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Brent Crude Oil: Nichts wäre unmöglich … auch 100 Dollar nicht

Drei Dinge braucht der erfolgreiche Verteidiger der Macht bei US-Wahlen: eine haussierende Wall Street, starkes Wirtschaftswachstum und niedrige Öl- und Benzinpreise. Damit wird dem Wähler suggeriert, dass a) die Regierung alles richtig macht und dass es b) alles noch viel besser wird.

Ein paar Erfolge im Bereich Außenpolitik können auch nicht schaden, was ein Grund sein dürfte, warum Donald Trump die Einigung mit Mexiko und Kanada forciert hatte, während er Europa und China auffällig auf die lange Bank schiebt. Da könnte es kniffliger werden, also geht er das lieber erst nach den Zwischenwahlen an, die heute in fünf Wochen anstehen.

Es passt alles für Mr. Trump. Zumindest, solange die Wall Street nicht kippt, was sie natürlich jederzeit könnte. Alles, bis auf die Sache mit den Öl- und Benzinpreisen.

Das hier im Chart abgebildete Brent Crude Oil ist zwar eine Ölsorte, die mit Masse für uns Europäer von Belang ist. In den USA geht es vor allem um WTI, um „Western Texas Intermediate“. Aber auch, wenn WTI niedriger notiert, derzeit bei knapp 76 US-Dollar liegt:

Auch dort steigt der Kurs. Auch dort wurden die bisherigen Jahreshochs vom Frühjahr und Sommer nicht nur knapp, sondern sehr deutlich überboten. Und man hat den Eindruck, dass die Bullen absichtlich einen höheren Gang eingelegt haben, seit Donald Trump unlängst zum zweiten Mal mit dem Finger auf die OPEC zeigte und verlangte, der Ölpreis habe zu sinken. Davon mal abgesehen, dass die USA mit Russland die Top Zwei der weltweiten Ölförderer stellen, fast Selbstversorger sind und der Finger somit – das aber wohl mit Blick auf die Wähler absichtlich – in die falsche Richtung zeigte:

Die Trader wissen, dass der US-Präsident am kürzeren Hebel sitzt. Er kann niedrigere Preise nicht befehlen. Und würde er wieder einmal drohen, die „strategischen Ölreserven“ freizugeben, er würde wohl Gelächter ernten. Schließlich müssten die zeitnah wieder aufgefüllt werden.

Und wenn er permanent von Super-Wachstum und noch viel mehr Wachstum in naher Zukunft redet, dürfte er sich eigentlich nicht beschweren, wenn die Investoren die daraus ableitbare steigende Nachfrage durch höhere Ölpreise vorwegnehmen. Wobei sich die Frage stellt, ob Trump glaubt, dass die Trader ihm bei solchen Sprüchen glauben. Aber bevor man zu oft um die Ecke denkt: Fakt ist, Brent Crude Oil und die anderen Ölsorten sind bullisch, wie es bullischer kaum geht.

Chart auf Wochenbasis vom 01.10.2018, Kurs 85,14 US-Dollar, Kürzel COIL

Der Ausbruch über die alten Hochs, über die Widerstandszone um 80/81 US-Dollar, verlief perfekt. Der Anstieg beschleunigt sich derzeit sogar. Und wer auf das längerfristige Chartbild auf Wochenbasis und dort auf den im Sommer 2017 etablierten Aufwärtstrendkanal blickt, sieht: Durch den kurzzeitigen Ausbruch aus diesem Kanal im Frühjahr ließe sich hier eine darüber liegende Parallele zeichnen, die dem Kurs Spielraum bis 90 US-Dollar geben würde.

Aber auch, wenn es jederzeit zu einem Rücksetzer, auch zu einem Pullback an den Ausbruchslevel 80/81 US-Dollar kommen kann, auch, wenn Brent Crude grundsätzlich in der Tat bei 90 UD-Dollar stoppen könnte: Die Erfahrungen der vergangenen zehn, fünfzehn Jahre haben gezeigt, dass die kurzfristigen Trader die Kursbildung dominieren und bei einem starken Trend kein Halten kennen. Es wäre daher auf keinen Fall auszuschließen, dass Brent Crude Oil diesen Trendkanal nach oben durchbricht, sprich „überschießt“. Hier gibt es im Moment zur Long-Seite keine Alternative!

Chart auf Tagesbasis vom 01.10.2018, Kurs 85,14 US-Dollar, Kürzel COIL

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