In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Rüstungsbranche und stellen Ihnen unser Alpha Ranking der zehn Top-Rüstungs Aktien 2026 vor. Zehn aus unserer Sicht interessante Rüstungsaktien haben wir ausgewählt und in unsere Betrachtung einbezogen. Die drei im Alpha Ranking bestplatzierten Rüstungsfirmen schauen wir uns anschließend etwas näher an.
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Inhalt
Darf man mit Rüstungs-Aktien überhaupt Geld verdienen?
Ob man in Rüstungsaktien investiert, ist natürlich eine Gewissensfrage. Viele Privatanleger verzichten aus ethischen und moralischen Gründen auf Aktien des Rüstungssektors, weil sie nicht von den „schmutzigen Geschäften“ der Hersteller von tod- und leidbringenden Waffen und Kriegsgerät profitieren wollen. Doch andererseits wollen wir alle in Sicherheit, Freiheit und Frieden leben. Und dazu ist nun mal eine funktionierende Landesverteidigung notwendig. Sofern die Waffen und Rüstungsgüter also in den richtigen Händen sind, sichern diese Frieden und Freiheit, indem militärischen Bedrohungen durch Abschreckung begegnet wird.
Doch natürlich muss man deshalb noch längst nicht in Waffen-Aktien investieren. So wird ein überzeugter Veganer wohl genauso wenig in Fleischkonzerne investieren, wie ein Pazifist in Rüstungskonzerne. Und so sollte letztendlich jeder Anleger selbst entscheiden, in welchen Sektoren er investiert. Rein sachlich betrachtet sind Rüstungsaktien aufgrund der geringen Korrelation mit anderen Branchen zur Depotbeimischung jedoch recht gut geeignet.
Ukraine-Krieg führt zu stark steigenden Militärausgaben
Der Ukraine-Krieg und vor allem die europakritische US-Regierung unter Donald Trump zeigen jedoch, dass sich Europa und die NATO in Sachen Verteidigungsfähigkeit in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu stark auf die Weltmacht USA als wichtigsten Partner verlassen haben. Zuletzt häuften sich Berichte, die einen großangelegten Truppenabzug aus Europa oder sogar den Austritt der USA aus dem nordatlantischen Verteidigungsbündnis (NATO) für möglich halten.
Ob es tatsächlich so weit kommt oder nicht – es findet ein Umdenken statt, denn der aktuelle Status quo ist nicht mehr haltbar. Die Bundeswehr wird – wie andere europäische Heere – nicht zu Unrecht als Bonsai-Armee bezeichnet. Zwar gibt es hochmodernes Equipment, das jedoch nur in sehr kleinem Umfang funktionsfähig zur Verfügung steht. Es herrscht daher Einigkeit darüber, dass weder die Ausrüstung noch die Truppenstärke die Erfordernisse der heutigen Zeit erfüllen. Aus diesem Grund sollen in den kommenden Jahren allein in Deutschland etliche hundert Milliarden in Rüstung investiert werden. Die Schuldenbremse wurde dazu im Jahr 2025 mit einer Grundgesetzänderung stark aufgeweicht, so dass alle Verteidigungsausgaben oberhalb von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht mehr unter die Beschränkungen der Schuldenbremse fallen. Doch nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern soll gewaltig aufgerüstet werden. Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Verteidigungsausgaben in Europa von 1,8 % des BIP im Jahr 2024 bis 2027 um rund ein Drittel auf 2,4 % der Wirtschaftsleistung ansteigen.
Welche Rüstungs-Aktien kaufen?
Von den steigenden Verteidigungsausgaben auf dem europäischen Kontinent dürften heimische Rüstungshersteller am meisten profitieren. Denn schließlich will man aus politischer Sicht zum einen die technischen und materiellen Abhängigkeiten verringern und zum anderen möglichst vermeiden, dass amerikanische Konzerne am Ende gar zu Nutznießern der Trump-Politik werden. Amerikanische Rüstungskonzerne hingegen sind Nutznießer des US-Militäreinsatzes im Iran – einem Krieg, aus dem Trump offenbar nicht so leicht wieder herauskommt.
