Iberdrola S.A. – Baskischer Energieriese

Fundamentale Betrachtung Iberdrola S.A.

Die Iberdrola S.A.  kennt man nicht? Das sollte eigentlich anders sein, denn der Energieriese mit Sitz in Bilbao im Baskenland (Spanien) ist an der Börse weit mehr wert als E.ON und RWE zusammen. Iberdrola enstand 1992 aus dem Zusammenschluss von Iberduero und Hidroeléctrica.

Im Jahr  2007 übernahm das Unternehmen Scottish Power, 2011 wurde Elektro dem Konzern einverleibt und  zudem ist Iberdrola auch an Gamesa beteiligt. Iberdrola gilt heute als eines der führenden Unternehmen im Bereich Energie in Europa. Das Unternehmen erzeugt Strom aus Hydro-, Thermal- und Nuklearenergie und vertreibt neben  Strom auch Erdgas. So betreibt Iberdrola etwa in Spanien fünf Kernkraftwerke und ist größter und wichtigster Energieversorger.

Zudem spielt der Sektor Erneuerbare Energien eine wichtige Rolle. In den USA ist Iberdrola der „sauberste“ Versorger mit nahezu null Emissionen. Geleitet wird der Konzern von CEO Ignacio S. Galán.

Segmente und aktuelle Ergebnisse

Gemäß der Konzernstruktur bildet die Iberdrola S.A. als übergeordnete Holding das Dach, unter dem die sechs Segmente Iberdrola Espana, Scottish Power, Avangrid, Elektro Holding S.A., Iberdrola Mexiko S.A. und Iberdrola Participationes (Beteiligungen) eingebunden sind, die wiederum weitere Gesellschaften und Aktivitäten bündeln.
Die wichtigsten Märkte für Iberdrola sind der Heimatmarkt Spanien sowie Großbritannien, die USA, Mexiko und Brasilien. Damit hat der Konzern ein Kundenpotenzial von weit über 100 Millionen Menschen.

Iberdrola hat im Neun-Monats-Zeitraum ein Netto-Ergebnis in Höhe von 2,042 Mrd. Euro erzielt, das entspricht einem Wachstum von 6,4 Prozent. Das EBITDA wuchs in diesem Zeitraum um 4,2 Prozent auf 5,73 Mrd. Euro an. Wichtigste Treiber des EBITDA sind mit 51 Prozent Anteil der Bereich Netz – hier sind Zuwächse in Spanien und den USA zu registrieren – und das Segment Erneuerbare Energien mit 20 Prozent. Auch hier wuchs man in Spanien und den USA, in Großbritannien ging die Leistung hingegen  zurück. Iberdrola investierte in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 bereits 3,04 Mrd. Euro und stellte 1.917 neue Mitarbeiter ein.

Analysen zur Aktie von Iberdrola

Citigroup, Credit Suisse, Deutsche Bank, Exane BNP, Goldman Sachs, HSBC, Independent Research, JPMorgan, Kepler Cheuvreux, Morgan Stanley, RBC Capital, Société Générale und UBS haben seit Februar 2016 Analysen zur Aktie von Iberdrola gefertigt. Die Kurszielspanne reicht von 6,10 Euro (Kepler Cheuvreux vom 25.02.2016 und Société Générale vom 19.01.2017) bis zu 7,20 Euro (Exane BNP vom 28.09.2016 und Goldman Sachs vom 15.02.2017).

Kumuliert man die Kursziele der 12 Analysen (die Analysten von Citigroup blieben ein Kursziel schuldig), so ergibt sich daraus ein Durchschnittskursziel in Höhe von 6,72 Euro. Die Aktie ging am Donnerstag mit 6,06 Euro aus dem Handel an der Madrider Börse (BME). Legt man die Kurszielprognosen zugrunde, so ist Aufwärtspotenzial  zumindest vorhanden.

Die Aktie und ihre Aktionärsstruktur

Insgesamt sind 6,46 Mrd. Aktien mit einem nominalen Wert von 0,75 Euro ausstehend. Das entspricht somit einem Kapital von 4,845 Mrd. Euro. Der Markt bewertet Iberdrola derzeit mit 38,4 Mrd. Euro. Die Aktie kostete in den letzten 52 Wochen 6,286 Euro im Hoch und  4,80 Euro im Tief. Der Durchschnittskurs der letzten 250 Tage lag bei rund 5,98 Euro.

Auf Sicht von fünf Jahren kam eine Performance von rund 31 Prozent zustande. Der Euro Stoxx 50, dessen Mitglied Iberdrola ist, konnte im gleichen Zeitraum um rund 33 Prozent zulegen. Als europäischer Leitindex und Benchmark für Iberdrola hat der Eurostoxx 50 die Aktie des Energiekonzerns nur leicht outperformed. Iberdrola ist zudem Mitglied im spanischen Leitindex IBEX 35, den die Aktie bei einer Performance von rund 9,5 Prozent im Vergleichszeitraum locker outperformed hat.

