Weiter im Crash-Modus bleiben die Aktien des Reisekonzerns TUI. Heute starten die Papiere mit einem Abschlag von rund zehn Prozent bei 2,10 Euro in den Handel. Damit summieren sich die Kursverluste seit dem bisherigen Jahreshoch vom 16. Februar bei 3,55 Euro bereits auf über 40 Prozent. Seit ihrem vor genau einem Jahr erzielten Hoch im Jahr 2021 bei 5,27 Euro liegen die Aktien nun schon über 60 Prozent im Minus.

Dabei schöpften die Anleger erst im letzten Jahr wieder richtig Hoffnung, nachdem die Auswirkungen der Corona-Pandemie langsam in den Hintergrund rückten und operativ durch endlich wieder kräftig anziehende Urlaubsbuchungen Licht am Ende des Tunnels erschien.

Die Freude währte allerdings nur kurz, wie auch am aktuellen Aktienkurs abzulesen ist. Denn die Ukraine-Krise trifft TUI mit voller Wucht, vor allem, da der TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow, der immerhin 34 Prozent am Konzern hält, aus Russland kommt. Und da die Sanktionen gegenüber Russland und russischen Oligarchen immer härter werden, befürchten auch viele Anleger Auswirkungen auf TUI als Unternehmen sowie die Aktie.

Bereits im Februar hat Mordaschow, der außerdem größter Aktionär des russischen Stahlkonzerns Severstal ist, sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Und im Zuge der von der EU verhängten Sanktionen soll er auch nicht mehr über seine TUI-Aktien verfügen können, teilt TUI in einer Stellungnahme mit. Damit wäre es ihm auch nicht mehr möglich, eventuelle Gewinne durch seine Anteile an TUI zu erzielen.

Wie allerdings auch bekannt wurde, ist Alexej Mordaschow in den letzten Wochen – und damit – quasi in letzter Minute – nicht untätig gewesen und hat seine Anteile neu strukturiert, wie TUI bereits letzten Freitag Ad-hoc mitgeteilt hat. Demnach wurde TUI per Pflichtmitteilung darüber informiert, dass die Holding Unifirm Limited, über die Mordaschow bislang alle Anteile hielt, einen Anteil von 4,13 Prozent an die Severgroup LLC verkauft hat und Unifirm damit aktuell noch 29,87 Prozent aller TUI-Anteile hält. Außerdem wurde TUI mitgeteilt, dass alle von Mordaschow gehaltenen Anteile der Unifirm Limited an ein Unternehmen namens Ondero Limited verkauft wurden. 

Damit ist nun die Firma Ondero Limited größter Einzelaktionär von TUI, aber keiner weiß wirklich, wer hinter dieser Firma steckt und ob Mordaschow noch dazu gehört. Die neue Aktionärsstruktur beim Reisekonzern sorgt heute – neben der insgesamt herrschenden Ausverkaufsstimmung am Aktienmarkt – für zusätzliche Verunsicherung bei den Anlegern und TUI-Aktien beschleunigen ihren Abwärtstrend. Damit nähern sich die Papiere auch wieder gefährlich nah an ihr “Corona-Tief” aus dem Jahr 2020 an.

TUI-Aktie: Chart vom 07.03.2022
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