 18,84 USD, würde auch ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden und könnte eine weitere Aufwärts-Bewegung einleiten.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 18,84 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 15,71 USD, also unter dem Verlaufstief von Juni, absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im Silber.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 27,76 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,84.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 23,17 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit:

Die aktuelle Silber-Analyse zeigt: Eine mögliche Bestätigung eines übergeordneten Aufwärtstrends eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 18,84 USD liegen.

Falls es im Silber von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,84 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass auch der Silberpreis im Rahmen eines Risk-Off-Sentiments weiter unter Druck gerät. Eine mögliche Panik an den Aktienmärkten, könnte dann auch den Silberpreis mit nach unten ziehen.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Dezember Silber-Future (Symbol: SIZ0) dafür einsetzen. Dieser Kontrakt hat derzeit das größte Handelsvolumen. Aufgrund des längeren Zeithorizonts könnten Sie die Trade-Idee auch in einem Silber-ETF (z.B. den ZKB Silber ETF).

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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