Hier finden Sie eine Rüstungs-Aktien-Liste mit zehn börsennotierten Unternehmen, die stark im Bereich militärischer Güter engagiert sind – unsere Rüstungs-Aktien-Tabelle. Drei dieser Rüstungs-Werte stellen wir Ihnen im Anschluss kurz vor.
Rüstungs-Aktien-Liste
| Rüstungs-Aktie | Market Cap (Mrd.) | Kurs | Währung | Symbol | ISIN |
|---|---|---|---|---|---|
| Hensoldt AG | 9,24 | 86,22 | EUR | HAG | DE000HAG0005 |
| Rheinmetall AG | 52,58 | 1.188,20 | EUR | RHM | DE0007030009 |
| Thales S.A. | 50,97 | 253,20 | EUR | HO | FR0000121329 |
| RENK Group AG | 4,79 | 49,25 | EUR | R3NK | DE000RENK730 |
| Elbit Systems Ltd. | 32,87 | 722,50 | EUR | EB2 | IL0010811243 |
| Leonardo S.p.A. | 31,64 | 54,73 | EUR | LDO | IT0003856405 |
| RTX Corporation | 290,06 | 216,65 | USD | RTX | US75513E1010 |
| Airbus Group | 160,87 | 208,20 | EUR | AIR | NL0000235190 |
| Lockheed Martin Corp. | 134,49 | 586,29 | USD | LMT | US5398301094 |
| Howmet Aerospace Inc. | 112,93 | 286,34 | USD | HWM | US4432011082 |
Rüstungs-Aktien Alpha Ranking
Das Alpha Ranking umfasst 5 objektive Kriterien. Die beiden fundamentalen Faktoren Umsatz- und Gewinnwachstum werden durch die charttechnischen Merkmale 12-Monats-Performance, RS Rating und Up/Down Volume ergänzt. Die Punktevergabe erfolgt im direkten Vergleich zu den anderen neun Aktien.
Das sind die 5 Kriterien des Alpha Rankings:
- Umsatzwachstum: Umsatzsteigerung des letzten Geschäftsjahres zuzüglich der laut Analystenkonsens geschätzten Wachstumsrate für das laufende GJ.
- Gewinnwachstum: Gewinnsteigerung des letzten Geschäftsjahres zuzüglich der laut Analystenkonsens geschätzten Wachstumsrate für das laufende GJ. (Jahre in denen ein Verlust geschrieben oder die Gewinnzone erreicht wurde, werden mit 0 gerechnet)
- 12-Monats-Performance: Je höher, desto besser.
- RS Rating: Wie hoch ist die Relative Stärke der Aktie in den letzten 12 Monaten verglichen mit dem Gesamtmarkt. Haben zwei Aktien dasselbe RS Rating, so teilen sie sich den Platz.
- Up/Down Volume: Wird an Plus- oder an Minustagen mehr gehandelt? Höheres Volumen an Plustagen deutet auf Großanlegerkäufe hin. Haben zwei Aktien dasselbe Up/Down Volume, so teilen sie sich den Platz.
Für jedes der 5 Kriterien werden für das bestplatzierte Unternehmen 10 Punkte vergeben, für das zweitplatzierte 9 u.s.w. so dass der maximal erreichbare Gesamtwert 50 Punkte beträgt.
