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Das erste halbe Jahr des Börsenjahres 2022 ist um, und das hatte es wahrlich in sich. Im Grunde trafen derart viele negative Faktoren gleichzeitig aufeinander, dass man sich fast noch wundern muss, dass sich der DAX weiterhin so deutlich über dem Corona-Tief aus dem Jahr 2020 hält.

Denn die weltweiten Lieferketten, die vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges schon länger nicht mehr richtig funktionierten, brachen teils völlig zusammen. Darüber hinaus verursacht der Angriffskrieg Russlands gegen seinen Nachbarn weltweit Probleme bei der Nahrungsmittelversorgung und der Aggressor droht dem Rest der westlichen Welt permanent mit dem Stopp von Öl- und Gaslieferungen. Ein Szenario, das vor allem in Deutschland – das besonders stark von russischem Gas abhängt – vielen Politikern und Wirtschaftslenkern größte Sorgen bereitet.

Aus den Augen verlieren sollte man auch nicht die Corona-Pandemie, vor allem in China setzt hier die Regierung weiter auf härteste Lockdowns und setzt damit die eigene Bevölkerung in den Metropolen unter Druck. 

Die Nahrungsmittelkrise und explodierende Preise bei Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten drehen an der Preisspirale und die Inflationsraten rund um den Globus steigen immer schneller. Die US-Notenbank – und inzwischen sogar die EZB – versuchen (viel zu spät?), den Anstieg mit einer Straffung der Geldpolitik zumindest zu stoppen und riskieren durch steigende Leitzinsen eine Rezession.

Die Aufzählung zeigt: Das letzte halbe Jahr war kein wirklich gutes Umfeld, um von steigenden Aktienkursen zu profitieren. Das zeigt auch der Blick auf den deutschen Leitindex DAX, der seit Jahresbeginn rund 20 Prozent an Wert verloren hat. Und mit Verlusten von rund 12 Prozent hat der DAX im Juni 2022 hat der deutsche Leitindex so viel verloren, wie noch nie in einem Juni davor.

Entsprechend schwach ist auch die Performance der 40 Einzelwerte im DAX. Von denen schaffen es von Anfang Januar bis Ende Juni mit Bayer, der Deutschen Telekom, der Deutschen Börse und Beiersdorf tatsächlich nur vier Werte, das erste halbe Jahr im grünen Bereich zu beenden. 

Damit schlossen 36 Werte das erste Halbjahr im Minus ab, das bei den Schlusslichtern ziemlich heftig ausfällt.

Zalando & Hellofresh: Online-Werte brechen am stärksten ein

Am stärksten hat es die noch Anfang der Corona-Pandemie von Rekordhoch zu Rekordhoch eilenden Online-Werte erwischt. 

Von Januar bis Juni verloren die Aktien des Online-Modehändlers Zalando rund 65 Prozent an Wert und kosten aktuell 24,96 Euro. Verantwortlich für die kräftigen Kursverluste war aber nicht nur das insgesamt schwache Gesamtumfeld und die hohe Bewertung der Aktien, sondern auch die Prognosesenkung von Zalando und die stark nachlassende Wachstumsdynamik. Vorbei scheinen vorerst die Zeiten, als Zalando jedes Quartal zweistellig zulegen konnte.

Ähnlich sieht es beim Kochboxversender Hellofresh aus: Während in der ersten Phase der Corona-Pandemie und den Lockdowns die Restaurants geschlossen blieben, boomten die Online-Essensbestellungen. Aber nachdem sich die Lage inzwischen wieder weitgehend normalisiert hat, verloren Hellofresh-Aktien im ersten Halbjahr 2022 rund 55 Prozent an Wert und kosten aktuell nur noch 30,85 Euro, nachdem Anleger zum Jahreswechsel noch bereit waren, für eine Aktie knapp 68 Euro zu bezahlen.

Positiver sieht es aber operativ bei Hellofresh aus, denn im ersten Quartal konnte das Unternehmen den Umsatz noch um 26 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro steigern.

Sartorius, Infineon & Puma: Lieferkettenprobleme, gestiegene Kosten und Corona-Lockdowns belasten

Nach den beiden Online-Werten im DAX folgt in der Verliererliste des ersten Halbjahres der Laborspezialist Sartorius, dessen Aktien 44 Prozent auf 333,40 Euro verloren haben.

Viertgrößter DAX-Verlierer ist der Münchner Chiphersteller Infineon mit einem Kursverlust von 43 Prozent auf 23,09 Euro. Infineon leidet besonders unter den massiven Problemen in den Lieferketten sowie den stark gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten.

Die Kostenexplosion spürt auch der Sportartikelhersteller Puma, dessen Aktien als fünftschwächster DAX-Wert von Januar bis Juni 41 Prozent auf 62,84 Euro verloren haben. Erschwerend kommt bei Puma noch hinzu, dass durch die harten Lockdowns in chinesischen Metropolen die Umsätze auf dem so wichtigen chinesischen Markt leiden.

Für die Anlegern bleibt die Hoffnung, dass das zweite Halbjahr deutlich besser ausfällt und sich die Lage von Gewinnern und Verlierern im besten Falle umkehrt. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

 

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