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DAX: Haben die Verteidiger überhaupt eine Chance?

Der DAX hatte am Dienstag massiv im Minus gelegen, rutschte scheinbar haltlos auf das bisherige Jahrestief von 11.727 Punkten zu. Doch um 14 Uhr setzten auf einmal Käufe ein. Und die trugen den Index zum Handelsende ins Plus. Der Dienstag wurde also wieder einmal zu einem „Turnaround Tuesday“.

Und der DAX präsentiert sich zum heutigen Handelsstart mit einem „Hammer“, einer grünen Kerze mit einem langen unteren Docht. Hinzu kommt, dass das in der breiten Unterstützungszone aus den bisherigen markanten unteren Umkehrpunkten des Jahres vonstattenging. Rein charttechnisch gesehen ist das eine tadellose Steilvorlage für eine Rallye. Eine, die vielleicht erreichen konnte, was zuletzt misslang: sich wenigstens über die Juni-Abwärtstrendlinie hinaus zu retten, die derzeit bei 12.400 Punkten verläuft. Eigentlich.

Denn das Marktumfeld wird immer nervöser. Dass der Handelskrieg derzeit nicht in der Schlagzeilen ist, reicht nicht, um die Akteure vergessen zu lassen, dass die Situation zwischen den USA und China festgefahren und für die beiden Kontrahenten schädlich ist. Und das strahlt auf die gesamte Weltwirtschaft aus, zumal man sich aufgrund des Verhaltens der US-Regierung ausrechnen darf: Europa dürfte der nächste „Sparringspartner“ des US-Präsidenten werden.

Die Sprünge des DAX werden hektischer, immer größere Summen gehen in kürzester Zeit um. Und die Wall Street sieht nicht ruhiger aus. Dort gelingt es bisher, einen Verkaufsimpuls, wie ihn der DAX seit Monatsbeginn zeigt, zu verhindern. Aber wer sich das Kursgeschehen dort genau ansieht, die steigende Zahl neuer 52 Wochen-Tiefs, die schwindende Marktbreite, die erratischen Ausschläge in beide Richtungen, fügt hinzu: noch.

Und das versieht diesen Turnaround des Dienstags, diesen „Hammer“ im Candlestick-Chart, mit einer Achillesferse: So ziemlich jedem Marktteilnehmer ist klar, dass diese Wende des DAX nach zwei sehr schwachen Tagen im Vorfeld vor allem eines war: eine Defensivaktion.

Gedacht zu verhindern, dass der DAX einfach sang- und klanglos durch das bisherige Jahrestief rutscht. Denn würde das passieren, der DAX auch auf Wochenschlusskurs-Basis nennenswert unter 11.727 Punkten schließen, wäre eine breite, große Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation vollendet, wie der DAX-Chart auf Wochenbasis zeigt. Die Basis des Intraday-Turnarounds war Angst, nicht Überzeugung. Und das wissen alle. Auch die Bären.

Die wissen: Nervöse Käufer, die ihre Positionen eng absichern und hoffen und bangen, dass diese Käufe den nötigen Effekt haben werden, die Trendwende abzuwenden, sind leichte Gegner. Nur, wenn die Wall Street in den kommenden Tagen nach oben davonziehen sollte und man bereit wäre, diese Vorgabe hier auch umzusetzen (was zuletzt oft nicht der Fall war), hätten die Verteidiger der Supportzone 11.727/12.003 Punkte eine realistische Chance.

Chart auf Wochenbasis vom 09.10.2018, Kurs 11.977,22 Punkte, Kürzel DAX

Sollten heute keine überzeugenden Anschlusskäufe kommen, sollte das bullische Lager zaudern, könnte das schon reichen, um die Chance, die dieser „Hammer“ bietet, zu eliminieren. Unter 11.700 Punkten wäre die Chance gegeben, Positionen auf der Short-Seite noch einmal aufzustocken und die Stoppkurse nachzuziehen.

Doch bullisch wäre der DAX, der unterhalb zwei Abwärtstrendlinien sowie der 20 Tage- und der 200 Tage-Linie notiert, selbst auf Trading-Ebene erst über 12.400 Punkten. Fazit: Die Verteidigung dieser Auffangzone kann gelingen. Aber allzu groß sind die Chancen dafür im Moment nicht.

Chart auf Tagesbasis vom 09.10.2018, Kurs 11.977,22 Punkte, Kürzel DAX

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