Das ist unser Rüstungs-Aktien Alpha Ranking:
| Rank | Aktie | Umsatz | Gewinn | RS Rating* | Up/Down Vol. | Performance | Gesamtscore |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Elbit Systems | 6 | 7 | 10 | 3 | 10 | 36 |
| 2 | Howmet Aerospace | 8 | 6 | 9 | 2 | 9 | 34 |
| 3 | RTX Corporation | 4 | 5 | 8 | 9 | 8 | 34 |
| 4 | RENK GROUP | 9 | 10 | 2 | 7 | 2 | 30 |
| 5 | HENSOLDT | 5 | 8 | 3 | 10 | 3 | 29 |
| 6 | Leonardo | 7 | 1 | 6 | 8 | 6 | 28 |
| 7 | Rheinmetall | 10 | 9 | 1 | 5 | 1 | 26 |
| 8 | Airbus | 3 | 2 | 5 | 6 | 5 | 21 |
| 9 | Lockheed Martin | 1 | 3 | 7 | 1 | 7 | 19 |
| 10 | Thales | 2 | 4 | 4 | 4 | 4 | 18 |
RTX-Aktie: Rüstungsriese mit breiter Aufstellung
Die drittplatzierte RTX Corporation (ISIN: US75513E1010 – Symbol: RTX – Währung: USD) mit Hauptsitz in Arlington, Virginia, gehört zu den größten Luftfahrt- und Rüstungskonzernen der Welt. Das Unternehmen entstand aus der Fusion von Raytheon und United Technologies. RTX entwickelt unter anderem Flugabwehrsysteme, Lenkflugkörper, Radare, Raketenabwehr, militärische Sensoren sowie Flugzeugtriebwerke und Ersatzteile für die zivile Luftfahrt. Bekannte Systeme wie die Flugabwehrraketen Patriot oder Luft-Luft-Raketen für Kampfflugzeuge stammen aus dem Hause RTX. Gleichzeitig ist der Konzern über seine Tochter Pratt & Whitney einer der weltweit wichtigsten Hersteller moderner Flugzeugtriebwerke.
Stabiles Wachstum dank zwei Milliardenmärkten
RTX profitiert sowohl von den weltweit steigenden Verteidigungsausgaben als auch von der Erholung des internationalen Flugverkehrs. Während das Rüstungsgeschäft durch langfristige Regierungsaufträge vergleichsweise stabile Einnahmen liefert, sorgt die zivile Luftfahrt mit Wartung, Ersatzteilen und neuen Triebwerken für zusätzliche Wachstumsimpulse. Analysten erwarten deshalb auch in den kommenden Jahren steigende Umsätze und Gewinne: So sollen die Umsätze in diesem Jahr um +6 % auf 94,1 Mrd. USD steigen, während der Gewinn pro Aktie um +10 % auf 6,92 USD zulegen soll. Im kommenden Jahr soll beim Umsatz mit 100,7 Mrd. USD (+7 %) die 100-Mrd. Schallmauer erreicht werden. Der Gewinn soll gleichzeitig um +10 % auf 7,59 USD klettern.

Die RTX-Aktie befindet sich trotz Konsolidierung in einem langfristigen Aufwärtstrend. Mit rüber 262 Mrd. USD Marktkapitalisierung zählt der Wert zu den Top-Rüstungs-Aktien weltweit und eignet sich vor allem für Anleger, die auf ein vergleichsweise breit diversifiziertes Geschäftsmodell setzen möchten. Denn dank seiner breiten Aufstellung ist RTX weniger abhängig von einzelnen Großprojekten als kleinere Wettbewerber. Die Kombination aus Verteidigung, Luftfahrt und langfristigen Serviceverträgen bietet ein stabiles Fundament für moderates, aber stetiges Wachstum in den kommenden Jahren. Die RTX-Aktie ist zwar nicht unbedingt günstig bewertet, aber verfügt auch über eine besonders starke Marktstellung.
Howmet-Aerospace-Aktie: Präzisionstechnik für Flugzeuge und Militär
Auf Rang 2 folgt Howmet Aerospace (ISIN: US4432011082 – Symbol: HWM – Währung: USD). Die Firma mit Sitz in Pittsburgh, USA, entwickelt und produziert hochspezialisierte Metallbauteile beispielsweise aus Nickel- und Titanlegierungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Das Unternehmen entstand 2020 durch die Abspaltung vom (ehemals zu Alcoa gehörenden) Industriekonzern Arconic und ist seitdem an der New Yorker Börse gelistet. Howmet fertigt unter anderem Triebwerkskomponenten, Turbinenschaufeln, Strukturteile sowie hochfeste Verbindungselemente, die in modernen, energieeffizienten Verkehrsflugzeugen ebenso wie in Militärflugzeugen und militärischen Turbinen zum Einsatz kommen. Da moderne Flugzeugtriebwerke extremen Temperaturen und Belastungen standhalten müssen, verfügen nur wenige Unternehmen weltweit über das notwendige Know-how und die entsprechenden Fertigungstechnologien. Zu den wichtigsten Kunden zählen unter anderem Airbus, Boeing, GE Aerospace, RTX und zahlreiche weitere Rüstungsunternehmen.
