Deutsche Telekom – Kurs bröckelt, aber hohe Dividende lockt

Fundamentalanalyse Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom AG ist nach eigenen Angaben mit rund 168 Millionen Mobilfunkkunden, 28 Millionen Festnetzkunden und 19 Millionen Breitbandanschlüssen eines der weltweit führenden Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern bietet seine Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden an und ist in über 50 Ländern vertreten.

Die Gruppe Deutsche Telekom AG untergliedert sich in die vier operativen Segmente Deutschland, Europa, USA und Systemgeschäft. Letzteres bündelt unter der Marke T-Systems das Geschäft für ICT-Produkte und -Lösungen für große multinationale Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden etwa 66 Prozent des Gesamtumsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. Der Konzern hat seinen Sitz in Bonn und wird von CEO Timotheus Höttges geleitet.

Transaktionen im Jahr 2017

Die Deutsche Telekom veräußerte den Internetdienstanbieter Strato an United Internet und erhielt dafür 600 Mio. Euro. Außerdem wurden die Anteile am Online-Marktplatz-Betreiber Scout24 für von 319 Mio. Euro verkauft. Im Gegenzug kaufte die Telekom den Online-TV-Anbieter Lyer3TV für rund 325 Mio. US-Dollar. Die Transaktionen rund um den Erwerb von Tele2 Netherlands und UPC Austria stehen noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Hier geht es um Transaktionssummen jenseits der Zwei-Milliarden-Euro-Marke.
E-Tankstellen – Die Telekom nutzt vorhandene Ressourcen effektiv aus

Warum nicht vorhandene Ressourcen nutzen? Die Deutsche Telekom will Mitte 2018 den Aufbau eines Ladenetzes für Elektroautos beginnen. Auf diese Weise bekommen die bereits vorhandenen rund 12.000-Telekom-Verteilerkästen eine neue Aufgabe: sie sollen zu Stromtankstellen umgewandelt werden, 500 davon sogar als Schnellladestationen mit einer Leistung von 100 Kilowatt. Ein Prototyp dieser Ladesäulen findet sich am Olympiaturm in München. Damit wird sich die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte von derzeit rund 10.800 mehr als verdoppeln. Die Telekom verfügt in Deutschland übrigens über rund 380.000 Kabelverzweiger – ein erhebliches Potenzial.

Details zur Aktie

Die Aktie der Deutschen Telekom feierte ihren ersten Börsengang am 18. November 1996 mit einem Erlös von 10,0 Mrd. Euro. Der erste offizielle Ausgabepreis lag bei 14,57 Euro. Danach gab es am 28. Juni 1999 den zweiten Börsengang mit einem Erlös von 10,8 Mrd. Euro, hier lag der offizielle Platzierungspreis bei 39,50 Euro. Am 19. Juni 2000 folgte der dritte Börsengang mit einem Erlös von 13,0 Mrd. Euro, der offizieller Emissionspreis lag bei 66,50 Euro.

Nach dem ersten Börsengang lag der Streubesitz bei gerade einmal 26 Prozent und der Anteil des Bundes bei 74 Prozent. Nach dem zweiten Börsengang reduzierte der Bund seinen Anteil auf 65 Prozent und beim dritten Börsengang auf 58 Prozent. Durch weitere Kapitalmaßnahmen über die Jahre reduzierte der Bund seinen Anteil sukzessive weiter.

Die T-Aktie notiert mit dem Symbol „DTE“ an der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung an der Börse New York (NYSE) wurde am 18. Juni 2010 wieder eingestellt. Allerdings sind seit dem 21. Juni 2010 American Depositary Receipts (ADR) via OTCQX International Premier mit dem Ticker „DTEGY“ in US-Dollar (USD) handelbar. Ein ADR entspricht einer Telekom-Stammaktie. Insgesamt sind 4.761.459.000 Aktien ausstehend.

Größte Anteilseigner sind mit 17,40 Prozent die Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Bund mit einem Anteil von 14,5 Prozent. Der größte institutionelle Anleger ist die US-Vermögensverwaltungsgesellschaft BlackRock mit einem Anteil von 4,91 Prozent. Zum Stichtag am 31. Dezember 2017 hielten neben der KfW und dem Bund institutionelle Anleger rund 53,3 Prozent der Aktien und Privatanleger 14,8 Prozent der Aktien.

Das Wertpapier ist unter anderem Mitglied im DAX und im Euro Stoxx 50. Der Markt bewertet den Konzern derzeit mit 63,11 Mrd. EUR. Die Aktie kosteten in den letzten 52 Wochen 18,145 EUR im Hoch und 12,72 EUR im Tief. In den letzten fünf Jahren erzielte sie eine Performance von rund 58 Prozent und ist damit im Vergleich zum DAX, der um rund 54 Prozent im Vergleichszeitraum stieg , aktuell ein leichter Outperformer.

