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Kaufe Aktien, wenn sie sonst niemand haben will, heißt es. Zalando bricht jetzt förmlich weg. Und notiert nur noch wenig über dem Preis von 21,50 Euro, zu dem die Aktie im September 2014 an die Erstzeichner ausgegeben wurde. Da muss man doch zugreifen … oder nicht?

Wollte man sich nur nach den aktuellen Einschätzungen der Analysten richten, wäre Zalando ein klarer Kauf. Aber das wäre die Aktie dann auch schon bei 40, 50 oder 60 Euro gewesen. Immer noch plädieren zwei Drittel der die Aktie des Online-Händlers beobachtenden Analysten für „Kaufen“. Und ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei 62 Euro. Doch man sollte sich besser nicht an diesen Einschätzungen orientieren, aus zwei Gründen:

Zum einen aktualisieren die Experten ihre Analysen und Einstufungen ja nicht alle paar Wochen. Viele der „Kaufen“-Ratings und der hohen Kursziele sind Monate alt. Zum anderen wissen die Analysten genau das auch nicht, was man gerne wissen würde, aber nun einmal nicht weiß: Wie heftig werden Umsatz, Marge und Gewinn bei Zalando durch die aktuelle Entwicklung unter Druck kommen? Und wie lange wird sich das hinziehen? Kann das zu lang anhaltenden, massiven Verlusten führen, so dass die Aktie selbst auf diesem Kursniveau noch zu teuer wäre … oder wird hier nicht längst massiv nach unten übertrieben?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Zalando Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Man kann so etwas definitiv nicht einschätzen. Und damit wird der Versuch, die Aktie „unten“ abzugreifen, zu einem nicht kalkulierbaren Risiko, einfach, weil man nicht weiß, ob, was nach „unten“ aussieht, auch wirklich „unten“ ist. Zwar ist Börse ohnehin immer ein Risiko und die Aktie ist, vergleichen mit ihrem Hoch vom Vorjahr bei 105,90 Euro, jetzt optisch „billig“. Aber man darf natürlich nicht vergessen: Wenn jemand bei 100 gekauft hat und die Aktie fiele jetzt noch auf 15 Euro weiter, würde das den Kohl bei dem sowieso schon zu Buche stehenden Riesen-Verlust auch nicht mehr fett machen. Kauft man indes bei 25 Euro und die Aktie fällt auf 15, ist das dann eben prozentual sehr wohl erheblich. Wenn, müsste man also konsequent eine Stückzahl wählen, bei der ein weiterer Abstieg der Aktie vom nominalen Verlust her zu verschmerzen wäre. Aber …

… ob man jetzt wirklich kaufen muss? Richtig ist schon, dass Einstiegschancen nahen, wenn die letzten Bullen kapitulieren. Was jetzt bei Zalando unübersehbar der Fall ist. Außerdem kann es sein, dass die Aktie gerade so extrem gedrückt wird, weil heute eine Abrechnung an der Terminbörse stattfindet und einige große Adressen bei Zalando so massiv schiefliegen, dass sie sich hedgen mussten, als das bisherige Jahrestief bei 29,91 Euro Anfang der Woche fiel. Das hätte die Aktie dann zusätzlich gedrückt und könnte kommende Woche wieder ausgeglichen werden, sprich Zalando könnte nach oben zurückfedern. Außerdem ist die Zalando-Aktie so extrem viel stärker als der DAX gefallen, dass man unterstellen könnte, dass man hier mit der Kapitulation schon durch ist, selbst, wenn der DAX weiter fiele.

All diese Argumente haben schon etwas für sich. Trotzdem greift, wer jetzt so nahe am einstigen Ausgabepreis der Aktie kauft, in ein fallendes Messer, von dem man nicht weiß, wie scharf es ist. Das ist wirklich nur etwas für erfahrene Trader, die mit dem trotz des billig wirkenden Kurses hohen Risiko weiterer Verluste zurechtkommen!

Zalando Aktie: Chart vom 16.06.2022, Kurs 24,91 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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