Doppelter Rückenwind aus Luftfahrt und Verteidigung
Howmet Aerospace profitiert derzeit gleich von zwei langfristigen Wachstumstrends: Einerseits steigt die weltweite Nachfrage nach neuen Verkehrsflugzeugen deutlich an. Andererseits investieren zahlreiche Staaten massiv in die Modernisierung ihrer Luftstreitkräfte. Beide Entwicklungen sorgen für eine hohe Produktionsauslastung und gut gefüllte Auftragsbücher. Analysten zufolge soll der Umsatz in diesem Jahr um +18 % auf 9,76 Mrd. USD zulegen, während der Gewinn je Aktie mit geschätzten 5,06 USD um +34 % höher liegen soll als im Vorjahr. Für 2027 wird ein Umsatzanstieg um +13 % auf 11,04 Mrd. USD erwartet. Der Gewinn soll dabei erneut überproportional um +20 % auf 6,05 USD je Aktie zulegen.

Die Howmet-Aerospace-Aktie befindet sich in einem bilderbuchartigen Aufwärtstrend. Kein Wunder, denn das Unternehmen profitiert sowohl vom zivilen Flugzeugbau als auch von steigenden Verteidigungsausgaben. Aufgrund seiner starken Marktstellung bei sicherheitskritischen Hochleistungskomponenten verfügt Howmet zudem über eine hohe Preissetzungsmacht und attraktive Gewinnmargen. Dennoch erscheint die Aktie nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Jahre bereits recht ambitioniert bewertet. Die hervorragende Marktstellung und die hohen Eintrittsbarrieren könnten langfristig dennoch weiteres Kurspotenzial bieten.
Elbit-Systems-Aktie: Hightech für moderne Streitkräfte
Elbit Systems (ISIN: IL0010811243 – Symbol: ESLT – Währung: USD) mit Hauptsitz in Haifa, Israel, hat es auf dem Siegertreppchen ganz nach oben geschafft. Während klassische Rüstungskonzerne Panzer, Raketen oder Kampfflugzeuge herstellen, liefert Elbit die “Elektronik dahinter”. Beispielsweise für Aufklärungs- und Kampfdrohnen, Radarsysteme, Nachtsichtgeräte, Helme für Kampfpiloten, Funk- und Kommunikationssysteme, elektronische Kampfführung sowie Präzisionsmunition. Darüber hinaus modernisiert das Unternehmen bestehende Panzer, Flugzeuge und Schiffe mit neuer Sensor- und Steuerungstechnik. Zu den Kunden zählen Streitkräfte in Europa, Nordamerika, Asien und Israel. Aufgrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen und steigender Verteidigungsausgaben gehört Elbit Systems zu den größten Profiteuren der weltweit wachsenden Nachfrage nach moderner Militärtechnik.
Rekordauftragsbestand sorgt für Planungssicherheit
Das Unternehmen profitiert von einer hohen Nachfrage nach Drohnen, elektronischen Aufklärungssystemen und moderner Gefechtsführung. Gleichzeitig sorgt der Rekordauftragsbestand dafür, dass ein großer Teil der Umsätze bereits für mehrere Jahre gesichert ist. In diesem Jahr soll der Umsatz laut Marktkonsens um +14 % auf 9,07 Mrd. USD steigen. Dabei soll der Gewinn pro Aktie um +22 % auf 15,59 USD zulegen. Im kommenden Jahr wird bei einem Umsatz von 10,25 Mrd. USD (+13 %) dann ein Gewinn von 18,06 USD (+16 %) je Aktie erwartet

Die Elbit-Systems-Aktie zählt zwar nicht zu den bekanntesten Rüstungs-Aktien, doch das Unternehmen besitzt aufgrund seiner starken Marktposition im Bereich Verteidigungselektronik und Drohnentechnologie äußerst attraktive Wachstumsperspektiven. Nach enormen Kursanstiegen in den vergangenen Jahren, konsolidiert die Aktie nun seit etwa vier Monaten. Dennoch ist die Aktie für Neueinstiege aus unserer Sicht noch etwas zu teuer.
