Weiterhin nicht zur Ruhe kommt der Motorenbauer Deutz: Wie der Konzern heute vorbörslich Ad-hoc mitteilt, scheidet der Vorstandsvorsitzende mit sofortiger Wirkung aus, außerdem hat der Aufsichtsrat auch einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

Aber der Reihe nach: Schon länger gibt es bei Deutz dem Vernehmen nach Diskussionen, den rein mit Männern besetzten Vorstand entsprechend der gesetzlichen Vorgaben auch mit einer Frau zu besetzen. Dabei ging es wohl ziemlich kontrovers zu, d.h. nicht alle konnten sich mit dieser Idee anfreunden und die Ansichten waren offenbar nicht konsensfähig.

Deshalb muss nun der bisherige Vorstandsvorsitzende Frank Hiller seinen Posten räumen, d.h. er ist gestern vom Aufsichtsrat abberufen worden und scheidet mit sofortiger Wirkung aus. Seinen Job soll vorerst der bisherige Finanzvorstand von Deutz, Sebastian Schulte, interimsweise weiterführen. Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat einen Prozess aufgesetzt, um die durch den Abgang des CEO bestehende Vakanz im Vorstand auf Basis des seit 2021 geltenden „zweiten Führungspositionen-Gesetzes“ mit einer Frau zu besetzen.

Außerdem teilt Deutz mit, dass der Aufsichtsrat in seiner gestrigen Sitzung Herrn Dr. Dietmar Voggenreiter zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt hat. Er folgt auf Herrn Dr. Bernd Bohr, der sein Amt niedergelegt hat, aber weiterhin als ordentliches Mitglied dem Aufsichtsrat von Deutz angehören wird.

Deutz zuletzt mit erfreulicher operativer Entwicklung und Einstieg von aktivistischem Investor

Während die Diskussionen um die Besetzung des Vorstandes von Beobachtern heftig kritisiert werden, lief es operativ wieder deutlich besser bei Deutz. Bereits im September letzten Jahres erhöhte der Vorstand seine Gesamtjahresprognose, die Ergebnisse des 3. Quartals 2021 bestätigten zudem diesen Trend.

Von Juli bis September 2021 konnte Deutz den Konzernumsatz um 31 Prozent auf 403 Millionen Euro steigern, der Auftragseingang legte sogar um über 50 Prozent 485 Millionen Euro zu. Unterm Strich konnte Deutz einen Quartalsgewinn von über 10 Millionen Euro erwirtschaften, nachdem in der vergleichbaren Vorjahresperiode noch ein Verlust von über 52 Millionen Euro in den Büchern stand.

Weniger erfreulich war dagegen Ende letzten Jahres der Einstieg des niederländischen aktivistischen Investors Ardan Livvey, der sich mit rund fünf Prozent an Deutz beteiligte und auf einer außerordentlichen Hauptversammlung dem Vorstand von Deutz das Vertrauen entziehen wollte.

Deutz-Aktien vor deutlich schwächerem Handelsstart

Die im SDAX gelisteten Deutz-Aktien haben seit Jahresbeginn bis einschließlich letzten Freitag deutlich um über elf Prozent auf 5,80 Euro verloren. 

Die Meldung über den Wechsel im Vorstand kommt heute bei den Anlegern nicht gut an, diese trennen sich weiter von Deutz-Aktien und die Papiere verlieren zum Handelsstart mehr als vier Prozent auf aktuelle 5,54 Euro.

Deutz Aktie: Chart vom 14.02.2022
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