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Von 140 auf unter 40 Euro – und das in sechs Monaten. Das wirkt, als habe Eckert & Ziegler ein ernsthaftes Problem bei Umsatz und Gewinn. Aber das ist durchaus nicht der Fall, das Problem liegt woanders. Und es könnte noch eine Zeitlang weiter wirken. Um was geht es?

Die Zahlen, die der Strahlentechnik-Spezialist Eckert & Ziegler am Donnerstag vorlegte, waren zwar nicht gerade inspirierend, aber man hätte nichts anderes erwarten können. Höhere Material- und Energiekosten betreffen alle Branchen. Die Verfügbarkeit von Material auch, warum sollte das bei irgendeinem Unternehmen anders sein. Dementsprechend sah auch Eckert & Ziegler niedrigere Gewinnmargen als im Vorjahr:

Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 49,9 Millionen Euro zu und bewegt sich damit im Rahmen der bestehenden 2022er-Prognose, die Ende März einen Jahresumsatz um die 200 Millionen avisierte. Beim Gewinn hingegen läuft es nicht unbedingt überzeugend. Eckert & Ziegler erwartet für das Gesamtjahr einen Jahresüberschuss um die 38 Millionen. In den ersten drei Monaten kam mit 6,7 Millionen aber deutlich weniger als ein Viertel zusammen. Zudem liegt dieser Gewinn auch dann etwa fünf Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wenn man den damaligen Sondereffekt des Verkaufs eines Geschäftsteils herausrechnet. Damit fragen sich die Anleger, ob es gelingen kann, den Nettogewinn wie avisiert gegenüber 2021 um zehn Prozent zu steigern. Eine kritische Frage, zumal die Aktie zuvor viel zu hoch bewertet war.

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Expertenmeinung: Eckert & Ziegler gehörte zu den deutschen Aktien, die 2020 und 2021 zu Publikumslieblingen wurden, die jeder haben wollte und bei denen man die Bewertung komplett außer Acht gelassen hatte, weil man einfach die steigenden Gewinne wie mit dem Lineal in die Zukunft verlängerte. Und in der Tat hatte Eckert & Ziegler 2021 mit einem Gewinn von 1,67 Euro pro Aktie ein Rekordjahr erzielt und 56 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Nur war daraus am Hoch im September 2021 bei 141,40 Euro ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 85 aufgelaufen. Was zu rechtfertigen wäre, wenn der Unternehmensgewinn in diesem und den kommenden ein, zwei Jahren um 40 oder mehr Prozent pro Jahr zulegen würde. Aber das ist eben nicht so.

Die avisierten zehn Prozent Gewinnanstieg für 2022 sind ohnehin zu wenig für eine solche Bewertung. Und diesen Gewinnanstieg sieht man jetzt auch noch als fraglich an – und für das kommende Jahr kann man angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft ebenso wenig optimistisch sein. Und wenn der Gewinn nicht weiter zulegen sollte, wäre das nach diesem immensen Abstieg erreichte, derzeitige KGV von 21 nur angemessen, aber nicht billig. Und dieses KGV von 21 wäre ja auch nur dann gültig, wenn die Prognose eines um zehn Prozent steigenden Unternehmensgewinns eintreffen sollte.

Eckert & Zielger ist eine Aktie, bei der zu viele nach den Sternen griffen und sich dabei die Finger verbrannt haben. Viele, die mit Verlust ausgestiegen sind, fassen die Aktie nicht mehr an, das ist normal. Andere, die in der Verlustzone ausharren, wagen zu Recht nicht, in diesem völlig intakten Abwärtstrend zuzukaufen. Wo das endet, ist nicht absehbar, zumal da auch viele mittlerweile gezielt Short gehen dürften. Aber solange dieser im Chart (der, um die Dimension der Bewegungen besser einzuordnen, logarithmisch skaliert ist) hervorstechende Abwärtstrend intakt ist, wären Käufe riskant, auch auf diesem so billig wirkenden Niveau.

Eckert & Ziegler Aktie: Chart vom 12.05.2022, Kurs 39,42 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX
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