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Amazon: Kann man jetzt endlich einsteigen?

Amazon ist der weltweit führende Online-Versandhändler. Das Unternehmen, das im Jahr 1995 als Online-Buchhandel gegründet wurde, bietet heute in mehr als 150 Ländern eine breit gefächerte Produktpalette, die nahezu alle Konsumgüter abdeckt.

Über die integrierte Verkaufsplattform Marketplace können auch Drittanbieter z.B. Privatpersonen oder gewerbliche Verkäufer neue oder gebrauchte Produkte anbieten.

Ein eigenes Ökosystem

Die Angebote von Amazon gehen aber bekanntermaßen weit über eine Plattform für den Versandhandel hinaus. Amazon will zu einem Vollausstatter für das gesamte Leben werden und steht bei einer ganzen Reihe von Zukunftstechnologien und Wachstumsmärkten an der Spitze.

Die Strategie hatte ich in der letzten Analyse ausführlich beschrieben: Es geht vor allem um Kundenbindung.

Amazon ist ein eigenes Ökosystem geworden und nutzt ein Kunde erst ein Angebot, ist es sehr wahrscheinlich, dass er bald auch weitere Services in Anspruch nimmt. Die Bindung und Verflechtung nimmt weiter zu und am Ende kauft man fast alles bei Amazon.

Hochprofitabel, jawoll

Vor allem der Cloud-Bereich spült Unsummen in die Kassen. Amazon Web Services wächst in einem atemberaubenden Tempo und ist hochprofitabel.
Im zurückliegenden Quartal ist der Umsatz um 48,9% auf 6,11 Mrd. USD gestiegen. Das entspricht etwas mehr als dem Zehntel des Konzernumsatzes.
Das operative Ergebnis lag bei 1,64 Mrd. USD, was etwa der Hälfte des Konzerngewinns entspricht.

Der ausgewiesene Gewinn ist aber ohnehin kein guter Maßstab für die Profitabilität von Amazon. Der operative Cashflow lag in den zurückliegenden Jahren durchweg bei einem Vielfachen. Auch der freie Cashflow hat den vordergründigen Gewinn zuletzt auch mal gerne um den Faktor 10 überstiegen.

Die nächste Wachstumsmaschine ist gefunden

Selbst ohne diese Tatsachen wäre der Gewinn kein guter Maßstab. Das Unternehmen reinvestiert schlichtweg den Großteil der Mittel und das nicht ohne Erfolg. Denn dadurch werden echte Werte geschaffen, von Logistikzentren bis hin zu Alexa, Kindle und eben auch AWS.

Der Umsatz ist in den letzten zehn Jahren nicht ohne Grund von 19,2 auf 177,9 Mrd. USD gestiegen. Was die Kritiker von Amazon dabei übersehen:
Wenn das Unternehmen tatsächlich keinen Gewinn machen würde, wie könnte man in über die Jahre Dutzende Milliarden investieren, ohne ständig Schulden zu machen?

Die wichtigste Entwicklung bei Amazon scheinen die meisten Marktteilnehmer allerdings zu übersehen. Amazon untergräbt inzwischen das Geschäftsmodell von Google, Facebook & Co mit Werbeanzeigen.
Immer mehr Kunden überspringen die Suchmaschinen und führen die Suche nach Artikeln und dem besten Preis direkt bei Amazon durch.
Der Bereich Advertising wächst daher mit atemberaubendem Tempo und ist bereits zu einem riesigen Thema geworden. Im zurückliegenden Quartal ist der Umsatz um 129% auf 2,2 Mrd. USD gestiegen. Der Gewinn im Advertising wird in der Bilanz bisher nicht ausgewiesen, dürfte aber enorm sein. Selbst der Umsatz läuft bisher nur unter „other revenue“.
Das dürfte sich bald ändern, denn Amazon wird in Kürze zum drittgrößten Verkäufer von Online-Werbeanzeigen weltweit aufsteigen – direkt hinter Google und Facebook!

Obwohl auch AWS weiterhin hochprofitabel und mit mehr als 40% p.a. wachsen dürfte, könnte Advertising ab 2021 oder 2022 bereits einen höheren Umsatz und Gewinn, als der Cloud-Bereich erwirtschaften.

Amazon scheint mit normalen Maßstäben nicht messbar zu sein.

Wie kann man Amazon bewerten?

Taucht man jedoch etwas tiefer in die Zahlen ein und vergleicht diese mit dem Kursverlauf über die Jahre, kommt man zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Amazon bewegt sich seit mehr als einem Jahrzehnt nahezu durchweg im Gleichklang mit Rohertrag und operativem Cashflow. Durch die entsprechenden Multiplikatoren lässt sich dadurch eine Handelsspanne der Aktie vorhersagen, Ausreißer erfolgen nahezu ausschließlich auf der Oberseite.

Für 2018 lag die prognostizierte Spanne zwischen 1.000 und 1.700 USD. Die Unterseite wurde Anfang des Jahres noch touchiert, bei 1.350 USD hatte ich Amazon noch einmal zum Kauf empfohlen („Amazon: Wo würde ich wieder kaufen?“) und in der letzten Analyse noch die psychologisch bedeutenden 2.000 USD in Aussicht gestellt.

Doch viel interessanter dürfte wohl die erwartete Handelsspanne im kommenden Jahr sein. Diese liegt bei 1.320 bis 2.250 USD. Käufe in der unteren Hälfte haben sich in der Vergangenheit als erfolgreich und besonders Renditestark herausgestellt. Für 2019 wären also bereits Kurse unter 1.785 USD aussichtsreich.

Charttechnik und Setups

Erfreulicherweise ist die Aktie durch den jüngsten Rücksetzer wieder in diese Zone eingetaucht, wenn auch nur minimal.
Unterhalb von 1.760 USD besteht nun aber die Chance auf weitere Verluste in Richtung 1.700 und darunter in den Bereich zwischen 1.600 und 1.630 USD. Hier würden sich antizyklische Käufe anbieten.

Für langfristige Investoren gilt wie immer: Je tiefer desto besser. Fällt die Aktie unter 1.600 USD, wären sogar Kursverluste bis 1.500 und 1.350 USD denkbar. Hier wäre das Chance-Risiko-Verhältnis äußerst attraktiv.

Gelingt hingegen eine direkte Rückkehr über 1.760 USD, haben die Bären ihre Chance vertan. Sollte sich der Markt stabilisieren oder der gerade bekannt gewordene Cloud-Großauftrag durch Symantec und SAP die Aktie beflügeln, wäre das durchaus möglich.

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