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Am Mittwoch legte der Technologie- und Reifenkonzern Continental vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal vor. Der Konsens der Kommentare lautete zwar „besser als erwartet“. Aber das wird für eine echte Wende nicht reichen, denn „gut“ waren diese Zahlen trotzdem nicht.

Man kann es sich schon langsam zur Regel machen: Immer, wenn ein Unternehmen vorläufige Zahlen abliefert und diese nicht mit dem Vorjahreszeitraum ins Verhältnis setzt …was ja, wenn sich die Anleger ein Bild machen sollen, sinnvoll wäre … sondern mit den Analystenschätzungen, sollte man genauer hinsehen. So auch in diesem Fall.

Continental meldete im Vorfeld des eigentlichen Quartalsbilanz-Termins am 9. August, dass der Umsatz im Frühjahrsquartal bei 9,4 Milliarden Euro gelegen habe, während die Experten im Schnitt von 9,2 Milliarden ausgegangen seien. Zudem läge die bereinigte EBIT-Marge (d.h. die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen) bei 4,4 Prozent, während die Schätzungen im Schnitt 4,2 Prozent betragen hätten. Das klingt gut. Aber ist es das auch?

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Expertenmeinung: Im zweiten Quartal 2021 hatte der Umsatz mit 9,91 Milliarden Euro zwar nicht allzu viel höher gelegen. Aber die EBIT-Marge schon, die hatte da 7,2 Prozent erreicht. Auch, wenn man da Sondereffekte nicht mit hineinrechnen kann und damit die Berechnung Umsatz geteilt durch EBIT-Marge ein bisschen ungenau ist: Grob gerechnet hieße das, dass der Gewinn vor Steuern und Zinsen gegenüber dem Vorjahresquartal um etwa 42 Prozent niedriger ausfiel. Und da bleibt einem ein „besser als erwartet“ dann schon im Hals stecken.

Vor genau einem Jahr hatte die Continental-Aktie um 100 Euro notiert, jetzt liegt sich knapp 30 Prozent niedriger. Weniger also, als der Gewinn zurückgekommen ist. Das ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber sie reicht, um klar zu machen: „Billig“ kann die Aktie damit jetzt eigentlich eher nicht sein. Zumal man ja noch keinerlei Kommentar zu den Perspektiven im angelaufenen zweiten Halbjahr abgegeben hat, das, darf man vermuten, eher schwieriger wird als das erste.

Bei genauem Hinsehen wären diese Vorabdaten also kein Argument für eine mittelfristig relevante Aufwärtswende der Aktie. Und das Chartbild, zumindest bislang, gäbe das auch nicht her:

Was aussieht wie eine solide Bodenbildung, könnte leicht mit einem Ausbruch nach unten enden. Denn solange der Kurs nicht über die ebenso wichtige wie massive Widerstandszone zwischen 76,40 und 82,36 Euro gelaufen ist, wäre das, was die Aktie da seit einigen Wochen veranstaltet, nur eine „bear flag“, eine Konsolidierung innerhalb eines Abwärtstrends, die zumindest in der Mehrzahl der Fälle damit endet, dass ein Ausbruch nach unten den Trend fortsetzt. Da müssten sich die Bullen also noch ziemlich strecken … und die gestrigen Vorab-Zahlen sind dafür kein wirklich zwingendes Argument.

Continental-Aktie: Chart vom 20.07.2022, Kurs 71,30 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX
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