Die Ukraine-Krise bleibt weiterhin das bestimmende Thema, nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich. Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Sanktionen gegen russische Finanzinstitute erste Wirkungen zeigen. Und der Ausschluss aus dem Swift-Zahlungsverkehr könnte den Druck nochmal kräftig erhöhen. Heute melden verschiedene Medien, dass die Sberbank Europe AG, zu hundert Prozent im Besitz der zweitgrößten russischen Bank Sberbank Russland, insolvent sein könnte.

Ein anderer, vermutlich in den nächsten Wochen und Monaten noch stärker vom Krieg und möglichen Sanktionen betroffener Bereich, ist die Öl- und Gasbranche, eine Kernindustrie Russlands. Und auch hier gibt es heute zu Wochenbeginn Nachrichten, die in dieser Form vermutlich nie für möglich gehalten worden wären.

BP trennt sich komplett von seinem Rosneft-Anteil

Denn der britische Energiekonzern BP gibt heute bekannt, dass man sich vollständig vom rund 20-prozentigen Anteil am russischen Mineralölunternehmen Rosneft trennt. BP begründet den Schritt mit der Invasion Russlands, die beim Konzern „eine fundamentale Neuausrichtung“ im Verhältnis beider Konzerne ausgelöst hätten. Aber auch ein nicht unerheblicher politischer Druck dürfte der Grund für die Entscheidung gewesen sein.

BP hatte den Anteil von 19,75 Prozent an Rosneft bereits 2013 erworben und in den letzten Jahren recht erfolgreich mit Rosneft zusammengearbeitet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters macht Rosneft in etwa die Hälfte der Öl- und Gasreserven von BP aus. Der Verkauf des Rosneft-Anteils dürfte bei BP zu Abschreibungen auf den Firmenwert von Rosneft von bis zu 25 Milliarden US-Dollar führen, die sich aus einer nicht zahlungswirksamen Fremdwährungsbelastung von 11 Milliarden US-Dollar und einer nicht zahlungswirksame Belastung für den Buchwert von Rosneft von 14 Milliarden US-Dollar zusammensetzt.

Das BP-Management teilt außerdem heute mit, dass sich die Entscheidung nicht auf die kurz- und langfristigen finanziellen Ziele im Rahmen der Strategie, von fossilen Brennstoffen auf Erneuerbare Energien umzusteigen, auswirken wird.

Mit der Trennung vom Rosneft-Anteil wird auch BP-Vorstandschef Bernard Looney seine Position als Verwaltungsratschef von Rosneft aufgeben.

BP-Aktien geben zum Handelsstart deutlich nach

Die u.a. im FTSE-100 und im Euro Stoxx 50 gelisteten Aktien von BP profitierten in den letzten Wochen von den kräftig gestiegenen Öl- und Gaspreisen und verteuerten sich seit Jahresbeginn um rund fast 15 Prozent auf den letzten Freitag erreichten Wochenschlusskurs von 4,52 Euro.

Die Meldung über die milliardenschwere Abschreibung auf den Rosneft-Anteil und den damit auch versiegenden Zugang zu Öl- und Gasreserven in Russland sorgen aber heute zum Start in die neue Handelswoche für deutliche Abschläge, BP-Aktien verlieren in den ersten Börsenminuten rund sechs Prozent auf 4,25 Euro.

BP-Aktie: Chart vom 28.02.2022
Von fallenden Kursen profitieren

An der Börse geht es nicht immer nur aufwärts, oft gibt es auch Phasen mit fallenden Kursen und hoher Volatilität. Um auch auf eine negative Marktentwicklung zu spekulieren, können Sie mit einem Depot über LYNX Wertpapiere nicht nur kaufen, sondern auch short gehen. Jetzt informieren: Leerverkauf

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Torsten Pinkert
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.