Relativ unbemerkt blieb heute angesichts der insgesamt sehr trüben „Großwetterlage“ an der Börse eine Meldung, die zu normalen Zeiten eine echte Schlagzeile gewesen wäre.

Vonvia übernimmt 20,5 Prozent der Anteile an der Adler Group

Bereits am 7. Oktober letzten Jahres hat Deutschlands größter Wohnimmobilien-Konzern Vonovia durch Ablösung eines Bankkredits der Aggregate Holdings Invest GmbH (kurz: Aggregate) ein Darlehen in Höhe von 250 Millionen Euro gewährt. Zur Besicherung dieses Darlehens waren von Aggregate die Aktien der Adler Group hinterlegt worden, nachdem die Aggregate Holdings Invest nach Angaben von Vonovia „eine vertraglich vorgesehene Barsicherheit nicht geleistet hat“. Das Ziel von Vonovia ist klar: der Konzern wollte sich damit vor einem Forderungsausfall schützen.

Wie Vonovia heute mitteilt, sind 20,5 Prozent der Aktien an der Adler Group, die bisher von der Aggregate Holdings Invest gehalten wurden, auf die Vonovia SE übergegangen. Damit wird Vonovia auf einen Schlag zum größten Aktien der zuletzt ins Straucheln geratenen Adler Group. Was Vonovia nun mit den Papieren macht (Halten, Verkauf oder vielleicht ein Teilverkauf?), hält sich das Management vorerst offen. Außerdem steht eine Ausübung von Stimmrechten aus den Aktien von Vonovia noch unter dem Vorbehalt einer Kartellamtsfreigabe.

Ob Vonovia über die nun erhaltenen Aktien der Adler Group und die neue Stellung als Großaktionär von Adler glücklich ist und ob man die Aktien lange behalten will, kann durchaus kontrovers betrachtet werden. Denn bei Adler ging es in den letzten Monaten überaus turbulent zu, was Ende letzten Jahres auch zu einem kräftigen Absturz der Aktien geführt hat.

Die Turbulenzen begannen Anfang Oktober 2021, als der durch den Wirecard-Fall inzwischen recht bekannte Shortseller Fraser Perring über seinen Research-Dienst Viceroy dem Konzern Betrug vorwarf und Adler-Aktien bis zu 40 Prozent einbrachen. 

So turbulent wie das letzte Jahr geendet hat, so verlief auch der Start ins neue Jahr, denn Ende Januar musste Adler die Veröffentlichung seines Jahresabschlusses verschieben. Der Grund dafür ist nach Unternehmensangaben die laufende Sonderuntersuchung zu den Vorwürfen von Viceroy, die noch bis ins zweite Quartal des Jahres andauern soll.

Die im SDAX gelisteten Aktien der Adler Group, die nach den Vorwürfen im letzten Jahr im Tief bis auf 8,58 Euro abrutschten, konnten sich seitdem nur wenig erholen und liegen mit aktuellen 11,12 Euro noch weit entfernt von ihrem Anfang 2021 erreichten Jahreshoch bei 29,72 Euro.

Vonovia-Aktien verlieren zum Handelsstart leicht und bauen Jahresminus weiter aus

Die im deutschen Leitindex DAX gelisteten Aktien von Vonovia starten heute mit einem kleinen Abschlag von 0,5 Prozent bei 45,58 Euro in den Handel, damit summieren sich die Kursverluste seit Jahresbeginn allerdings bereits auf rund sechs Prozent.

Dass man plötzlich Großaktionär bei der Adler Group ist, ändert daran aktuell auch nichts, denn die Kursfantasie bei Adler-Aktien ist momentan ziemlich überschaubar.

Vonovia-Aktie: Chart vom 22.02.2022
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