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Deutsche Lufthansa: Bullen vor der Bruchlandung

Ist es vorbei mit der Phase großen Wachstums bei der Lufthansa? Noch ist immerhin die Hälfte der Analysten positiv eingestellt, sieht die Aktie als Kauf oder rät zumindest dazu, sie überzugewichten. Noch liegt das durchschnittliche Kursziel sogar noch um die 28 Euro. Aber da dürften einige relativ alte, längere Zeit nicht aktualisierte Einschätzungen darunter sein. So gesehen kann es nicht schaden, sich auf die aktuelleren Statements zu konzentrieren.

Im September gab es drei neue Einschätzungen. Eine sieht die Aktie der Kranich-Airline bei 24 Euro und beurteilt mit „Halten“, eine senkt das Ziel leicht von 24 auf 23 Euro und stuft ebenso mit „Halten“ sein. Aber gestern Früh kam eine kalte Dusche: Kepler Cheuvreux stuft mir „Reduzieren“ ein und senkt das Kursziel von 22,50 auf nur noch 19,30 Euro. Darauf reagierte das Papier am Donnerstag. Aber auf dem absteigenden Ast ist der Kurs bereits seit Dienstag.

Was diese Aktie, die 2017 noch der Top-Gewinner im DAX war, im ersten Halbjahr erheblich drückte, war die Erkenntnis, dass Gewinnsteigerungen, wie man sie noch 2016 oder 2017 erreichte, in diesem, wohl aber auch im kommenden Jahr nicht machbar sind. Im Schnitt rechnen die Experten zwar mit einem noch leicht steigenden Umsatz, aber mit einem gegenüber 2017 niedrigeren Gewinn.

Bis zum Ende des ersten Halbjahres sank der Gewinn in der Tat. Und die Sitz- und Frachtauslastung ebenso. Dabei befindet sich die Weltwirtschaft noch im Wachstum. Was, so stellten sich viele Investoren zu Recht die Frage, wenn das Wachstum der Weltwirtschaft erst einmal dreht? Zumal auf der Lufthansa jetzt auch noch steigende Kerosinpreise lasten.

Bis zum Dienstagmorgen schien die Welt indes noch in Ordnung. Pünktlich zur Jahresmitte hatte die Kranich-Aktie gedreht und einen starken Juli abgeliefert. Dabei entstand, man sieht es im Chart auf Wochenbasis, ein „Morgenstern“ mit zwei kleinen Dojis in der  Mitte. Danach passierte nach oben zwar nichts mehr, aber das ließ sich durchaus als eine etwas langatmige Konsolidierung werten, denn es gelang zweimal, nahe der zuvor überwundenen, jetzt als Unterstützung dienenden Januar-Abwärtstrendlinie wieder zuzulegen.

Chart auf Wochenbasis vom 27.09.2018, Kurs 21,24 Euro, Kürzel LHA

Ein doppelter Pullback an den Ausbruchslevel – ein gutes Fundament, sobald die Aktie wieder anziehen würde. Aber das Gegenteil passierte am Dienstag: Der Kurs geriet erheblich unter Druck, ohne unmittelbare Nachrichten, womöglich durch die anziehenden Ölpreise motiviert. Er verharrte am Mittwoch, gab aber gestern erneut kräftig nach. Die kurzfristige Aufwärtstrendlinie ist damit gebrochen, der Stochastik-Oszillator hat ein bärisches Signal generiert – ist der Weg nach unten vorprogrammiert? Er ist wahrscheinlicher geworden, aber noch nicht frei.

Die Aktie müsste durch diese „alte“ Abwärtstrendlinie ebenso nach unten durchgereicht werden wie unter das bisherige, Anfang Juli markierte Jahrestief bei 19,80 Euro. Dann würde sich der Weg aus charttechnischer Sicht, Sie sehen es im langfristigen Chart auf Wochenbasis, bis hinunter an das auffällige Zwischentief vom Sommer 2017 bei 17,80 Euro auftun. Aber wenn es zu einer Abschwächung des weltweiten Wachstums käme, womöglich sogar zu rezessiven Tendenzen, kann der in den letzten Jahren so steil gestiegene Gewinn schnell verschwinden.

2014 stand für die Lufthansa nur ein Gewinn von 12 Cent pro Aktie zu Buche. 2017 waren es fünf Euro … alleine daraus lässt sich ersehen: Wenn die Erwartung derer, die derzeit hier Short aktiv sind, eintreffen sollte, könnte diese Aktie auch wieder den Level der Hochs der Jahre 2015/2016 um 15,50 Euro wiedersehen.

Chart auf Tagesbasis vom 27.09.2018, Kurs 21,24 Euro, Kürzel LHA

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