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S&P 500: Wird dieser Schneeball zu einer Lawine?

Am Ende wird man wohl der US-Notenbank („Fed“) die Schuld an diesem Intraday-Turnaround nach unten geben, der den marktbreiten Standard & Poor’s 500 (S&P 500) am Mittwoch ins Minus drückte. Aber eigentlich waren es zu hohe Erwartungen, zu viel Selbstgefälligkeit der Bullen und womöglich der Irrglaube, die US-Notenbank werde tun, was „ihr“ Präsident von ihr erwartet … weil er es war, der den neuen Fed-Präsidenten Jay Powell ausgesucht hatte.

Aber eigentlich war das Statement der US-Notenbank und vor allem die anschließende Pressekonferenz von Mr. Powell absolut vorbildlich. Die Anhebung des Leitzinses um weitere 0,25 Prozent war irrelevant, weil erwartet worden. Worum es den Investoren ging, war der Ausblick. Wie sieht die US-Notenbank die Lage, wie die kommenden Monate? Was läuft aus ihrer Sicht gut, wo liegen Gefahrenpunkte?

Dass die US-Konjunktur gut läuft und man bei der „Fed“ erwartet, dass sich das fortsetzen wird, wurde im um 20 Uhr unserer Zeit veröffentlichten Statement erkennbar, in dem das Wort „accomodative“ in Bezug auf das Zinsniveau verschwand. Aber das sorgte nicht für Druck auf den Markt.

Dass die Leitzinsen nicht mehr auf einem Niveau bleiben müssen, die das Wachstum stützen, war wohl den meisten Marktteilnehmern klar. Obwohl man grundsätzlich darüber streiten kann, wie nötig dieses vor allem kreditfinanzierte Wachstum niedrige Zinsen hätte. Aber das war nicht das Problem. Das lag in der Offenheit des Notenbank-Präsidenten.

Expertenmeinung: Im Zuge der Fragerunde der Journalisten sagte Powell, dass ein Handelskonflikt mit höheren Zöllen nur dann gut für die US-Wirtschaft sein könnte, wenn er schnell beendet wird und am Ende niedrigere Zölle stehen. Nicht gerade etwas, was der US-Präsident gerne hören wird. Aber die Anleger auch nicht.

Ebenso wies er darauf hin, dass man die Lehren aus der jetzt fast genau zehn Jahre zurückliegende Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers besser nicht vergessen sollte. Und auch, wenn er auf eine Frage hin unterstrich, dass sich eine US-Notenbank niemals zu der Frage äußern werde, ob der Aktienmarkt „teuer“ oder „billig“ sei, erwähnte er doch, dass sich einige Bewertungsgrößen am oberen Ende ihrer historischen Spanne befänden.

Das schien einigen Bullen am Aktienmarkt wohl unheimlich, es wirkte wie eine Warnung … was es wohl auch war. Und zwar in Richtung der Politik ebenso wie in Richtung derer, die aggressiv und mit hohem Risiko auf die ewige Hausse setzten. Vor allem der Unterbereich der Banken sackte beim S&P 500 heftig durch, verlor zum Handelsende etwa zwei Prozent. Und der Index insgesamt drehte, am Tageshoch nur noch zehn Punkte vom bisherigen Verlaufsrekord von 2.941 Punkten vom Freitag entfernt, ins Minus … und wurde nur von zwei Dingen gestoppt:

Von der Schlussglocke und der Kreuzunterstützung aus 20-Tage-Linie und Juni-Aufwärtstrendlinie bei 2.900 Punkten. Zwar würde sich schon bei 2.872 Punkten das „alte“ Rekordhoch vom Januar als nächste, markantere Unterstützung anbieten.

Aber so ein Intraday-Turnaround als Reaktion auf Signale einer besonnenen US-Notenbankpolitik, die auch Risiken wahrnimmt, nahe eines Rekordhochs und bei einem Stochastik-Oszillator, der dadurch in der überkauften Zone nach unten drehte, das ist ein massives Warnsignal, das es dem bullischen Lager verleiden könnte, sofort wieder aktiv zu werden. Und angesichts der zahlreichen verdrängten Risiken wie Handelskrieg, steigenden Anleihe-Renditen und den nahenden Zwischenwahlen kann es im Fall eines Bruchs dieser Kreuzunterstützung bei 2.900 Punkten durchaus sein, dass dieser gestrige kleine Schneeball zu einer Lawine wird!

Chart vom 26.09.2018, Kurs 2.905,97 Punkte, Kürzel SPX

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