Hapag-Lloyd – eines der weltweit größten Transport- und Logistikunternehmen

Fundamentale Betrachtung Hapag-Lloyd AG

Die Hapag-Lloyd AG  gehört mit 166 Containerschiffen und einem Transportvolumen von 7,4 Mio. TEU (Twenty-foot Equivalent Unit = Standardcontainer) pro Jahr eigenen Angaben zufolge zu den weltweit führenden Reedereien. Der Konzern wird von Rolf Habben Jansen (CEO) geleitet. Mit im Vorstand tätig sind Nicolás Burr (CFO), Anthony J. Firmin (COO) und Thorsten Haeser (CCO). Die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft wurde 1847 im Konferenzzimmer der Hamburger Börse gegründet und noch heute sitzt dieses Traditionsunternehmen in der Stadt an der Elbe.

Fakten zu Hapag-Lloyd

Rund 9.300 Mitarbeiter (7.813 zu Land und 1.505 zu Wasser) arbeiten an über 360 Standorten in 121 Ländern. Die Gesamtkapazität der Hapag-Lloyd liegt bei 952.000 TEU und  der Containerbestand bei 1,6 Mio. TEU, wozu auch die modernsten Kühlcontainerflotten gehören.  Hapag-Lloyd betreibt ein globales Netzwerk mit 125 Liniendiensten zwischen allen Kontinenten.

Von den 166 Containerschiffen sind zehn mit einer Kapazität von mehr als 10.000 TEU der sogenannten „VCLS-Klasse“ (Very Large Container Ships) zuzuordnen. Von den 125 Liniendiensten entfallen 34 auf Lateinamerika, 26 Routen verlaufen von Asien nach Nordamerika, 20 von Europa nach Nordamerika, 18 innerhalb Asiens, 17 von Afrika in den Mittelmeerraum und 13 von Europa nach Asien.

Die Reederei ist in 121 Ländern (52 in Europa, 34 in Asien, 29 in Südamerika und 3 in Nordamerika) für seine Kunden vor Ort und läuft über 500 Häfen an (242 in Asien, 169 in Europa, 99 in Süd und 28 in Nordamerika).

Hapag-Lloyd transportiert hauptsächlich Konsumgüter (17 Prozent), Lebensmittel (13 Prozent) und Chemikalien (13 Prozent), aber auch Maschinen (11 Prozent), Papier und Holz (10 Prozent), Automobilteile (8 Prozent), Rohstoffe (8 Prozent), Textilien (7 Prozent), Elektronikartikel (5 Prozent) und weitere Güter (8 Prozent).

Zusammenschlüsse für die kritische Größe

Im Jahr  2014 erfolgte die Fusion mit der Containersparte der CSAV und 2016 wurden die Verträge zum Zusammenschluss mit der UASC (United Arab Shipping Company) – der größten Containerreederei im Mittleren Osten – unterzeichnet. Damit liegt Hapag-Lloyd 2017 in der Rangliste der weltweit größten Containerredereien in Bezug auf die Kapazität in TEU und den globalen Kapazitätsanteil auf Rang 4 (Platz 1: Maersk; Platz 2: MSC; Platz 3: CMACGM).

Analysen zur Aktie

Berenberg, Deutsche Bank, Exane BNP, Goldman Sachs, Hauck & Aufhäuser, HSBC, Kepler Cheuvreux und Warburg Research haben 2016 Analysen zur Aktie von Hapag-Lloyd gefertigt. Die Kurszielspanne reicht von 16,50 (HSBC vom 02.12.2016) bis 30,00 Euro (Hauck & Aufhäuser vom 08.12.2016). Das Durchschnittskursziel der acht Analysen liegt bei 23,61 Euro. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit 22,745 Euro aus dem Xetra-Handel. Für das Wertpapier ist auf Basis dieser Analysen  also noch begrenztes Potenzial vorhanden.

Die Aktie und ihre Aktionärsstruktur

Das Wertpapier der Hapag-Lloyd AG notiert an der Frankfurter und Hamburger Börse und ist im Regulierten Markt (Prime Standard) zugelassen. Die Anzahl der Aktien liegt bei 118.110.917 (Namensaktien ohne Nennwert). Die Erstnotierung erfolgte am 06. November 2015 und der  Ausgabepreis lag bei 20,00 Euro. Durch den Börsengang und die Platzierung von 13,2 Mio. neuen Aktien erlöste die Hapag-Lloyd rund 265 Mio. Euro. Die Aktie gehört zum SDAX.

Der Markt bewertet Hapag-Lloyd derzeit mit 2,69 Mrd. Euro. Die Aktie kostete in den letzten 52 Wochen 23,14 Euro im Hoch und 14,595 Euro im Tief. Der Durchschnittskurs der letzten 250 Tage lag bei rund 17,95 Euro. Auf Jahressicht liegt die Performance bei rund 11 Prozent. Im Vergleich zum Benchmark-Index SDAX, der im gleichen Zeitraum nur rund 5 Prozent an Performance aufweist, sind die Aktien von Hapag-Lloyd ein Outperformer.

