Börsenblick

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S&P 500: Feuer an Deck!

Ein Minus von fast 100 Punkten beim marktbreiten Standard & Poor’s 500 (S&P 500) sieht man nicht alle Tage. 3,29 Prozent waren am Ende der Mittwochs-Sitzung dahin. Beim Dow Jones waren es über 800 Punkte. Und statt der sonst so zuverlässig auftauchenden Gegenwehr der Bullen kam in den letzten beiden Handelsstunden erst recht Druck auf, am Ende schloss der Index auf Tagestief.

Dabei war der S&P 500 genau eine Woche zuvor noch bis auf einen Punkt an den bisherigen, im September erzielten Verlaufsrekord von 2.940 Punkten herangelaufen. Jetzt fehlen auf einmal nur noch 20 Punkte bis zur bei 2.765 Zählern verlaufenden 200-Tage-Linie. Der Linie, die für viele die Scheidemarke zwischen Long und Short, zwischen bullisch und bärisch darstellt. Der Linie, die zwischen Februar und Mai gleich dreimal getestet wurde.

Ungewöhnlich oft also in derart kurzer Zeit. Dass es danach gelang, sich von dieser Linie zu lösen und das vorherige Rekordhoch vom Januar bei 2.872 Punkten zu überwinden, überzeugte viele: Diese Hausse ist unerschütterlich. Ein Trugschluss.

Jetzt ist nicht nur dieses alte Rekordhoch unterboten, sondern auch noch die nächstliegende Supportzone in Form der Zwischenhochs der Monate Februar, März und Juni im Bereich 2.789/2.802 Punkte – wenngleich nur knapp. Sofort machte man sich auf die Suche nach Gründen. Aber da kann man wohl lange suchen, will man diesen Abverkauf der Wall Street an Nachrichten festmachen, die speziell am Mittwoch aufgetaucht waren.

Wir hatten schon oft darauf hingewiesen: Die Achillesferse dieser Hausse ist, dass die meisten Investoren wie immer in solchen Situationen fest davon überzeugt waren, dass die steigende Zahl an Risiken (Handelskrieg, Zwischenwahlen, Haushaltsloch, steigender Dollar, steigende Anleiherenditen) den Markt nicht kippen kann, weil sie auch bisher nicht imstande dazu waren. Und das, obwohl die meisten sehr wohl selbst wissen, dass es brenzlig wird. Man sagt sich in solchen Situationen:

Ich bleibe einfach dabei, solange der Trend hält und steige aus, wenn die anderen auch aussteigen. Ein Fehler, der sich in der Börsengeschichte schon oft wiederholt hat. Denn dadurch kann eine Lawine entstehen, die schon dann losgetreten werden kann, wenn einige Gewinne mitnehmen, einige andere mitziehen, gerade niemand die Hand zum Kauf aufhält und auf einmal immer mehr Akteure die fallenden Kurse sehen und nervös werden.

Denn wie üblich kalkuliert man nicht ein, dass die „anderen“, auf die man mit seinem Ausstieg warten will, eventuell alle binnen Stunden verkaufen könnten und nicht über Wochen verteilt.

Chart auf Wochenbasis vom 10.10.2018, Kurs 2.785,68 Punkte, Kürzel SPX

Grundlage des Abverkaufs sind in der Tat vorgenannte Risiken. Aber der Auslöser war dieser Leichtsinn vieler Akteure. Jetzt, da die Nerven blank liegen und niemand, ob Privatanleger oder große Adresse, jetzt schon weiß, was er/sie in ein paar Stunden tun wird, ob man über der 200 Tage-Linie nach oben federt oder sich der Ausverkauf sogar beschleunigt, ist es unmöglich, Prognosen darüber abzugeben, wo der S&P 500 morgen Abend schließen wird.

Aber das Risiko eines kapitalen Kurseinbruchs ist erheblich gestiegen. Wenn die Bullen jetzt nicht die Kurve kriegen und heute mindestens die Hälfte der gestrigen Verluste aufholen, landet der S&P 500 in der Kategorie „fallendes Messer“ und wäre wenn, dann nur auf der Short-Seite anzupacken.

Chart auf Tagesbasis vom 10.10.2018, Kurs 2.785,68 Punkte, Kürzel SPX

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