Börsenblick

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DAX: Charttechnische Wende-Chance mit Treibsand-Unterbau

Die Charttechnik meldet, dass der DAX die Chance auf eine effektive Wende nach oben hätte, die dem deutschen Leitindex zu einem goldenen Herbst verhelfen könnte. Aber die Rahmenbedingungen ziehen da nicht mit. Im Gegenteil.

Womit sich die Frage stellt, ob diese charttechnische Chance so stark ist, dass sie genug rein technisch orientierte Trader mobilisieren kann, um die problematischen Rahmenbedingungen zu „überstimmen“. Oder ob es im Gegenteil so ist, dass die näher rückenden bullischen Signale in diesem Gesamtumfeld keine Chance haben, mehr zu werden als im besten Fall eine Bullenfalle. Der Blick auf den Chart auf Wochenbasis zeigt:

Genau dort, wo der DAX unbedingt nach oben drehen musste, hat er genau das auch getan: Knapp über der „Nackenlinien-Zone“ (11.727/11.870 Punkte) einer gewaltigen, bereits seit Frühjahr 2017 langsam konkreter werdenden Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation. Wenn der Index da durchrutscht, haben nur noch die Bären gut Lachen. Und es ist ermutigend, dass der Stochastik-Oszillator auf Wochenbasis diesen Schwenk nach oben mit einem Kaufsignal knapp oberhalb der überverkauften Zone begleitet.

Das Problem ist: Bislang war es das dann auch schon mit den Erfolgen des bullischen Lagers. Damit ist nur die Basis für einen Befreiungsschlag nach oben geschaffen worden, vollzogen werden muss er aber auch noch. Und das wird nicht einfach werden, selbst, wenn die Rahmenbedingungen günstig wären. Und das sind sie nicht.

Der DAX-Chart auf Tagesbasis zeigt, dass der Index auf dieser Zeitebene schon ein wenig ausgelaugt wirkt. Der Schwenk im Bereich wichtiger Unterstützungen war wichtig, aber jetzt ist dieselbe Stochastik, die auf Wochenbasis gerade erst bullisch geworden ist, auf Tagesbasis nah am überkauften Level. Und dem DAX stehen gleich drei markante Hürden ins Haus:

Die Juni-Abwärtstrendlinie bei 12.500, die 200-Tage-Linie bei 12.615 und die übergeordnete Januar-Abwärtstrendlinie bei 12.860 Punkten. Gerechnet vom Tageshoch des Freitags wäre das eine Distanz, die kleiner ist als die, welche der DAX in den knapp zwei Wochen zuvor zurückgelegt hat. Das Problem könnte indes sein, dass ihm jetzt genau das Zugpferd fehlt, das diesen Karren zuletzt alleine gezogen hat:

Chart auf Wochenbasis vom 24.09.2018, Kurs 12.350,82 Punkte, Kürzel DAX

Der „dreifache Hexensabbat“, der Abrechnungstermin für Optionen und Futures. Der ging am Freitag über die Bühne. Und es gibt einige Indizien, dass dieser Termin diese Kurse diesmal noch deutlich intensiver – und nach oben – beeinflusst hat als üblich.

Dass der deutsche Leitindex am Montag und damit gleich am ersten Handelstag nach dieser Abrechnung kraftlos zurückfiel, ist kein allzu gutes Omen für die Bullen. Denn zieht man die Sogwirkung des „Hexensabbat“ ab, bleiben in der Gleichung der Rahmenbedingungen momentan vor allem die negativen Vorzeichen übrig: Die Eskalation des Handelskriegs … der wieder kräftig anziehende, den Export belastende Euro … die auffällige Häufung von Gewinnwarnungen am deutschen Aktienmarkt … die offenen Fragen in Bezug auf BrExit, Türkei, Italien.

Das ist kein Umfeld, das den Bullen Rückenwind verleihen würde, im Gegenteil. Daher: Erst, wenn der DAX diese aktuell anstehenden drei Widerstände mit Schlusskursen über 12.860 Punkten genommen hat, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht frei. Bis dahin sollte man dem Braten besser nicht trauen und auch ein Auge auf die Unterseite haben. Denn das bisherige Jahrestief bei 11.727 Punkten ist nicht so weit entfernt, um nicht schnell erreicht und unterboten zu werden. Und dann hätte dieser Herbst das Zeug dazu, nur für die Bären golden zu werden.

Chart auf Tagesbasis vom 24.09.2018, Kurs 12.350,82 Punkte, Kürzel DAX

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