Die Aktien von Iberdrola werden an der Heimatbörse, der Madrider Börse (BME), mit der höchsten Liquidität gehandelt. Zudem sind sie in Barcelona, Bilbao und Valencia an den Regionalbörsen gelistet, sowie via ADR-Programm in den USA an der New York Stock Exchange (NYSE).

Der Blick in die Aktionärsstruktur weist die Qatar Investment Authority mit 9,726 Prozent als größten institutionellen Investor aus, gefolgt von der Bilbao Bizkaja Kutxa Fundacion Bancaria mit 3,601 Prozent, der BlackRock Inc. mit 3,023 Prozent und der Norges Bank mit 3,179 Prozent. Der Streubesitz beträgt 80,47 Prozent.

Fundamentaldaten zur Aktie von Iberdrola

Für das Geschäftsjahr 2015 (bilanziert wird bei Iberdrola zum 31.12. gemäß IFRS in Euro) wies der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 31,4 Mrd. Euro aus  (2014: 30,0. Mrd. Euro; 2013: 32,8 Mrd. Euro; 2012: 34,2 Mrd. Euro).  Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag für 2015 bei 3,0 Mrd. Euro. Das Zinsergebnis lag in 2015 bei einem Minus in Höhe von 1,0 Mrd. Euro.

Als Jahresüberschuss wurden für 2015 2,4 Mrd. Euro ausgewiesen (2014 lag der Jahresüberschuss bei 2,3 Mrd. Euro; 2013 bei 2,6 Mrd. Euro und 2018 bei 2,8 Mrd. Euro). Überwiegend sinkende Umsätze in den letzten Jahren spiegeln sich damit auch im Ergebnis wider. Das Nettoergebnis je Aktie betrug 0,38 Euro. Für 2015 schüttete Iberdrola 187,1 Mio. Euro aus – das entspricht einer Dividende von 0,03 Euro je Stammaktie.

Im Geschäftsjahr 2015 beschäftigte das Unternehmen gemäß Bilanz 27.169 Mitarbeiter (2012 waren es noch 31.338 Mitarbeiter). An liquiden Mitteln wurden für 2015 1,2 Mrd. Euro erklärt,  das wirtschaftliche Eigenkapital ist mit 37,7 Mrd. Euro angesetzt, das gezeichnete Kapital beträgt 4,8 Mrd. Euro und die Verbindlichkeiten werden mit 63,5 Mrd. Euro ausgewiesen. Die Bilanzsumme liegt bei 104,7 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalquote betrug für 2015 rund 42,2 Prozent.

In den Bilanzprognosen für 2017 und 2018 werden Umsätze in Höhe von 33,95 und 35,15 Mrd. Euro angeführt. Das EBIT soll 2017 4,60 Mrd. Euro betragen, 2018 sollen es 4,86 Mrd. Euro sein. Der Gewinn je Aktie könnte 2017 demnach bei 0,43 Euro liegen und sich 2018 auf 0,45 Euro steigern. Die Dividende könnte im Jahr 2017 auf 0,31 Euro je Stammaktie angehoben werden und sich 2018 abermals auf 0,33 Euro je Stück erhöhen .

Der Cashflow je Aktie soll für 2017 bei 0,96 Euro und für 2018 bei 1,01 Euro liegen. Das Nettovermögen je Aktie soll 2017 bei 6,21 Euro liegen und 2018 auf 6,37 Euro anziehen. Die Nettoverschuldung des Konzerns soll 2017 bei 29,75 Mrd. Euro liegen und wird möglicherweise in 2018 auf 30,27 Mrd. Euro steigen.

Iberdrola präsentiert am 22. Februar 2017 das Jahresergebnis 2016, am 26. April 2017 folgen die Zahlen für das erste Quartal und am 20. Juli der Halbjahresbericht 2017.

Charttechnische Betrachtung der Iberdrola Aktie

Der Kurs von Iberdrola S.A. konnte sich in den vergangenen Handelsjahren sehr gut entwickeln und wanderte vom Tief im Bereich 2,62 Euro im Jahr 2012 recht sauber bis zum Hoch von knapp 6,75 Euro, das Ende 2015 erreicht wurde. Danach wechselte der Wert in eine Seitwärtssequenz in einem sehr engen Bereich von 5,75 bis 6,25 Euro. 2016 war ein kurzer etwas stärkerer Rutsch nach unten zu beobachten, der die Aktie kurzzeitig in den Bereich von 4,80 Euro brachte. Der Schlusskurs der vergangenen Handelswoche lag im Bereich der 6,00 Euro und somit nahezu in der Mitte des erwähnten Seitwärtsbereichs.

Generell kann davon ausgegangen werden, dass die recht starke Aufwärtstendenz der letzten Jahre weiterhin in Takt ist und der Fokus somit durchaus auf der Kaufseite liegen könnte. Kurse oberhalb der eingezeichneten Trendlinie und der unteren Seitwärtszonenbegrenzung von 5,75 Euro könnten einen potenziellen Kaufbereich darstellen. Zu beachten ist jedoch die erwähnte Seitwärtszone, sie sollte idealerweise vorerst verlassen werden und darauffolgende Hochs wären durchaus denkbar.

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Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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