Rüstungs-Aktien Vergleich: Liste nach Performance
| Rüstungs-Aktie | Kurs | 52 W Tief | 52 W Hoch | YTD | 6 M | 1 J | 5 J |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Airbus | 208,20 | 154,50 | 221,25 | 5,40 % | 10,47 % | 22,83 % | 80,29 % |
| Elbit Systems | 722,50 | 370,40 | 881,50 | 43,64 % | 25,33 % | 79,82 % | 547,40 % |
| Howmet Aerospace | 286,34 | 169,45 | 295,28 | 39,66 % | 37,26 % | 55,40 % | 767,70 % |
| Lockheed Martin | 586,29 | 412,55 | 692,00 | 21,22 % | -2,73 % | 39,26 % | 58,69 % |
| RTX | 216,65 | 150,61 | 221,34 | 18,13 % | 10,12 % | 38,16 % | 146,28 % |
| Hensoldt | 86,22 | 63,12 | 117,70 | 17,47 % | 10,61 % | -5,77 % | 477,88 % |
| Leonardo | 54,73 | 42,60 | 66,24 | 11,99 % | 1,28 % | 18,59 % | 720,79 % |
| Thales | 253,20 | 212,50 | 279,30 | 11,30 % | 0,92 % | 7,02 % | 186,75 % |
| RENK Group | 49,25 | 40,41 | 90,20 | -8,66 % | -4,92 % | -27,26 % | — |
| Rheinmetall | 1.188,20 | 902,50 | 2.007,00 | -23,47 % | -28,85 % | -30,33 % | 1.348,67 % |
Diese Rüstungs-ETFs gibt es
Wer nicht in Einzelaktien aus dem Verteidigungssektor investieren möchte, dem stehen einige diversifizierte Rüstungs-ETFs als Alternative zur Verfügung. Denn aufgrund der starken Anlegernachfrage sind in den letzten Jahren einige ETFs mit Schwerpunkt Rüstungsindustrie aufgelegt worden, beispielsweise der 2,7 Mrd. EUR schwere Future of Defence UCITS ETF (ISIN: IE000OJ5TQP4 – Symbol: ASWC – Währung: USD) von HANetf, der in Rüstungs-Aktien aus NATO-Plus-Ländern investiert. Fast dreimal so groß ist der VanEck Defence UCITS ETF (ISIN: IE000YYE6WK5 – Symbol: DFEN – Währung: USD) mit einem aktuellen Investitionsvolumen von 6,1 Mrd. EUR. Dieser Rüstungsaktien-ETF investiert global in börsennotierte Unternehmen aus dem Verteidigungssektor. Gleiches gilt für den etwas iShares Global Aerospace & Defence UCITS ETF (ISIN: IE000U9ODG19 – Symbol: 5J50 – Währung: USD), der ein aktuelles Fondsvermögen von knapp 1,6 Mrd. EUR aufweist.
Anleger, die nicht direkt in die Waffenindustrie investieren möchten, könnten sich beispielsweise auf digitale Verteidigung (Cybersecurity) beschränken. In diesem Bereich gibt es beispielsweise den L&G Cyber Security UCITS ETF (ISIN: IE00BYPLS672 – Symbol: CBRS – Währung: USD), der aktuell auf ein Fondsvolumen von 3,3 Mrd. EUR kommt, oder den iShares Digital Security ETF (ISIN: IE00BG0J4C88 – Symbol: L0CK – Währung: USD) mit derzeit knapp 1,6 Mrd. EUR ETF-Volumen.