Die institutionellen Anleger sind mit 31,40 Prozent die CSAV Germany Container Holding GmbH (die chilenische Reederei ist seit der Fusion ihres Container-Geschäfts mit Hapag-Lloyd Hauptanteilseigner), mit 20,60 Prozent die Stadt Hamburg durch die Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH, mit 20,20 Prozent Klaus Michael Kühne (inkl. Kühne Holding und Kühne Maritime GmbH) und mit 12,30 Prozent die TUI-Hapag Beteiligungs GmbH.

Der Streubesitz liegt folglich bei nur 15,50 Prozent (hier sind alle restlichen institutionellen Investoren unterhalb der Schwelle von 5 Prozent enthalten).

Fundamentaldaten

Für das Geschäftsjahr 2015 (bilanziert wird bei Hapag-Lloyd zum 31.12. gemäß IFRS in Euro) wies der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 8,8 Mrd. Euro (2014: 6,8 Mrd. Euro; 2013: 6,6 Mrd. Euro; 2012: 6,8 Mrd. Euro) aus. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag für 2015 bei 139,1 Mio. Euro (2014: -592,5 Mio. Euro; 2013: -89,9 Mio. Euro; 2012: -124,4 Mio. Euro). Als Jahresüberschuss wurden für 2015 111,6 Mio. Euro (2014: -605,0 Mio. Euro; 2013: -98,3 Mio. Euro; 2012: -129,0 Mio. Euro) ausgewiesen.

Hapag-Lloyd hat es folglich 2015 erstmals wieder geschafft, schwarze Zahlen zu schreiben. Das Nettoergebnis je Aktie betrug 1,04 Euro (2014: -5,11 Euro). Für 2015 schüttete der Konzern keine Dividende aus. Das Unternehmen beschäftigte gemäß Bilanz 9.417 Mitarbeiter. An liquiden Mitteln wurden 573,7 Mio. Euro erklärt , das wirtschaftliche Eigenkapital lag bei 5,0 Mrd. Euro und  die Verbindlichkeiten bei 6,0 Mrd. Euro. Die Bilanzsumme betrug 11,1 Mrd. Euro. Für 2015 wurde eine Eigenkapitalquote von 45,6 Prozent ausgewiesen.

In den Bilanzprognosen für 2016 und 2017 werden Umsätze in Höhe von 7,74 Mrd. Euro und 8,76 Mrd. Euro angegeben. Das EBIT wird für 2016 bei 75,00 Mio. Euro erwartet, 2017 sollen es 386,26 Mio. Euro sein. Der Gewinn je Aktie könnte 2016 demnach bei -1,14 Euro liegen und sich 2017 auf +1,22 Euro deutlich erholen. 2016 soll keine Dividende gezahlt werden, aber  2017 könnten es 0,18 Euro sein. Der Cashflow je Aktie könnte 2016 bei 1,72 Euro und 2017 bei 6,12 Euro liegen. Das Nettovermögen je Aktie könnte 2016 41,60 Euro und 2017 42,34 Euro betragen. Die Nettoverschuldung könnte 2016 bei 3,62 Mrd. Euro liegen und  2017 auf 3,56 Mrd. Euro sinken.

Am 24. März 2017 legt Hapag-Lloyd den Jahresabschluss und Geschäftsbericht 2016 vor. Gemäß dem letzten Neunmonatsbericht werden sich eine verbesserte Flotten-Eigentümer-Struktur und zusätzliche Synergien in einer wachsenden EBITDA-Marge niederschlagen. Der Erwerb von neuen Containerschiffen steht in den nächsten Jahren nicht an, was den freien Cashflow erhöhen wird. Die Liquiditätsreserven sollen sich auf 1,1 bis 1,2 Mrd. US-Dollar belaufen.

Charttechnische Betrachtung der Hapag-Lloyd Aktie

Im vergangenen Handelsjahr war für die Hapag-Lloyd-Aktie bis Ende November lediglich eine etwas volatilere Seitwärtsphase zu beobachten, die für trendfolgende Handlungen nur bedingt interessant war. Der Wert schwankte innerhalb der Range von rund 15,00 Euro bis gut 20,50 Euro. Erst im Dezember konnte die Aktie etwas Fahrt nach oben aufnehmen und stieg mit sehr sauberen Schritten bis knapp vor die Marke von 23,50 Euro. Diese Trendtendenz der letzten Handelswochen könnte sich weiter fortsetzen, was Gedanken an Käufe durchaus unterstützt.

Kurse oberhalb von 21,75 Euro und etwas langfristiger gesehen auch oberhalb von 20,50 Euro wären charttechnisch sauber im Longtrend, weitere Hochs wären durchaus realistisch. Erst ein Absacken unter die Unterstützung 20,50 Euro käme der Aufwärtsseite in die Quere. Käufe sollten dann etwas zurückgenommen werden. Eine erneute Analyse mit dem Blick auf das sich dann ergebende Bild ist anzuraten.

20170109-aktie-hapag-lloyd-eur-lynxOffenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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