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S&P Global: Endlich eine Korrektur. Wo kann man einsteigen?

S&P Global Inc. bietet Ratings, Benchmarks, Analysen und Daten für Kapital- und Rohstoffmärkte an.
Vermögensverwalter, Investmentbanken, Investoren, und Finanzberater nutzen die Daten und Kreditratings des Unternehmens.

Oligopol: Licht und Schatten

Mit Moodys und Fitch stellt man de facto den weltweiten Standard im Bereich Kreditratings dar und kontrolliert gemeinsam den Markt. Es ist ein typisches Oligopol, denn nahezu alle bedeutenden Unternehmen nehmen ihre Services in Anspruch und können ein Kreditrating von Standard & Poors vorweisen.

Aus gesellschaftlicher Sicht ist das keine wünschenswerte Situation. Wie die Finanzkrise gezeigt hat, kann die Vormachtsstellung weniger Ratingagenturen schwerwiegende Folgen haben.
Die großen Drei hatten nicht unerheblich Mitschuld an dieser Jahrhundertkrise, doch selbst diese Tatsache konnte sie nicht zu Fall bringen.

Aus Sicht eines Investors ist die Gesamtsituation aber erfreulich. Das Geschäft ist beständig und die Kunden von S&P haben faktisch keine Wahl, selbst bei Preiserhöhungen.

Darüber hinaus ist das Geschäftsmodell alles andere als kapitalintensiv und dementsprechend produziert man stetig überschüssiges Cash.

S&P Global hat diese Mittel in der Vergangenheit vor allem für Dividenden und ebenso stetige Aktienrückkäufe genutzt. In den letzten zehn Jahren hat man die Zahl der ausstehenden Papiere von 319 auf 255 Mio. reduziert.
Gleichzeitig wurde die Dividende durchweg erhöht, insgesamt von 0,88 auf 1,82 USD je Aktie, man ist schließlich ein Dividenden-Aristokrat.

Das Zahlenwerk

Der Umsatz ist im Zuge der Finanzkrise spürbar eingebrochen, doch am Ende konnte man sich durchsetzen. Ab 2010 ging es jedes Jahr aufwärts und der Umsatz stieg von 3,64 auf 6,06 Mrd. USD.
Befeuert durch die Aktienrückkäufe klettere der Gewinn im selben Zeitraum von 2,69 auf 6,89 USD je Anteilsschein. Das entspricht einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 14,3% p.a.

Durch die US-Steuerreform wird der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich um 24% auf 8,53 USD je Aktie steigen.  Anschließend dürfte das Gewinnwachstum wieder auf das Normalniveau zurückzukehren.
All diese Tatsachen rechtfertigen eine entsprechende Bewertung.

Derzeit kommt S&P Global auf eine forward P/E von 22,8.
In der Vergangenheit lag der Wert meist zwischen 19 und 22.
Möchte man am unteren Ende der Spanne kaufen, entspräche das im laufenden Geschäftsjahr einem Aktienkurs von 162 und im für 2019 einem Kurs von 180 USD. Aus fundamentaler Sicht sollte sich ein Einstieg in diesem Bereich also lohnen.

Ein wenig Lärm

Am Jahreshoch lag die P/E mit 25,4 am oberen Ende der letzten 20 Jahre und dementsprechend wurde eine Korrektur immer wahrscheinlicher.
Kommt es dann zu einer Korrektur muss schnell ein Grund gefunden werden, sonst hätten die Medien schließlich nichts zu berichten…

In diesem Fall scheint vor allem Gegenwind aus China angeführt zu werden.
Das Reich der Mitte will die Macht der Ratingagenturen regulatorisch einschränken. Als Warnschuss hat man einem heimischen Anbieter eine kleine Strafe aufgebrummt. Der Handelsstreit geht in die nächste Runde.
Das Thema ist aber alles andere als neu und kommt eben von Zeit zu Zeit zum Vorschein.

Egal für welche noch so kleine Kursbewegung, Kommentatoren und Börsensendungen werden Ihnen immer einen Grund liefern können, das ist ihr Job. Doch in Wirklichkeit ist das nur Hintergrundrauschen und oberflächlicher Lärm, den man am besten einfach ignoriert. Meist haben diese Meldungen keinerlei reale Auswirkungen und einen Informationsvorsprung können sie sich damit ohnehin nicht erarbeiten.
Denken Sie zum Beispiel an Apple. Die Stimmung war mal gut, mal schlecht. Die Aktie hat sich aber nicht verzehnfacht, weil die Stimmung gut war, sondern weil sich der Gewinn verzehnfacht hat.

Langfristig bewegen ausschließlich Fundamentaldaten die Kurse. Jede Hysterie und jeder Bärenmarkt endet früher oder später und die Aktienkurse kehren zu ihrem inneren Wert zurück.

Charttechnik

Die Übertreibung bei S&P Global war aber ohnehin nicht so stark ausgeprägt, eine größere Korrektur war aber allemal gerechtfertigt. Darüber hinaus möchte man als Investor selbstverständlich keine überbewerteten Aktien kaufen.

Durch die fundamentale Analyse haben wir nun einen Zielkorridor. Hier ist die Renditeerwartung überdurchschnittlich und die mathematische Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Investment deutlich erhöht.

Durch die charttechnische Auswertung werden die Chancen noch weiter verbessert.

Im Fall von S&P Global droht ein Doppeltop und die Aktie hängt am seidenen Faden.
Rutscht der Wert nachhaltig unter 196,50 USD, wäre der Weg in Richtung 185 USD und der anvisierten Kaufzone frei. Hier könnte ein strategischer Investor erste Käufe durchführen.
Noch deutlich interessanter wäre der Bereich nahe der Unterstützung bei 171 USD.

Noch haben die Bullen aber nicht verloren. Oberhalb von 196,50 USD würde sich die Lage vorerst entspannen und gelingt eine Rückkehr über 200 USD, hätten die Bären ihre Chance wohl vertan.

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