Ziemlich starke Nerven brauchten im vergangenen Jahr die Aktionäre des Remote-Software-Spezialisten TeamViewer. Nachdem die Aktien Anfang des Jahres noch bei 49,64 Euro ein neues Jahreshoch markieren konnten, ging es seitdem kräftig abwärts und zum Jahresende 2021 schlossen die Papiere mit 11,82 Euro rund 75 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Auf Jahressicht verloren TeamViewer im Jahr 2021 immer noch rund 70 Prozent an Wert.

Dabei gehörte TeamViewer eigentlich zu den großen Profiteuren der Corona-Krise. Denn durch die vielen Lockdowns und die zeitweise Homeoffice-Pflicht waren die Softwareprodukte des Unternehmens für Remote-Support, Fernzugriff und Videokonferenzen äußerst gefragt.

Und obwohl das Unternehmen weiterhin wächst, hielt die Geschäftsentwicklung vor allem im zweiten Quartal nicht mit den hohen Erwartungen der Anleger mit. Für echte Enttäuschung sorgte dann aber der eingeschlagene Marketingweg des Unternehmens, den viele Beobachter für viel zu teuer erachten. Denn um das Ziel zu erreichen, die Billings bis 2023 gegenüber 2020 (460 Mio. Euro) auf 1 Milliarde Euro mehr als zu verdoppeln, greift TeamViewer tief in die Kasse. Dafür hat TeamViewer einen Sponsoring-Vertrag mit dem englischen Premier League-Club Manchester United abgeschlossen und überweist dem Verein pro Jahr mehr als 46 Millionen Euro, um auf dessen Trikot zu erscheinen. Zudem ist TeamViewer auch noch Werbepartner beim Formel-1-Team von Mercedes-Benz. Als viel zu teuer bewerten viele Beobachter diese Marketingoffensiven, mit denen TeamViewer seine ehrgeizigen Wachstumsziele erreichen will.

TeamViewer verdient 2021 operativ mehr als erwartet

Etwas Genugtuung hinsichtlich der vielen Kritik zu den einzelnen Marketingaktivitäten und -ausgaben dürfte heute das Management von TeamViewer bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr erhalten.

Denn dank einer hohen Nachfrage im Enterprise-Geschäft und einem kontinuierlichen Billings-Wachstum liegt das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) mit 254 bis 257 Millionen Euro leicht über den Erwartungen.

Die Billings legten im abgelaufenen Geschäftsjahr um 19 Prozent auf 548 Millionen Euro zu und treffen damit exakt die Prognose (535 bis 555 Millionen Euro). Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 47 Prozent und damit leicht über der bisherigen Schätzung von 46 Prozent.

TeamViewer-Aktien starten mit Kurssprung in den Handel

Wie begierig die Anleger nach den Kursverlusten der letzten Monate auf jede gute Nachricht warten, zeigt heute die Reaktion an der Börse: TeamViewer-Aktien, die gestern bereits drei Prozent auf 11,55 Euro zulegen konnten, starten heute mit einem Kurssprung von rund zehn Prozent bei 12,75 Euro in den neuen Handel.

TeamViewer Aktie: Chart vom 12.01.2022
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