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Der angeschlagene Immobilienkonzern Adler Group, dem im April die Wirtschaftsprüfer von KPMG das Testat für den Jahresabschluss 2021 verweigerten, hat heute Zahlen für das abgelaufene erste Quartal vorgelegt und sieht insgesamt eine „solide operative Entwicklung im ersten Quartal 2022“.

Die Anleger schöpfen neue Hoffnung und spekulieren auf einen Turnaround, Adler-Aktien starten heute erneut mit kräftigen Kursplus in den Handelstag.

Nettomieterträge und operatives Ergebnis fallen zurück – EBITDA-Marge steigt

Wie Adler vorbörslich mitteilt, lag das flächenbereinigte Mietwachstum 2,1 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert, die Leerstandrate lag mit 1,2 Prozent auf einem weiterhin konstant niedrigen Niveau.

Von Januar bis März 2022 gingen die Nettomieterträge um 15,6 Prozent auf 71,1 Millionen Euro zurück (Q1/2021: 84,3 Millionen Euro). Dabei verweist Adler auf das deutlich kleinere Portfolio, da 15.500 Wohneinheiten in 2021 an die LEG Immobilien veräußert wurden, was dringend benötigtes Cash in die Kassen des hoch verschuldeten Konzerns brachte. Der Verkauf weiterer 14.400 Wohneinheiten an KKR/Velero hatte dagegen noch keine Auswirkungen auf die Mieterträge im ersten Quartal.

Der für Immobilienunternehmen wichtige Funds from Operations (FFO1) aus der Vermietung ging gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,1 Prozent auf 29,7 Millionen Euro zurück (Q1/2021: 32,3 Millionen Euro). Pro Aktie fiel der FFO1 damit auf 0,25 Euro (Vorjahr: 0,28 Euro).

Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) aus der Vermietung sank um 10,3 Prozent auf 48,6 Millionen Euro (Q1/2021: 54,2 Millionen Euro). Aufgrund des reduzierten Portfolios verbesserte sich die EBITDA-Marge sogar auf 68,5 Prozent (Q1/2021: 64,3 Prozent).

Die Bewertung der Portfolios der Adler Group legte im 12-Monatsvergleich (auf flächenbereinigter Basis) um 8,6 Prozent zu, der Fair Value lag mit 3.060 Euro pro Quadratmeter ca. 58 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert.

Aufgrund des bereits beschriebenen Verkaufs von Wohneinheiten hat sich die Liquiditätslage der Adler Group im ersten Quartal 2022 um ca. 200 Millionen Euro verbessert und betrug per 31. März 2022 ca. 760 Millionen Euro.

Gesamtjahresausblick wird bestätigt

Für das laufende Geschäftsjahr 2022 erwartet die Adler Group unverändert Nettomieterträge von 203 bis 212 Millionen Euro und ein FFO1 in einer Bandbreite von 73 bis 76 Millionen Euro.

Aktie der Adler Group geben anfängliche Gewinne wieder ab

Erleichtert reagierten die Anleger anfänglich auf die weniger schlimm als erwartet ausgefallenen Zahlen und auf den bestätigten Gesamtjahresausblick. 

Die im SDAX notierten Aktien der Adler Group, die in den letzten 12 Monaten mehr als 80 Prozent an Wert verloren haben, konnten bereits gestern gut acht Prozent auf 4,50 Euro zulegen. Die „Erleichterungsrallye“ setzt sich zum Handelsstart fort, denn die Papiere starten mit einem Kursplus von knapp fünf Prozent bei 4,65 Euro in den Handel.

Danach setzte aber bereits wieder Skepsis ein und die Aktien fallen zurück und verlieren 1,3 Prozent auf 4,42 Euro.

Gespannt auf die weitere Entwicklung des Aktienkurses dürfte auch der Immobilienkonzern Vonovia blicken, der mit rund 20 Prozent größter Einzelaktionär der Adler Group ist.

Adler Group: Bringen die Quartalszahlen jetzt die Trendwende?

 

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