Die Aktie des Anlagenbauers Aixtron hatte vor einer Woche einen Riesensatz nach oben gemacht, traf aber knapp unterhalb des 2021er-Hochs auf Verkäufe. Das war ein Warnsignal. Gestern kamen Quartalszahlen – und die Reaktion darauf produzierte das zweite Warnsignal.

Das las sich alles tadellos, was der für die Halbleiterindustrie produzierende Anlagenbauer Aixtron da vorlegte. Der Umsatz war gegenüber dem Vorjahresquartal von 49,5 auf 88,6 Millionen Euro gestiegen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag bei 14,2 Millionen Euro nach -0,7 Millionen ein Jahr zuvor, der Nettogewinn stieg von 3,8 auf 13,8 Millionen Euro.

Daraufhin wurde der bisherige Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt: Der Umsatz soll zwischen 450 und 500 Millionen Euro liegen (2021: 429 Millionen), die EBIT-Gewinnmarge sieht man zwischen 21 und 23 Prozent nach 23,1 Prozent im Vorjahr. Was je nachdem zwar bedeuten kann, dass der Gewinn gegenüber 2021 nicht zulegt, aber immerhin. Und Aixtron ließ die Investoren zudem wissen, dass die meisten Zulieferer des Unternehmens aus Westeuropa kommen und die Liefersituation daher stabil sei. Also kein Materialmangel, das ist schon mal gut. Aber die Anleger „goutierten“ Zahlenwerk und Ausblick trotzdem nicht mit Käufen, die Aktie kassierte am Donnerstag ein Minus von 3,17 Prozent. Warum?

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Expertenmeinung: Die wahrscheinlichste Erklärung ist eine Kombination aus dem Blick nach vorne und der Charttechnik. Dass es bei Aixtron derzeit perfekt läuft, ist angesichts des weltweiten, immensen Chipbedarfs nicht überraschend. Die Halbleiterindustrie versucht, ihre Produktionskapazität schnell hochzufahren. Und Aixtron baut Anlagen, die für die Chipproduktion wichtig sind. Aber was wird sein, wenn diese höheren Kapazitäten aufgebaut sind? Vor allem, wenn die Nachfrage dann sinkt? Würden die Neuaufträge für Aixtron dann nicht wegbrechen, die Gewinne in den Keller rauschen?

Es ist zu vermuten. Da das Auftragsbuch noch gut gefüllt ist, wird man das 2022 noch nicht zu spüren bekommen. Aber dafür könnten schon die gestiegenen Material- und Energiekosten negativ wirken. Dass Aixtron bislang kein Problem hat, die nötigen Materialien zu bekommen, ist zwar positiv. Aber deswegen sind die ja nicht davon ausgenommen, teurer zu werden.

Hinzu kam zweifellos, dass die Aktie den Kurssprung der vergangenen Woche, als man auf eine drastische Kursziel-Anhebung eines Analysten reagierte, nicht mit einem bullischen Signal krönen konnte, sondern im Gegenteil genau da abdrehte, wo es darauf angekommen wäre: Am Widerstand des 2021er-Hochs bei 26,60 Euro. Als dann heute erneut keine Käufe aufkamen und der potenziell positive Effekt der Bilanzvorlage dadurch verpuffte, stellten viele wohl zu Recht fest: Wenn das die Aktie nicht zu einem neuen Anlauf an den Widerstand bei 26,60 Euro bringt, wird ein solcher Anlauf wohl auch vorerst nicht kommen.

Daher sollte man jetzt aufpassen, denn dadurch testete die Aktie gestern bereits den kurzfristigen Leistrahl der Aufwärtsbewegung bei 22,20/22,65 Euro. Sollte Aixtron da durchrutschen, geht es sofort um die „Grenzzone“ im Bereich 19,85/20,35 Euro, die die obere und untere Hälfte der Handelsspanne seit Frühjahr 2021 trennt. Sollte Aixtron darunterfallen und damit in die untere Hälfte der Kursspanne absteigen, dürfte es knifflig werden, den Kurs wieder in den oberen Bereich zurück zu bringen.

Aixtron-Aktie: Chart vom 05.05.2022, Kurs 23,55 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX
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