Der S&P 500 notiert auf Rekordniveau, doch unter der Oberfläche sieht es erstaunlich düster aus. Das ist ein Problem und vielleicht auch eine Gelegenheit.
Warum die Börse schwächer ist, als sie aussieht
Der S&P 500 befindet sich nahe dem Allzeithoch und dennoch befindet sich der Großteil aller Aktien in einem handfesten Bärenmarkt. Das bedeutet im Klartext, dass die Rallye von immer weniger Aktien getragen wird.
Die Marktbreite ist bereits seit Monaten niedrig und lässt immer weiter nach. Inzwischen befinden sich 70 % aller in den USA notierten Aktien unter dem 50-Tage-Durchschnitt bzw. SMA 50. Im S&P 500 entspricht das einem Kurs von 7.169 Punkten, also einer ordentlichen Korrektur.
Allerdings befinden sich die meisten dieser Aktien nicht knapp unter dem SMA 50, sondern unter dem SMA 200. Inzwischen trifft das auf knapp 60 % aller in den USA notierten Aktien zu.
Der S&P 500 müsste auf 5.684 Punkte fallen, um den SMA 200 zu erreichen. Das zeigt, wie angespannt die Lage bei vielen Einzelaktien ist.
Für den Gesamtmarkt sind das womöglich schlechte Vorzeichen. Da mehr als die Hälfte aller Aktien abgestürzt ist, bedeutet das im Umkehrschluss aber auch, dass es durchaus Schnäppchen geben könnte.
Align könnte so ein Beispiel sein. Die Aktie war einmal ein Anlegerliebling, wurde aber vor geraumer Zeit auf das Abstellgleis gestellt. Der Kurs tendiert seitwärts, obwohl der Gewinn kontinuierlich steigt.
Je länger der Kurs seitwärts läuft, obwohl der Gewinn steigt, umso mehr Druck baut sich auf. Erfahrungsgemäß entlädt sich dieser Druck irgendwann.
Ein alter Anlegerliebling auf dem Abstellgleis
Ein strahlendes Lächeln ist eine der besten Visitenkarten. Doch nicht jeder ist von Natur aus mit perfekt ausgerichteten Zähnen gesegnet, und viele Menschen scheuen den Gedanken an traditionelle Zahnspangen.
Glücklicherweise hat die moderne Technologie eine Lösung gefunden, die nicht nur effektiv, sondern auch ästhetisch ansprechend ist: das Invisalign-System von Align Technology.
Invisalign ist das weltweit führende System für transparente Aligner und eignet sich für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Alle Aligner bestehen aus dem speziell entwickelten SmartTrack-Material, das präzise und vorhersehbare Zahnbewegungen ermöglicht.
Align verwendet modernste 3D-Scantechnologie und computergestützte Planung, um individuell angefertigte, transparente Aligner zu erstellen, die die Zähne sanft in die gewünschte Position bewegen.
Die Aligner sind nahezu unsichtbar und können herausgenommen werden, um das Essen und die Mundhygiene zu erleichtern. Im Vergleich zu herkömmlichen Zahnspangen sind sie nicht nur bequemer, sondern auch ästhetisch ansprechender.
Die iTero-Scanner von Align ermöglichen hochauflösende 3D-Scans für die Planung von Invisalign-Behandlungen sowie für restaurative zahnmedizinische Behandlungen. Sie verbessern die Patientenkommunikation und steigern die Effizienz in der Praxis.
Die Behandlung wird mit der hauseigenen ClinCheck-Software geplant, die eine individuelle 3D-Simulation des Behandlungsverlaufs erstellt.
Der Gewinn steigt, der Kurs nicht
Das ist ein grundsolides Geschäft, für das die Nachfrage wohl kaum versiegen dürfte.
In den letzten zehn Jahren ist der Umsatz von 1,08 Mrd. auf 4,04 Mrd. USD gestiegen. Das Ergebnis konnte in diesem Zeitraum von 2,33 auf 10,51 USD je Aktie gesteigert werden.
Seit einiger Zeit greift das Unternehmen auch auf Aktienrückkäufe zurück, wodurch die Zahl der ausstehenden Aktien innerhalb von drei Jahren von 78 auf 73 Millionen Stück reduziert werden konnte.
Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Im letzten Quartal lag der Gewinn mit 2,64 USD je Aktie über den Erwartungen von 2,56 USD. Mit einem Umsatz von 1,06 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 1,05 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 4 % und einem Anstieg des Gewinns um 6 %.
Das wirkt auf den ersten Blick wenig spektakulär, allerdings kam es zu erheblichen negativen Währungseffekten. Das Ergebnis wurde dadurch beispielsweise um 0,23 USD je Aktie gedrückt.
Diese negativen Effekte dürften nicht ewig anhalten und verschleiern die inhärente Stärke des Geschäfts.
Ausblick und Bewertung
Den Konsensschätzungen zufolge dürfte das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr dennoch um 7 % auf 11,25 USD je Aktie steigen und ein neues Rekordniveau erreichen.
Align kommt demnach auf eine forward P/E von 12,8.
Sollte das Ergebnis im kommenden Jahr wie erwartet um 11 % auf 12,50 USD je Aktie steigen, würde die P/E dadurch auf 11,5 sinken. Das ist nach absoluten und auch relativen Maßstäben wenig. Das gilt umso mehr, wenn man die Branche berücksichtigt, in der Align Technology tätig ist.
Unternehmen aus dem Medizintechnikbereich mit jährlichen Gewinnsteigerungen von 7 bis 11 % werden in der Regel mit einer P/E von über 20 gehandelt. Teilweise liegt sie im hohen Zwanzigerbereich.
Da die Bilanz sauber ist und Align keine Nettoschulden hat, könnte das Unternehmen auch das Ziel einer Übernahme werden. Es gibt diesbezüglich zwar keine Gerüchte, es ist jedoch auffällig, dass die Insider seit Februar keine Aktien mehr veräußern, auch wenn sie Aktienpakete erhalten.

Align Technology Aktie: Chart vom 05.10.2026, Kurs: 140,65 USD – Kürzel: ALGN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie jedoch im Niemandsland und müsste zuerst über 150 USD steigen. Gelingt das, könnte das eine Erholung in Richtung 166 oder 185 – 190 USD einleiten.
Solange das nicht geschieht, besteht die Gefahr, dass die Aktie in Richtung 135 oder 122 USD durchgereicht wird.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.10.2026 um 11:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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