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3D Systems im Rallyemodus, doch wie lange noch?

3D Systems ist einer der führenden Hersteller von 3D-Druckern und dazugehörigen Druckmaterialien sowie Dienstleistungen.

Das Angebotsspektrum umfasst eine ganze Reihe von Metall- und Kunststoffdruckern sowie dazu passenden Scan-, Design- und Druck-Software, Scanner, haptische Eingabegeräte und Werkstoffe.

Ein globaler Megamarkt entsteht

Die Möglichkeiten von 3D-Druck erscheinen geradezu grenzenlos. Zahlreiche Produkte können durch den Einsatz von 3D-Druckern bereits heute günstiger, schneller und in besserer Qualität hergestellt werden.
Ein offensichtliches Beispiel ist der Bereich Kunststoff-Spritzguss. Die Kosten für die Herstellung von Formen sind verhältnismäßig hoch. Bei kleinen Stückzahlen ist der Druck also weitaus günstiger, da keine Formen notwendig sind.

Ein weiteres Beispiel wären Objekte, die bisher aus mehreren Teilen zusammengesetzt werden mussten. Mit 3D Druck kann man diese Teile aus einem Stück herstellen. In Luftfahrt oder Automobilbranche ein wichtiges Thema. Denn aus einem Stück sind die Teile widerstandsfähiger und teilweise auch leichter.
Darüber hinaus können auch mehrere Materialien gleichzeitig verarbeitet werden.

Man könnte noch lange fortfahren und mögliche Anwendungsgebiete und Vorteile aufzählen.
Am Ende zählen aber nur die Zahlen und Perspektiven des Unternehmens, nicht des Marktes insgesamt. Ein Wachstumsmarkt ist eine tolle Sache, doch man sollte sich nicht der naiven Vorstellung hingeben, dass alle Unternehmen in diesem Sektor auch florieren.

Ganz im Gegenteil. Der Wettbewerb in diesen Branchen ist extrem hart. Es müssen enorme Investitionen gestemmt werden. Ständig treten neue Konkurrenten mit Innovationen in den Markt ein, die Margen sind niedrig und es findet ein Verdrängungskampf statt.

Dieses Thema hatte ich in der Analyse zu SMA Solar auch ausführlich dargelegt. Es handelt sich natürlich um eine andere Branche, aber um denselben harten Wettkampf wie in allen jungen Wachstumsbranchen.

Branchengewinner oder Verlierer?

Kommen wir also zu 3D Systems, einem der Marktführer.
In den letzten zehn Jahren konnte der Umsatz von 139 auf 646 Mio. USD gesteigert werden. Seit 2014 tritt man allerdings auf der Stelle und der Umsatz stagniert.
Das ist ein ernsthaftes Warnzeichen, vor allem mit Blick auf die Konkurrenz.
Bei DMG Mori sieht es zwar auch nicht viel besser, doch Renishaw oder SLM Solutions konnten ihren Umsatz in diesem Zeitraum nahezu verdoppeln.

Auch mit Blick auf Ergebnis oder Cashflow wird das Bild nicht freundlicher. Denn seit 2014 konnte man keinen Gewinn mehr erwirtschaften und der operative Cashflow wird weitgehend von Investitionen aufgezehrt.

Hier schneiden DMG und Renishaw ebenfalls sehr viel positiver ab. Man ist profitabel und erwirtschaftet einen freien Cashflow. Der Vergleich ist aber schwierig, denn hierbei handelt es sich nicht um reine 3D-Druck-Unternehmen.

Doch das muss kein Nachteil sein, ganz im Gegenteil. Ein Hersteller von anderen Hightech-Maschinen ist doch geradezu prädestiniert für diese Branche. Darüber hinaus können Erträge aus anderen Bereichen die Forschung und Entwicklung in neuen Segmenten wie 3D-Druck finanzieren.

3D Systems hatte diese Möglichkeit nicht und musste zur Finanzierung immer wieder neue Aktien ausgeben. Von 2008 bis 2015 stieg die Zahl der ausstehenden Papiere von 67 auf 112 Mio., ist seitdem aber zumindest unverändert.

Zusammengefasst sollte man sich wohl grundsätzlich auch bei der Konkurrenz umschauen, diversifizieren oder auf einen Branchen ETF setzen.

Ausblick und Fundamentale Bewertung

Die langfristige Entwicklung haben wir also abgehakt, kommen wir zum laufenden Geschäftsjahr und der Zukunft.
In den ersten sechs Monaten ist der Umsatz um knapp 9% auf 342,4 Mio. USD gestiegen. Das Ergebnis ist allerdings von -0,17 auf -0,27 weiter eingebrochen.

Auch für das Gesamtjahr und danach sieht es nicht besser aus. Die Schätzungen rangieren in einem Bereich von anhaltenden Verlusten bis zu einem Gewinn von maximal 0,40 USD je Aktie im Jahr 2020.
Beim derzeitigen Aktienkurs und dem besten Ergebnis läge die P/E in mehr als zwei Jahren also noch bei 46.

Auch hier erscheint 3D Systems mit Blick auf die Konkurrenz teuer, denn DMG Mori und Renishaw sind profitabel und kommen im laufenden Geschäftsjahr bereits auf ein KGV von 28 und 25.

Es fällt daher recht schwer, rationale Gründe für einen Kauf der Aktie zu finden. Der Preis beruht maßgeblich auf Hoffnung und dem vermeintlichen Potenzial.
Doch während sich der Markt seit 2014 ungefähr verdoppelt hat, stagniert bei 3D Systems der Umsatz.

Das ist auch der Grund, warum die Aktie seit Jahren immer wieder Rallyes vollzieht und anschließend in sich zusammenfällt. Hoffnung treibt die Kurse, die Zahlen sind weiterhin schlecht und schließlich kippt auch der Kurs. Warum sollte es dieses mal anders sein?

Charttechnik und Trading Setups

Die Aktie befindet sich derzeit wieder im Rallyemodus und sollte ein Wochenschlusskurs über 18,40 USD gelingen, würde das tendenziell für weiter steigende Kurse sprechen.
In diesem Fall wäre Platz für einen erneuten Anstieg in Richtung 20 und 22 USD. Spätestens hier sollte man zunehmend vorsichtig werden.
Erst oberhalb von 22,50 USD würde sich das Chartbild nachhaltig aufhellen.

Fällt die Aktie unter 18 USD, droht ein mittelfristiges Top und die Rallye könnte ein Ende finden. Mögliche Unterstützungen auf der Unterseite lägen dann bei 15,50 sowie 14 und 12 USD.

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