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Brent Crude Oil: Die Trader winken mit dem längeren Hebel

Wir hatten es zuletzt schon vermutet: Je näher die US-Zwischenwahlen am 6. November rücken, desto wichtiger wird es für die US-Republikaner und „ihren“ Präsidenten, optimale Rahmenbedingungen zu erzeugen, um sich des Beifalls und der Stimme so vieler Wähler wie möglich zu versichern.

Dazu gehören neben Wachstum und steigenden Aktienkursen auch niedrige Öl- und Benzinpreise. Die ersten beiden Faktoren sind derzeit noch im Lot, der Ölpreis aber keineswegs. Denn auch, wenn wir hierzulande mit gerunzelter Stirn auf die Zapfsäulen starren, haben wir in der Eurozone doch den Vorteil, dass der steigende Ölpreis durch den zum Euro schwächer gehenden US-Dollar abgeschwächt wird.

In den USA jedoch schlägt der Anstieg der Ölpreise voll durch. Und auch, wenn man sich dort mehr an der im Preis noch günstiger liegenden Ölsorte Light Sweet Crude orientiert: Der Ölpreis zieht bei allen Sorten an. Und für die US-Verbraucher ist ein US-Dollar eben ein US-Dollar, eine Abschwächung des Preisanstiegs durch Währungsverschiebungen gibt es dort nicht.

Und so kam es, wie es kommen musste: US-Präsident Trump forderte wieder einmal, die OPEC müsse die Ölpreise senken. Was publikumswirksam die Schuld anderen in die Schuhe schob, denn der massive Ausbau der US-Ölförderung bedingt, dass die eigenen Hersteller eine weit größere Rolle für die Preise in den USA spielen als die OPEC. Aber der Chart zeigt: Wer die Preise treibt und wer nicht, ist derzeit sekundär. Interessanter ist, dass Mr. Trump sie nicht bremsen kann, sondern die Trader ihm im Gegenteil die lange Nase zeigen.

Expertenmeinung: Was Mr. Trump überrascht haben dürfte. Denn als er dieselbe Forderung am 11. Juli stellte, brach der Ölpreis erst einmal ein, ging bis Mitte August in eine Konsolidierung über. Man traute sich nach dieser Forderung Trumps in Richtung OPEC nicht recht, umgehend wieder Long zu gehen, man wusste ja nicht, was Trump in der Hand haben könnte, um seine Forderung auch durchzusetzen.

Doch nachdem Brent Crude Oil und die anderen Ölsorten ab Mitte August nach und nach wieder anzogen, sich dem bisherigen Jahreshoch im hier abgebildeten Dezember-Future bei 80,52 US-Dollar annäherte, verfestigte sich der Eindruck: Er hat gar nichts in der Hand. Denn wäre es so, er hätte a) schon unterhalb der 80-Dollar-Marke für Druck sorgen können und b) diese Forderung nicht vergangene Woche erneuern müssen. Und damit werden die Trader jetzt mutiger.

Denn ebenso wie am Devisenmarkt agieren hier große Adressen, die es absolut nicht mögen, wenn Außenstehende versuchen, das Kursgeschehen zu beeinflussen. Die Bullen traten an, dem US-Präsidenten klar zu machen: so nicht. Und der Wochenstart zeigt, dass das mit Erfolg geschah:

Das bisherige Jahreshoch wurde überboten. Noch aber sollten die Bullen den Champagner nicht öffnen, dieser Ausbruch nach oben ist noch nicht signifikant. Daher wäre es unbedingt ratsam, sich nach unten konsequent eng abzusichern. Wobei das Chartbild dies leicht macht, denn der doppelte Leitstrahl aus der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie bei aktuell 77,70 US-Dollar drängt sich als Orientierung für einen Stop Loss förmlich auf.

Chart vom 24.09.2018, Kurs 80,66 US-Dollar, Kürzel COIL

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