Es ist ein geflügeltes Wort aus dem Western-Genre: Die Kavallerie kommt immer im letzten Moment, aber rechtzeitig. Daher nennt man auch in einer charttechnisch kritischen Lage eingreifende Bullen so. Bei Nemetschek wäre es mit Blick auf den Chart jetzt wirklich dringend.

Am vergangenen Donnerstag legte der Entwickler von Bau- und Architektursoftware Nemetschek sein Ergebnis für die ersten drei Monate 2022 vor. Die Zahlen wirkten höchst ansehnlich, die Aktie reagierte mit einem kräftigen Zugewinn von 7,2 Prozent. Doch am Freitag wurde der Großteil dieses Anstiegs abverkauft, am Montag gingen die Abgaben weiter. Und zögerliche Käufe am Dienstag brachten nicht viel ein, obwohl die Aktie jetzt aus charttechnischer Sicht am seidenen Faden hängt. Wieso hielt die positive Reaktion nicht vor, sondern schlug sogar ins Gegenteil um?

Am Zahlenwerk an sich lag es nicht. Der Umsatz legte zum Vorjahresquartal um 21,3 Prozent zu, der Gewinn auf EBITDA-Basis um 40,9 Prozent. Die bestehende Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt, die einen Umsatzanstieg zwischen 12 und 14 Prozent und eine EBITDA-Gewinnmarge zwischen 32 und 33 Prozent avisiert (2021: 32,7 Prozent). Es scheint also alles zu passen. Aber wer den Kurssprung nach der Bilanz zum Ausstieg nutzte, hatte durchaus seine Argumente.

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Expertenmeinung: Nemetschek ist eines der Paradebeispiele einer zuvor viel zu hoch bewerteten Aktie. Die Aktie stieg und stieg, kaum jemand störte sich daran, dass das Kurs/Gewinn-Verhältnis zweitweise über 70 lag, was für die Software-Branche extrem hoch ist. Es sei denn, das Unternehmen hätte die Perspektive, in den kommenden Jahren etwa 30 bis 40 Prozent pro Jahr mehr zu verdienen. Aber diese Perspektive hat Nemetschek nicht.

Aus aktueller Sicht könnten 2022 15 Prozent mehr drin sein … sofern die immer negativer werdenden Bedingungen am Gesamtmarkt die Investitionsbereitschaft der Kunden nicht doch deutlicher beschneiden sollte. Und ein Wachstum zwischen 15 bis 20 Prozent beim Gewinn, das die Analysten auch für 2023 und 2024 in dieser Größenordnung sehen, das würde ein Kurs/Gewinn-Verhältnis zwischen 30 und 40 rechtfertigen, aber nicht eines von 55, mit dem Nemetschek momentan bewertet wird. Die Aktie ist also eigentlich immer noch zu teuer, so gesehen hätten diejenigen, die da seit Freitag verkaufen, nicht nur ein Argument, um auszusteigen … sondern auch eines, Short zu gehen.

Daher wäre es jetzt äußerst dringend, dass die „Kavallerie“ eingreift und die jetzt gefährdete, mittelfristig entscheidende Unterstützungszone rettet. Die liegt zwischen dem bisherigen Jahres-Verlaufstief vom März bei 68,32 Euro und der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei 71 Euro. Sollte diese Zone fallen, wäre es, alleine aufgrund der hohen Bewertung, nicht überraschend, wenn Nemetschek mittelfristig in die Region 55/60 Euro durchgereicht würde.

Nemetschek-Aktie: Chart vom 03.05.2022, Kurs 71,78 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX

 

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