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Dow Jones: Trump schimpft – aber das hilft nichts

Am Mittwoch sackte der Dow Jones über 800 Punkte weg, gestern kamen noch einmal fast 550 Punkte Minus hinzu. Und das, obwohl der US-Präsident sofort den Schuldigen ausmachte: Die US-Notenbank, kurz „Fed“ sei schuld. Die sei verrückt geworden, die Zinsen so schnell so weit anzuheben.

Davon mal abgesehen, dass das alleine deswegen niemand zum Einstieg animieren könnte, weil die Leitzinsen trotzdem dort bleiben, wo sie sind, dürfte das Gros der Investoren sehr wohl wissen, dass die „Fed“ nur ihre Arbeit macht. Das Wachstum ist stark, zumindest auf dem Papier. Und die Inflation kratzt an der Drei-Prozent-Marke – das ist zu hoch, die Zielzone liegt um zwei Prozent.

Dass die „Fed“ daher die Leitzinsen anhebt, steht quasi so im Regelwerk. Und das Tempo ist durchaus moderat, keineswegs untypisch schnell. Es sei denn, die US-Notenbank würde mitteilen, dass sie die Leitzinsen nicht schnell anheben könne, weil dieses Wachstum vor allem auf Pump finanziert ist, die US-Wirtschaft daher äußerst fragil daherkommt und selbst moderate Zinsanhebungen dazu führen könnten, dass das Kartenhaus zusammenbricht. Was hieße, Donald Trump eine fatal falsche Politik zu unterstellen. Dann hätte man den Präsidenten wohl ganz anders toben sehen. So gesehen:

Die „Fed“ ist nicht schuld. Es gibt genug Risiken, allen voran der Handelskrieg, die monatelang ignoriert wurden – und das trotz einer untypisch hohen Bewertung des US-Aktienmarkts. Hinzu kommt die fehlende Marktbreite: Auch auf Höhe neuer Rekorde des Dow Jones und der anderen wichtigen US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 100 notiert gerade einmal knapp die Hälfte der an der New York Stock Exchange notierten Aktien über ihrer 200-Tage-Linie. Und die meisten Anleger sind sich all dessen sehr wohl bewusst. Aber:

Expertenmeinung: Sie blieben eisern dabei, weil sie davon ausgingen, dass Risiken, die keine unmittelbar negative Wirkung zeitigen, das auch weiterhin nicht werden und man darüber hinaus immer noch zu guten Kursen aussteigen könnte, wenn man sieht, dass ein Topp erreicht sei. Womit man jetzt indes eher spät dran ist. Denn wie zuletzt an dieser Stelle bereits hervorgehoben, hat der Dow Jones im Vorfeld gleich zwei „Evening Stars“, bärische Formationen im Candlestick-Chart, ausgebildet.

Das alte Rekordhoch vom Januar ist längst unterboten – aber der eigentliche Druck begann dennoch erst Tage später. Offenbar hatte man sich so sehr daran gewöhnt, dass irgendjemand den Index schon wieder nach oben ziehen wird, dass man zunächst nicht reagierte. Jetzt notierte der Dow Jones im Tagestief 2.000 Punkte unter seinem gerade erst am 3. Oktober erzielten, neuen Verlaufsrekord und zudem schon wieder an der 200-Tage-Linie. An der Linie, die in diesem Jahr schon dreimal getestet wurde, zuletzt im Juni/Juli.

Dass der Dow Jones jetzt schon wieder dort angekommen ist und damit dem bisherigen Jahres-Verlaufstief auf einmal näher ist als dem Niveau, das er vor zwei Wochen erreicht hatte, dürfte nicht wenige nervös machen. Und dass der Präsident versucht, einzugreifen und kein Effekt entsteht, erst recht. Wenn der heutige Freitag keine markante Gegenbewegung mit sich bringt, sondern im Gegenteil die 200-Tage-Linie deutlicher fallen sollte, wäre das bisherige Jahres-Verlaufstief von 23.346 Punkten möglichweise schnell das „vorherige Jahres-Verlaufstief“.

Chart vom 11.10.2018, Kurs 25.052,83 Punkte, Kürzel INDU

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