Peergroup-Vergleich: Deutsche Telekom im Mittelfeld

In einem Peergroup-Vergleich mit der BT Group, KPN, Telecom Italia, Telefonica und Vodafone landet die Aktie der deutschen Telekom im Jahr 2017 im Mittelfeld. Die Aktien von Vodafone erzielten im europäischen Telekommunikationssektor die beste Performance. Auf den weiteren Plätzen vor der Telekom-Aktie fanden sich KPN, Orange und Telefonica. Nur die Aktien der Telecom Italia und der BT Group schnitten schlechter ab.

Aktuelle Analysen

Die Analysten von Bankhaus Lampe, Barclays, Berenberg, Bernstein, CFRA, Citigroup, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank, DZ Bank, Exane BNP, Goldman Sachs, HSBC, Independent Research, Jefferies, JPMorgan, Kepler Cheuvreux, Macquarie, Morgan Stanley, NordLB, RBC Capital, Société Générale und UBS haben in 2018 Studien zur Aktie gefertigt. Von den 23 Analysen liegt das tiefste Kursziel bei 13,00 EUR (Jefferies vom 20. Februar 2018) und das höchste bei 19,60 EUR (Deutsche Bank vom 30. Januar 2018). Das Durchschnittskursziel liegt bei 16,78 EUR. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Schlusskurs von 13,26 EUR aus dem Xetra-Handel.

Fundamentaldaten 2017

Bei der Deutschen Telekom wird jeweils zum 31. Dezember gemäß IFRS in Euro (EUR) bilanziert. Der Umsatz im Jahr 2017 lag bei 74,9 Mrd. EUR und das EBIT bei 9,383 Mrd. EUR. Das Konzernergebnis wurde mit 3,461 Mrd. EUR testiert. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,74 EUR. Der aktuelle Dividendenvorschlag liegt bei 0,65 EUR je Anteilsschein. Damit würde die Dividende zum dritten Mal in Folge steigen und die Ausschüttungssumme läge bei 3,1 Mrd. EUR.

Ein Blick in die Bilanz zeigt 3,312 Mrd. EUR an liquiden Mitteln. Das gezeichnete Kapital liegt bei 12,189 Mrd. EUR. Die Verbindlichkeiten bei 98,864 Mrd. EUR und die Netto-Finanzverbindlichkeiten wurden mit 50,8 Mrd. EUR testiert. Das Eigenkapital wird mit 42,5 Mrd. EUR angegeben, die Eigenkapitalquote liegt bei 30,0 Prozent. Damit bringt es die Deutsche Telekom auf eine Bilanzsumme in Höhe von 141,3 Mrd. EUR. Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 216.000 Mitarbeiter.

Konsensschätzungen der Analysten für 2018 und 2019

Die Umsätze könnten 2018 75,203 Mrd. EUR und 2019 77,152 Mrd. EUR betragen. Das EBITDA wird für 2018 mit 22,883 Mrd. EUR und für 2019 mit 24,046 Mrd. EUR prognostiziert. Für 2018 könnte das EBIT bei 10,540 Mrd. EUR liegen und für 2019 bei 11,531 Mrd. EUR. Der Gewinn je Aktie könnte 2018 1,01 EUR und 2019 1,12 EUR betragen. Die Dividende je Aktie könnte 2018 bei 0,70 EUR und 2019 bei 0,75 EUR liegen. Für das Jahr 2018 könnte ein Cashflow je Aktie von 3,75 EUR testiert werden und für 2019 ein Cashflow je Aktie von 4,01 EUR. Das Nettovermögen je Aktie könnte 2018 6,82 EUR und 2019 7,46 EUR betragen. Die Nettoverschuldung von 49,83 Mrd. EUR 2018 könnte 2019 auf 47,62 Mrd. EUR leicht absinken.

Die nächsten Termine

Die Deutsche Telekom wird am 9. Mai 2018 ihr Quartalsergebnis für das erste Quartal 2018 veröffentlichen und am 17. Mai 2018 die Hauptversammlung in Bonn abhalten.

Langfristige Chartanalyse der Deutsche Telekom Aktie

Die Aktie der Deutschen Telekom AG zeigte sich in den letzten fünf Handelsjahren überwiegend im Seitwärtstrend. Trendfolgende Handlungen waren schwer umsetzbar. Lediglich zwischen Mitte 2013 und Anfang 2015 trat eine verhältnismäßig saubere Aufwärtsbewegung auf, danach pendelte der Wert volatil zwischen 14,00 Euro und 17,60 Euro. Kürzlich fiel die Aktie unter die untere Seitwärtszonenbegrenzung, was in der vergangenen Handelswoche zu einem Schlusskurs von gut 13,00 Euro führte.

20180312-Aktie-Telekom-AG-EUR-lynxCharttechnisch gesehen könnte der Bruch durch die Unterstützung von 14,00 Euro bedeuten, dass sich für die Telekom-Aktie eine Abwärtstendenz ankündigt und Verkäufe eine interessante Option wären. Verkäufe unterhalb von 14,00 Euro mit dem vorläufigen Ziel von 12,00 Euro beziehungsweise 11,40 Euro wären somit gegebenenfalls denkbare Szenarien. Ein Rücklauf über 14,30 Euro wäre jedoch mit einem Rückfall in die genannte Seitwärtszone gleichzusetzen, womit Handlungen erneut eher uninteressant erscheinen würden.

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