Weizen / Wheat – kommt endlich der Preisaufschwung?

Der in Chicago gehandelte Weizen (SRW) hat kurz nach den neuen Zahlen des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (amtl. United States Department of Agriculture, abgekürzt USDA) eine kräftige Kursbewegung hingelegt. Die Hoffnung ist groß, dass dies den Beginn eines neuen Aufwärtstrends darstellt. Die Preise befinden sich bereits seit Juli 2013 nur noch im Abwärtstrend. Zwar gab es immer einige starke Gegenbewegungen, doch diese dauerten nicht länger als vier Wochen. Aktuell können wir Weizen für unter USD 4,50 pro Bushel kaufen. Ein Kontrakt beinhaltet 5.000 Bushels. Dies sind rund 136 Tonnen Weizen für etwa USD 22.500. Im Juli 2013 befand sich der Preis für 136 Tonnen Weizen noch bei rund USD 45.000. Dies zeigt, wie preiswert der Weizen aus Chicago aktuell ist. Werfen wir jetzt einen Blick auf die neuen Zahlen aus dem CoT Report.

CoT Report zu Weizen (Chicago)

CoT-Report-Weizen

Die Insider (Producer/Merchant/…) sind netto Short und sichern sich somit diese niedrigen Preise ab. Dies überraschte sogar mich. Doch auch das Big Money – die Trendtreiber  – setzen auf fallende Kurse. Offenbar reichte die letzte Meldung eben nicht aus, um hier eine Trendwende zu erzeugen.

Was sind die Gründe für diesen tiefen Weizenpreis?

So ganz genau werden wir es nicht erfahren. In meinen Augen sind es verschiedene Gründe:

Russland ist die neue Nummer 1 der Weizenanbauer in der Welt. Der niedrige Rubel-Kurs und steigende Investitionen in diesen Sektor, haben es möglich gemacht. Russland exportiert wieder so viel Weizen wie zu Zeiten des Zaren.
Russland exportiert aktuell Weizen an den größten Käufer der Welt – Ägypten und konnte in einigen anderen neuen Ländern Fuß fassen.
Die Kosten für russischen Weizen liegen ungefähr 50% unter dem der USA.
Die Stärke des US-Dollars erschwert das Ganze noch. US-Weizen ist einfach zu teuer und der Transport ins Zielland dauert häufig viel zu lang.

Damit kommt, was kommen muss bei den Rohstoffen: Die Farmer wechseln auf andere Produkte um. Die Zahlen zeigen es an: Die Anbaufläche des US-Winterweizens entspricht aktuell der Größe des Jahres 1908 und somit der zweitniedrigsten Anbaufläche seit den Aufzeichnungen der USA.

CoT Chart zu Weizen

Sehen wir uns jetzt den CoT Chart zu Weizen an.

Die Preise nach oben haben bei 440 Cent einen Widerstand und nach unten kann es ohne Probleme bis auf 390 Cent gehen. Das sieht nach viel aus, ist es aber nicht. Von 1998 bis 2001 lagen die Preise sogar unter der Marke von 300 Cent. Anders gesagt, wir konnten damals 136 Tonnen Weizen für 15.000 USD kaufen. Somit sehen die Farmer einen möglichen Verlust von rund 7.500 USD pro Kontrakt. Kein Wunder also, dass diese Gruppe Short Positionen bei diesem Umfeld hält.

Weizen (SRW) aus Chicago  

CoT-Report_Wheat_Chicago
CoT-Report_Wheat_Chicago-cot

Ausblick

Das ganze Marktumfeld ist negativ eingestellt. Sowohl die Meldungen, aber eben auch die CoT Zahlen zeigen es deutlich an. Aktuell ist eher eine Fortsetzung nach unten möglich, als eine Trendwende nach oben.

Ich erwarte, dass die Preise bis Mitte des Jahres weiter Schwäche zeigen. Erst ab Ende Juni kann sich ein Aufwärtstrend bilden. Nur davon sind wir aktuell noch weit entfernt. Geld verdienen ist demzufolge mit einer Short Position wahrscheinlicher, auch wenn sich die Preise aktuell bei diesem Umfeld sehr volatil verhalten.

Besser sieht es dagegen mit einer Spread Position aus – Alte Ernte gegen Neue Ernte. Bei diesem Spread setzen wir im Dezember-Kontrakt auf steigende Kurse und im Mai auf fallende Kurse. Diese Art von Trading ist jedoch nur für erfahrene Händler geeignet und beinhaltet einige Risiken. So lag zum Beispiel diese Spread Idee 2012, 2013 und 2014 im Minus. Eröffnen sie daher nur eine Position, wenn Ihnen die Risiken vollständig bewusst sind. Was ist der größte Einzelverlust? Wie groß ist die längste Verlustserie und wie sehen die Marktschwankungen aus? Erst wenn Sie diese Fragen auch beantworten können, könnten Sie die nächsten Schritte planen.

CoT Report

Kurz vor US-Börsenschluss wird jede Woche um 21:30 Uhr der Commitments of Traders Report (CoT-Bericht) der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlicht. Die grafisch aufbereiteten COT-Daten bekommen Anleger auf der Seite Commitments of Traders Report von LYNX tagesaktuell zur Verfügung gestellt.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

Mike C. Kock

Mike C. Kock

Trader, Analyst und Autor

Mike C. Kock ist Jahrgang 1965 – Trader, Analyst und Autor. Im Frühjahr 2008 erschien sein Buch „25 Märkte – 100 Chancen“, ein Grundlagenwerk über Rohstoffe und deren erfolgreicher Handel. Er ist seit mehreren Jahren freier Referent für Banken in den Bereichen Derivate, Strukturierte Produkte und Portfoliomanagement. Als ehemaliger Regionalmanager des Berufsverbandes der Technischen Analysten der VTAD e.V. kennt er die Schwächen der TA – sie ist eben keine klare Wissenschaft und jeder Ansatz hat seine Risiken. Langfristiger Gewinn ist nur durch striktes Risiko Management möglich.

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