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Siltronic: Den Bären winkt reiche Beute

Das Gros der Ergebnisse zum dritten Quartal 2018 steht für die deutschen Unternehmen erst im November an. Aber beim Wafer-Hersteller Siltronic pflegt man schnell zu rechnen. Bereits in gut zwei Wochen, am 25. Oktober, erwartet man dort die Quartalsbilanz. Und die wird mit zunehmender Nervosität erwartet.

Vor allem das, was der Zulieferer der Halbleiterindustrie zum laufenden vierten Quartal und dem Blick nach 2019 zu sagen hat. Denn jetzt, da die Aktie immer weiter abrutscht, erinnern sich viele an das, was sie vorher gelassen vom Tisch gewischt hatten: Zulieferer einer selbst schon sehr konjunktursensiblen Branche wie die der Chiphersteller reagieren auf kleine Veränderungen der Gesamtsituation extrem, was ihre Gewinnentwicklung angeht.

Denn sobald die Gewinnmargen der Chiphersteller unter Druck geraten, versuchen sie, das sofort auf die Zulieferer abzuwälzen. Zulieferer wie den Wafer-Hersteller Siltronic. Dass die Chiphersteller ihren Wachstums-Zenit bereits überschritten haben, wird bislang nur geargwöhnt, klare Belege in den Bilanzen blieben bislang aus.

Aber bei Siltronic würde es ja schon reichen, wenn das Angebot an Wafern bei konstanter Nachfrage der Halbleiterindustrie wachsen würde. Und das tut es, weil die japanischen Konkurrenten ihre Produktionskapazität sukzessiv ausbauen. Und ein Angebotsüberhang würde genau die Achillesferse der 2017 und bislang auch 2018 explodierten Gewinne treffen.

Expertenmeinung: Denn dass Siltronics Gewinn pro Aktie von 40 Cent im Jahr 2016 auf über sechs Euro 2017 stieg und, wenn die Prognosen beibehalten werden können, in diesem Jahr zwölf Euro erreicht, basiert vor allem darauf, dass das Unternehmen imstande war, wegen der immensen Nachfrage eine sagenhafte Gewinnmarge von 40 Prozent zu erreichen.

Aber wenn das Angebot zunimmt, die Chiphersteller Siltronic seine Wafer nicht mehr aus den Händen reißen, ist es mit solchen Margen blitzschnell vorbei – und dann könnte der Gewinn ebenso schnell implodieren, wie er zuvor gestiegen war. Wer solche Gedanken hegt und dann im Chart, hier auf Wochenbasis, feststellt, dass sich diese Aktie bis März binnen anderthalb Jahren im Kurs verzehnfacht hat, für den ist der aktuelle Kurslevel noch keineswegs niedrig genug, um nicht darüber nachzudenken, auszusteigen und/oder Short zu gehen.

Die Aktie hatte am Dienstag die nach Vollendung einer breiten Toppbildung nächstgelegene Unterstützung, das Zwischenhoch vom Sommer 2017 bei 94,50 Euro, schon unterboten, konnte sich zum Handelsende aber noch knapp darüber retten. Aber auf der Oberseite wartet eine brettharte Widerstandszone, auf der Unterseite würde die nächste Auffangzone erst im Bereich um 70/72 Euro warten – und selbst die ist durch die Super-Hausse 2017 nicht klar umrissen.

Den Bären würde daher reicher Lohn winken, würde es ihnen gelingen, die Aktie auch auf Schlusskursbasis unter diese Marke von 94,50 Euro zu drücken. Dass da nach dem zunächst gescheiterten Versuch des Dienstags bald ein weiterer folgen wird, ist derzeit wahrscheinlich.

Chart vom 09.10.2018, Kurs 95,62 Euro, Kürzel WAF

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