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Eine ist zumindest hoch wahrscheinlich: Viele Branchen werden dem Sog aus steigenden Zinsen, einer hohen Inflation, Verbrauchern auf dem Rückzug und fortbestehenden Lieferproblemen nicht entkommen. Aber die Medizintechnik-Branche könnte zu den wenigen gehören, die sich relativ gut halten. Und Fakt ist: Nachdem sich der Kurs der Carl Zeiss-Aktie seit dem Rekordhoch vom vergangenen Herbst nahezu halbiert hatte, ist im Kurs eine Menge Krise eingepreist … und eventuell mehr, als es am Ende werden wird.

Noch wissen wir nicht, wie das jetzt endende zweite Quartal gelaufen ist. Bislang haben wir nur die Ergebnisse des ersten Kalenderquartals (bei Carl Zeiss das zweite Geschäftsjahresquartal) und einen Mitte Mai bestätigten Ausblick auf das am 30.9. endende Geschäftsjahr, der ein moderates Gewinnwachstum erwarten lässt … das sich, wenn es nach den Erwartungen der Analysten geht, 2023 und 2024 fortsetzen wird. Warum also sollte diese Aktie auf diesem tiefen Niveau bleiben?

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Expertenmeinung: Die Analysten sind nicht mehr so einheitlich optimistisch als sie es waren, als die Aktie auf neue Rekorde gelaufen war, aber dass man da eher der Entwicklung folgt als antizyklische Empfehlungen auszusprechen, ist normal. Doch obwohl es derzeit sogar einzelne Verkaufen-Empfehlungen gibt, liegt das niedrigste Kursziel bei 101 Euro, im Schnitt sehen die Analysten die Aktie bei gut 160 Euro. Was vom momentanen Niveau aus einiges an Aufwärtspotenzial bedeuten würde. Aber so einfach wird es nicht laufen.

Immerhin war Carl Zeiss Meditec zwar auch, aber nicht nur durch den Sog des Gesamtmarkts so weit gefallen. Ein Damoklesschwert für die Käuferseite bleibt: die Bewertung. Denn es gab zwar im Geschäftsjahr 2020/2021 einen gewaltigen Sprung des Unternehmensgewinns um über 90 Prozent, aber bei dieser Größenordnung bleibt es ja nicht. Für die kommenden Jahre inklusive des laufenden sieht man nur noch eine Rate zwischen 10 und 15 Prozent beim Gewinnwachstum. Dafür wäre dann ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 30 gerechtfertigt. Aber es liegt, vorausgesetzt, es bleibt beim aktuell avisierten Gewinnwachstum für 2021/2022, bei knapp 40. Immer noch zu hoch also. Was hieße: Wirklich normal bewertet wäre diese Aktie eigentlich eher im Bereich um 80 Euro. Haben die Bullen also keine Chance?

So einfach ist das auch wieder nicht. Die Auswahl an Aktien, deren Unternehmen in diesem insgesamt so bärischen Umfeld mit steigenden Unternehmensgewinnen aufwarten können, ist klein. Und wenn sich das Kapital auf diese wenigen, womöglich „rezessionsresistenten“ Aktien konzentriert, könnte auch eine höhere Bewertung längere Zeit halten. Also?

Wer risikofreudig ist, könnte sich überlegen, die Aktie mit einem engen Stoppkurs knapp unter dem Mai/Juni-Tief (104,55/104,75 Euro) abzugreifen und einen solchen Trade auszubauen, falls es gelingt, die Januar-Abwärtstrendlinie mit Schlusskursen über 125 Euro zu bezwingen. Das wäre aber in der Tat nur etwas für Trader, die sich des Risikos bewusst sind, in einem insgesamt abwärts weisenden Markt einen Long-Trade einzugehen!

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Chart vom 24.06.2022, Kurs 114,15 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX
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