Börsenblick

Zurück Oktober Weiter
Zurück 2018 Weiter

Tesla: Redet Musk sein Unternehmen kaputt?

Das bullische Lager versucht mit aller Macht, die drohende, mittel- und langfristig relevante Wende der Tesla-Aktie zu verhindern. Jeder Tag, der ohne schlechte Nachrichten vergeht, scheint für sie ein guter Tag zum Einstieg zu sein. Aber man muss sich durchaus fragen, welche Chancen die Bullen haben, jetzt, da immer deutlicher wird, dass ihr schlimmster Gegner der Chef des Unternehmens selbst ist.

Kaum war Elon Musk angesichts der Untersuchung und Anklage der SEC (die US-Börsenaufsicht Securities & Exchange Commission) mit einem blauen Auge davongekommen, konnte er schon wieder nicht an sich halten und lästerte über die SEC, die ihm erst einmal den Vorstandsvorsitz gelassen hatte. Er nannte sie „Short Seller Enrichment Commission“ und attestierte ihr zynisch in Bezug auf den neuen Namen „gute Arbeit“.

Das zeugt von gefährlicher Überheblichkeit, kombiniert mit Unreife. Elon Musk mag Tesla dorthin gebracht haben, wo das Unternehmen vor kurzem stand, aber seither schadet er nicht nur sich selbst, sondern auch Tesla. Denn die Fäden liegen so sehr in seinen Händen konzentriert, dass sein Hinauswurf oder, wenig wahrscheinlich, sein freiwilliger Abgang, eine gefährliche Lücke hinterlassen würde. Die sich Tesla nicht leisten kann, denn:

Expertenmeinung: Tesla muss so schnell wie möglich profitabel werden. Die Schulden sind gewaltig. Und niemand weiß, ob die Banken dem Unternehmen noch einmal „aushelfen“ würden, wenn der laut Musk angeblich unmittelbar bevorstehende Sprung in die schwarzen Zahlen nicht gelingt.

Die Anfang vergangener Woche gemeldeten Produktionszahlen lassen es nicht zu, im Vorfeld der am 6. November erwarteten Quartalszahlen bereits Entwarnung zu geben. 500.000 Fahrzeuge wollte Musk 2018 produzieren. Und ab Juli mehr als 5.000 Stück des wichtigen Model 3 pro Woche. Mit 80.142 Fahrzeugen im dritten Quartal sind 500.000 Fahrzeuge utopisch. Und dass 53.239 gebaute Model 3 bedeuten, dass man unter der 5.000er-Marke pro Woche geblieben ist, ist kaum zu übersehen.

Dementsprechend können die Bullen strampeln, wie sie wollen, es wirkt, als würden sie sich gegen Treibsand wehren. Wenn negative Fakten mal ausbleiben, Mr. Musk wird es für die Bären schon richten.

So lange die Aktie nicht über der momentan bei 315 US-Dollar laufenden 200-Tage-Linie schließen würde, wäre sie auf der Long-Seite ein unkalkulierbares Wagnis. Aber sollte die wichtige Unterstützungszone bei 242/245 US-Dollar, zusammengesetzt aus dem Tief vom März 2017 und dem bisherigen Jahrestief von 244,59 US-Dollar (am 2. April markiert) auf Schlusskursbasis fallen, wäre nach unten nichts mehr unmöglich.

Und dass Tesla dieser Linie im September gleich zweimal knapp entkommen ist und trotzdem schon wieder darauf zu rutscht, macht deutlich: Die Bären haben hier alle Chancen … Elon Musk sei Dank.

Chart vom 08.10.2018, Kurs 250,56 US-Dollar, Kürzel TSLA

Auch interessant:

Wie sichere ich mein Depot in Crash-Zeiten ab? Interview mit Stefan Scharffetter | LYNX fragt nach
DAX: Was kommt nach dem Gemetzel? | LYNX Marktkommentar
DAX: Erholung oder Korrekturphase? Interview mit Stefan Scharffetter | LYNX fragt nach
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN