Börsenblick

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Airbus: Auf dem Sprung

Die Aktien von Flugzeugbauern sind auch in normalen Zeiten sehr schwankungsfreudig, denn diese Unternehmen sind vom konjunkturellen Umfeld äußerst abhängig. Wenn die Auguren die Daumen heben, die Fluggesellschaften rosige Zeiten vor sich sehen, werden die Flotten erneuert und ausgebaut. Sorgt man sich um das Wachstum kommender Jahre, halten viele Maschinen schon noch ein paar Jahre.

Airbus ist zwar auch im Militärbereich und in der Raumfahrt aktiv, aber auch diese Bereiche sind vom Grad positiver Erwartung bei denen abhängig, die befugt sind, über die Millionenbeträge zu entscheiden, die gemeinhin fließen, wenn man bei Airbus eine Bestellung aufgibt.

Noch ist die Auftragslage für den Konzern hervorragend. Aber wenn man sich überlegt, dass die heute ebenso analysierte Lufthansa bereits in den Sinkflug übergeht, weil man dort wohl die 2017er-Gewinne vorerst nicht wiedersieht, wirkt der Kurs der Airbus-Aktie, unmittelbar vor dem Sprung auf neue Rekordhochs, als würde man das Risiko mittelfristig nachlassender Auftragseingänge einfach ignorieren. Das mag auch durchaus in einem gewissen Maß der Fall sein. Aber die Trader schauen dort momentan auch weniger ihn. Sie fasziniert ein anderer Aspekt:

Expertenmeinung: Der ewige Konkurrenzkampf zwischen Airbus und Boeing, der in diesen Monaten nicht nur von den wechselnden Währungsvorteilen und der Beliebtheit der Modelle bestimmt wird, sondern vom Handelskrieg. Die Airbus-Aktie ist auch deshalb nahe an ihrem Rekordhoch und in Schlagdistanz, diesen bisherigen Höchststand von 111,18 Euro zu überwinden, weil die Investoren ahnen, dass sich dieser von der US-Regierung losgetretene, mittlerweile den halben Planeten direkt betreffende Konflikt sehr markant auf diese beiden großen Flugzeugbauer auswirken könnte.

Der Gedanke, der die Akteure im Moment umtreibt ist, dass Boeing durch das Verhalten der US-Regierung im äußerst wichtigen, großen Markt China in Ungnade fallen und umfangreiche Orders an Airbus fallen könnten. Bei Bloomberg spekulierte man im Wochenverlauf von einem Auftragsvolumen um die 18 Milliarden US-Dollar, das statt in die Bücher von Boeing in die von Airbus wandern könnte.

Das half, die Aktie in Startposition zu bringen, um das bisherige Hoch anzugehen und zu bezwingen. Sie sehen, dass der Kurs seit dem misslungenen Versuch Ende August das im Juli erreichte Rekordhoch zu überspringen, zwar konsolidierte, die mittelfristige Aufwärtstrendlinie dabei aber sehr sorgsam verteidigt wurde. Da gab es keine nennenswerten Attacken der Leerverkäufer, es wirkte wie das geruhsame Warten auf den richtigen Moment, um erneut auf der Oberseite anzugreifen.

Sollte die Airbus-Aktie das September-Verlaufstief mit Schlusskursen unter 103 Euro klar unterbieten, wäre die Chance nach oben zwar vertan. Derzeit wahrscheinlicher wäre es aber, dass dieses Rekordhoch bei 111,18 Euro bald angegangen wird. Angesichts der mittelfristig relativ risikobehafteten Perspektive sollte man indes hier nicht allzu viel Luft nach oben erwarten und wenn, dann über Long-Engagements oder deren Ausbau mit eher moderatem Kapitaleinsatz nachdenken.

Chart vom 27.09.2018, Kurs 108,82 Euro, Kürzel AIR

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