Informationen zu den Produkten finden Sie hier:
Future of Defence UCITS ETF – Risikoindikator: 4
VanEck Defence UCITS ETF – Risikoindikator: 5
iShares Global Aerospace & Defence UCITS ETF – Risikonindikator: 4
L&G Cyber Security UCITS ETF – Risikoindikator: 5
iShares Digital Security UCITS ETF USD – Risikoindikator: 4
Fazit: Weiterhin gute Wachstumsperspektiven für Rüstungs-Aktien
Als Anleger sollte man sich darüber bewusst sein, dass produzierte Waffen bei Bedarf auch eingesetzt werden – so wie dies zu Verteidigungszwecken in der Ukraine seit mittlerweile mehr als vier Jahren leider der Fall ist. Auch im Iran entfaltet sich weiterhin die Zerstörungskraft moderner Waffensysteme.
Diplomatie, Entspannung und Frieden sind in der Weltpolitik immer noch das positivste und wünschenswerteste Szenario. Die Konfliktlösung im Gazastreifen war zweifellos ein diplomatischer Erfolg, der auch Hoffnung für andere militärische Konflikte, wie z. B. in der Ukraine, bedeutet. Bislang haben die Verhandlungen zum Ukraine-Krieg allerdings zu keinem Ergebnis geführt, doch es gibt immer wieder Versuche, den Konflikt zu beenden. Zuletzt gab es einige Rückschläge bei den Friedensverhandlungen, so dass es leider noch nicht nach einer echten Entspannung aussieht. Sobald jedoch ein nachhaltiger Friedensplan vorliegt und die Kriegsparteien tatsächlich zu dessen Unterzeichnung bereit sind, könnte dies Anleger dazu veranlassen, Rüstungsaktien zu verkaufen, sodass kurzfristig Druck auf die zweifellos ambitionierten Aktienkurse der Rüstungsbranche entstehen könnte.
Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es für die NATO-Partner höchste Zeit ist, ihre verkümmerte Verteidigung auszubauen und zu modernisieren. Die Zeitenwende in der US-amerikanischen Außenpolitik ist ein Weckruf an die Europäer, ihren Schutz und ihre Sicherheit wieder in die eigene Hand zu nehmen und die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern. Dies gelingt jedoch nur dann, wenn massiv in europäische Schlüsseltechnologien und Systeme investiert wird. Ansonsten bestünde jederzeit die Gefahr, dass die USA die Bereitstellung von Daten oder technologischen Grundlagen einschränken könnten, so wie dies bei der Ukraine bereits der Fall war. Aus diesem Grund haben neben amerikanischen auch europäische Rüstungsunternehmen in den kommenden fünf bis zehn Jahren glänzende Wachstumsperspektiven. Erwartungsgemäß sollen in verschiedenen europäischen Ländern zusätzliche Investitionsprogramme über etliche hundert Milliarden aufgelegt werden. Nachdem die Kurse vieler Rüstungsaktien und Rüstungs-ETFs in den letzten Monaten etwas Luft abgelassen haben, könnten durchaus Neueinstiege oder Nachkäufe erwogen werden. Auch bei den drei von uns vorgestellten Rüstungsaktien RTX, Howmet Aerospace und Elbit Systems.
Quellen:
Manager Magazin: EU-Spitzen lockern Bremse für höhere Verteidigungsausgaben (21.07.2026); https://www.manager-magazin.de/politik/europa/eu-sondergipfel-eu-regierungen-lockern-bremse-fuer-hoehere-verteidigungsausgaben-a-4197b5b5-0b6b-48fc-8cea-8c89f4fca391
Goldman Sachs: How much will rising defense spending boost Europe’s economy? (21.07.2026); https://www.goldmansachs.com/insights/articles/how-much-will-rising-defense-spending-boost-europes-economy
Yahoo Finance: Analysten-Schätzungen (21.07.2026); https://finance.yahoo.com/
RTX IR-Webseite (21.07.2026); https://investors.rtx.com/ Howmet Aerospace IR-Webseite (21.07.2026); https://www.howmet.com/investors/
Elbit Systems IR-Webseite (21.07.2026); https://www.leonardo.com/en/investors
Re https://www.elbitsystems.com/investor-relations