Börsenblick

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Tesla: Die SEC-Klage … und die Blitz-Einigung am Wochenende

Dass die SEC, die US-Börsenaufsicht, gegen Tesla bzw. ihren Chef Elon Musk ermittelt, weiß man schon einigen Wochen. Das konnte auch nicht überraschen, immerhin hatte Musk Anfang August mitten in der Handelszeit mit einem „Tweet“ eine Bombe platzen lassen, indem er ankündigte, die Aktie vom Börsenhandel nehmen zu wollen und jedem, der nach der Privatisierung der Aktien nicht dabei bleiben wolle, 420 US-Dollar pro Aktie zahlen zu wollen.

Die Aktie sauste nach oben. Dadurch ist ein Kurssprung entstanden, von dem am Freitagabend nur noch die Rücklichter zu sehen waren. Zumal da dieses Versprechen von 420 US-Dollar pro Aktie abgegeben wurde. Das mag nicht wenige verleitet haben, hier in der Erwartung eines sicheren, satten Gewinns einzusteigen, denn dieser Level lag 30 US-Dollar über dem bisherigen Rekordhoch der Aktie.

Doch diese Privatisierungspläne wurden bald darauf kleinlaut zurückgenommen. Die Aktie verlor den gesamten Kursgewinn. Und das war ja nicht das erste Mal, dass Elon Musk mit solchen „Faxen“ auffiel. So hatte er den Aktionären im Frühjahr versprochen, das Ziel von 5.000 produzierten „Model 3“ pro Woche bis zum 30. Juni zu erreichen. Eine Wette – das lockte die Zocker.

Alle, die an Musk glaubten, stiegen im Vorfeld ein. Was dazu führte, dass die Tesla-Aktie einbrach, obwohl Musk das Ziel nach eigenen Angaben erreicht hatte. Einfach, weil da niemand mehr war, der kaufen wollte und alle zugleich ihren „Wettgewinn“ einlösen wollten.

Jetzt hatte die SEC als Ergebnis ihrer Untersuchungen Klage gegen ihn, den CEO, Gründer und größten Anteilseigner von Tesla erhoben. Es ist im Chart nicht zu übersehen, dass diese Möglichkeit von vielen Anleger gar nicht in Betracht gezogen wurde, denn:

Tesla brach auf diese am Donnerstagabend nach US-Handelsende aufgetauchte Meldung über die Klage der SEC am Freitag um -13,9 Prozent ein. Was seine Berechtigung hat, denn eine Konsequenz daraus hätte sein können, dass Musk die Führung von Tesla hätte abgeben müssen. Und Elon Musk führt das Unternehmen derart dominant, dass niemand einfach seinen Platz einnehmen könnte. Dazu weiß er zu viel, dazu sind zu viele seiner Pläne und Ideen untrennbar mit Tesla verwoben.

Es würde, müsste jemand anders übernehmen, mittelfristig wohl gut für Tesla sein. Aber es würde kurzfristig Probleme geben. Und ob die schnell genug lösbar sind, damit das hochverschuldete Unternehmen überhaupt noch eine mittelfristige Zukunft hat, ist die Frage. Daher war auch der Minus von 13,9 Prozent als erste Reaktion nachvollziehbar, zumal offen war, wie lange sich diese Klage hinziehen würde. Doch jetzt die Überraschung:

Schon am Wochenende wurde gemeldet, dass sich Tesla mit der SEC geeinigt habe. Tesla und Musk müssen jeweils 20 Millionen US-Dollar Strafe bezahlen. Zudem muss Musk zwar den Posten des Aufsichtsratschefs für drei Jahre niederlegen. Aber: Er darf Chef des Vorstands bleiben, also weiter die Fäden ziehen! Der große Bruch ist damit also verhindert worden. Was wahrscheinlich dazu führt, dass Tesla heute mit einem kräftigen Kurssprung in den Handel geht. Aber Vorsicht:

Chart auf Wochenbasis vom 28.09.2018, Kurs 264,77 US-Dollar, Kürzel TSLA

Die Aktie war am Freitag an die übergeordnete, Anfang 2016 etablierte Aufwärtstrendlinie gefallen und stoppte dort. Würde diese bei 264 US-Dollar verlaufende Linie fallen, wären die nächste Unterstützung zwar schon bei 245 US-Dollar zu finden. Aber ob die dann halten würde … es ist zumindest fraglich.

Jetzt ist dieser Trendbruch zwar wohl erst einmal vom Tisch. Aber um bullisches Terrain zu erreichen und damit eine Long-Position erwägenswert zu machen, dazu müsste sie dort vorbei, wo sie durch diesen Abverkauf scheiterte: an der bei 316 US-Dollar verlaufenden 200-Tage-Linie. Solange das nicht gelungen ist, wären Long-Positionen nicht einmal den Gedanken daran wert, „Musk-Rettung“ hin oder her. Denn eines sollte man in diesem Trubel nicht vergessen: Ob Tesla wirklich imstande ist, profitabel zu werden, bevor die Wogen der Überschuldung über dem Unternehmen zusammenschlagen, ist mit dieser Entscheidung der SEC nicht klarer geworden. Tesla bleibt ein extrem spekulatives Papier!

Chart auf Tagesbasis vom 28.09.2018, Kurs 264,77 US-Dollar, Kürzel TSLA

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