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Würde die Aktie des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD), an das Ende November markierte Rekordhoch bei 164,46 US-Dollar laufen, hätte man vom aktuellen Kursniveau aus ein Gewinnpotenzial von 60 Prozent. Das ist verlockend. Aber ist es auch realistisch?

Würden die Analysten Recht behalten, wird der Gewinn von AMD in den kommenden Jahren wie auf Schienen steigen. Käme es so, wäre die Aktie jetzt nicht günstig bewertet, nein, sie wäre außergewöhnlich billig. Ein Schnäppchen fast. Würde der Gewinn des Halbleiterunternehmens 2022 bei 4,33 US-Dollar pro Aktie liegen, was derzeit dem Durchschnitt der Analystenschätzungen entspricht, würde man ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 30 annehmen, das in einem Wachstumsumfeld noch eher moderat wäre, wäre die Aktie bei 130 US-Dollar fair bewertet, ein Ausflug in Richtung 150 US-Dollar und höher allemal drin. Die Frage ist nur:

Werden die Analysten Recht behalten, die derzeit hier „Kaufen“ empfehlen und im Schnitt ein Kursziel von 135 US-Dollar ausloben? Oder liegen vielleicht doch die wenigen unter ihnen richtig, die hier Kursziele unter 100 US-Dollar sehen? Das niedrigste läge derzeit immerhin nur bei 80 US-Dollar. Dass die AMD-Aktie überhaupt so weit gefallen ist, macht eines klar:

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Expertenmeinung: Die Anleger sind sehr skeptisch geworden. Was nicht nur an der psychologischen Wirkung eines Abwärtstrends liegt. Die Argumente, die diejenigen ins Feld führen, die bei AMD „Halten“, vereinzelt sogar „Verkauf“ empfehlen, sind nicht aus der luft gegriffen. Denn da sagt man sich: Ja, AMD weiß heute vor lauter Chipnachfrage nicht wohin. Ja, man erzielt hervorragende Renditen. Aber wie lange noch?

Wer hier in den vergangenen Monaten ausgestiegen ist, tat nichts anderes als nach vorne zu sehen. Nach Boom kommt Baisse, nach einer Nachfrageflut die Flaute. Noch sehen wir im Bereich Unterhaltungselektronik, Maschinenbau, Autoindustrie, letztlich überall, wo Chips vonnöten sind, diese „Bugwelle“ an hektischen, vorweg genommenen Käufen, die mit einer ausufernden Inflation einhergehen. Das pusht den Umsatz und lässt die Gewinnmargen der Chiphersteller rasant steigen. Aber eben dieses Phänomen führt dann über kurz oder lang dazu, dass die Nachfrage drastisch sinkt, Überkapazitäten entstehen, die Margen in den Keller rutschen. Dass viele Analysten das nicht zur Kenntnis nehmen, ist eher die Regel als die Ausnahme. Die Frage ist jetzt: Sind diejenigen Trader, die das auch einfach vom Tisch wischen und AMD als Schnäppchen deklarieren, in der Mehrheit?

Denn nur dann wird aus dieser sehr sauber und solide wirkenden Bodenbildung, die die Aktie seit Mitte April zeigt, auch die Aufwärtswende. Denn die Charthürden, die wirklich etwas darstellen und an denen die Short-Seller erneut antreten könnten, die kommen alle erst noch: die beiden mittelfristigen Abwärtstrendlinien und die 200 Tage-Linie, dich gestaffelt bei aktuell 105,25, 113,10 und 117,10 US-Dollar. Solange AMD diese Zone nicht überwunden hat, ist die Wende eine Chance und nicht mehr als das. Bis dahin wäre man auf der Long-Seite noch auf dünnem Eis unterwegs, d.h. es wäre besser, hier charttechnische Fakten abzuwarten, statt einem mittelfristig bullischen Signal in Form eines Schlusskurses über der 200-Tage-Linie vorzugreifen.

AMD-Aktie: Chart vom 27.05.2022, Kurs 102,26 US-Dollar, Kürzel AMD | Online Broker LYNX
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