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Der Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck, der in den letzten zwei Jahren sein Geschäftsmodell stark auf die Elektromobilität und Ladesäuleninfrastruktur ausrichtet hat, hat heute seine Prognose für Umsatz und Ertrag im laufenden Geschäftsjahr präzisiert.

Verstärkte Konzentration auf das Geschäft mit Wallboxen und Ladesäuleninfrastruktur

Besonders heftig litt Heidelberger Druck unter den Veränderungen im digitalen Zeitalter sowie dem Siegeszug des Internets. Die konventionelle Druckbranche schwächelte, und damit auch Heidelberger Druck und dessen Geschäftsmodell. Über viele Jahre versuchte das Management, dem mit Restrukturierungen, Portfoliobereinigungen und Kostensparprogramme entgegenzuwirken, lange ohne Erfolg.

Mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Aktien von Heidelberger Druck, die von Kursen um die 45 Euro, die um die Jahrtausendwende noch bezahlt wurden, bis auf 0,48 Euro im vorletzten Jahr – und damit auf Pennystock-Niveau – abrutschten.

Die echte Trendwende begann dann vor rund zwei Jahren, als sich das Management dazu entschied, in den stark wachsenden Bereich Elektromobilität und der dazu erforderlichen Ladeinfrastruktur einzusteigen und mit selbst produzierten Wallboxen (also der Elektrotankstelle für zu Hause) am Markt startete.

Mit dieser Neuausrichtung des Konzerns kam nicht nur neuer Schwung in die Aktien, auch die präsentierten Geschäftsberichte sorgten zuletzt wieder für eine erheblich verbesserte Stimmung bei den Anlegern.

Heidelberger Druck blieb auf dem Gaspedal und kündigte Ende letzten Jahres die Übernahme der Ladesäulentechnik von EnBW an. Damit wagt der Konzern, der sich mit den seinen Wallboxen bislang eher an den Privatkunden richtete, den Schritt in den öffentlichen und halböffentlichen Bereich und kann zukünftig auch Ladesäuleninfrastruktur für kommunale Einrichtungen, Unternehmen oder öffentliche und private Parkplätze anbieten.

Erfolgreicher Abschluss des letzten Geschäftsjahres

Die erfolgreiche Neuausrichtung zeigt sich auch in den Zahlen für das zum 31. März 2022 abgeschlossene Geschäftsjahr 2021/2022. Der Konzernumsatz konnte um 14 Prozent auf 2,183 Milliarden Euro gesteigert werden und liegt damit auch leicht über dem Konzernziel von 2,1 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sprang um 68 Prozent auf 160 Millionen Euro. Dazu trugen neben der operativ besseren Geschäftsentwicklung auch Einmaleffekte aus dem Asset Management bei. Die EBITDA-Marge verbesserte sich deutlich auf 7,3 Prozent (Vorjahr: 5,0 Prozent).

Sehr erfreulich entwickelte sich auch der Auftragsbestand, der mit 900 Millionen Euro den höchsten Stand seit mehr als 10 Jahren erreicht (Vorjahr: 636 Millionen Euro).

Verhalten optimistischer Blick auf das laufende Geschäftsjahr

Trotz der vielen globalen Unsicherheiten ist das Management von Heidelberger Druck zuversichtlich, auch im laufenden Geschäftsjahr weiter zu wachsen.

Der Konzernumsatz soll im Geschäftsjahr 2022/2023 auf 2,3 Milliarden Euro steigen, die EBIT-Marge auf 8,0 Prozent steigen.

Aktien von Heidelberger Druck können leicht zulegen

Mit der erfolgreichen Neuausrichtung des Konzerns haben sich auch die Aktien von Heidelberger Druck wieder kräftig von ihren Tiefstständen erholt und Anfang 2022 bei rund drei Euro den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht.

Danach schalteten die Aktien in einem insgesamt eingetrübten Gesamtmarktumfeld aber wieder in den Rückwärtsgang und verloren in den letzten sechs Monaten fast 30 Prozent an Wert.

Die heute vorgelegte Wachstumsprognose wird von den Anlegern überwiegend positiv aufgenommen und Aktien von Heidelberger Druck legen im Handelsverlauf knapp ein Prozent auf 1,96 Euro zu.

Heidelberger Druck Aktie - Chart vom 09.06.2022

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