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Barrick Gold: Randgold Übernahme kommt genau zum richtigen Zeitpunkt

Barrick Gold ist einer der führenden Goldproduzenten weltweit. Das Unternehmen hat Bergbaubetriebe in Argentinien, Australien, Kanada, Chile, der Dominikanischen Republik, Papua-Neuguinea, Peru, Saudi-Arabien, den Vereinigte Staaten und Sambia.

Mehr als drei Viertel der Goldproduktion entfällt auf Nord-, Mittel und Südamerika. Im Jahr 2017 wurden 5,3 Millionen Unzen Gold und 413 Millionen Pfund Kupfer produziert.

Bittere Performance

In den letzten zehn Jahren ist der Umsatz lediglich von 7,61 auf 8,37 Mrd. USD gestiegen, lag zwischenzeitlich aber auch schon bei über 14, Mrd. USD. Bei höheren Goldpreisen wäre also durchaus Potenzial vorhanden.

Beim Gewinn sieht es leider keinen Deut besser aus, denn man hat nur in fünf von zehn Jahren ein positives Ergebnis erzielt.
Beim freien Cashflow konnte man zumindest in 6 von 10 Fällen Einnahmen verbuchen, doch fast durchweg wird ein Großteil des operativen Cashflows durch Investitionen aufgezehrt.

Der Buchwert ist von über 22 USD auf 8 USD eingebrochen.  Eine Zeit lange schien es auch so, als würden die Schulden aus dem Ruder laufen. Denn die langfristigen Verpflichtungen legten von 2008 bis 2013 von 4,1 auf 15,4 Mrd. USD zu. Dann wurde glücklicherweise ein Strategiewechsel beschlossen und die Schulden reduziert, zuletzt bis auf 6,4 Mrd. USD.

Es liegen also äußerst schwierige Jahre hinter dem Konzern. Der gesunkene Goldpreis hat tiefe Spuren hinterlassen.

Gold Gold Gold

Exploration und der Betrieb von Rohstoffminen gehört mit zu den schwierigsten Geschäftsfeldern überhaupt.
Unternehmungen in diesem Bereich sind mit hohem Risiko behaftet. Minen können am Ende weniger bringen als erwartet oder es werden schlicht Millionen für Probebohrungen ausgegeben, die nicht die gewünschten Resultate erzielen.
Selbst wenn man auf lohnenswerte Vorkommen stößt, ist der Betrieb extrem kapitalintensiv.
Eine Infrastruktur muss geschaffen werden, die Anschaffungskosten für Förderanlagen und Maschinen sind erheblich, ebenso so die laufenden Kosten für Mitarbeiter und beispielsweise Diesel.

Ist ein Abschnitt einer Mine erschöpft, muss der nächste erschlossen werden. Ist eine Mine erschöpft, muss man weiterziehen und es sind abermals erhebliche Investitionen notwendig.

All diese Vorgänge verschlingen Unsummen und am Ende kann der Produzent den Preis seiner Ware nicht selbst bestimmen.
Das ist ein echtes Problem, denn Betreiber von Minen können nur darauf hoffen, dass der Goldpreis schneller steigt, als die Produktionskosten.
Das ist seit etlichen Jahren nicht mehr der Fall.

Darüber hinaus sind die ertragreichsten Vorkommen bereits ausgeschöpft. Seit den Hochzeiten in den 1960er Jahren ist der durchschnittliche Goldgehalt von 10 auf knapp 1 Gramm pro Tonne Erdreich geradezu kollabiert.

Dementsprechend sind die Gewinne immer weiter gesunken. Doch der Markt wird dadurch auch bereinigt und der gesunkene Goldpreis beschleunigt die Vorgänge. Denn die teuren Produktionsstätten werden aufgegeben und die Low-Cost-Provider setzen sich durch.

Genau hier kommt Randgold ins Spiel.

Kaufen wenn die Kanonen donnern

Randgold übertrifft mit 3,79 Gramm pro Tonne alle nennenswerten Konkurrenten bei weitem.
Barrick Dold kommt durchschnittlich auf 1,55 Gramm pro Tonne, Anglogold, Gold Corp und Newmon Mining liegen nahe 1 Gramm pro Tonne.

Der gesamte Sektor  hatte die zuvor angesprochenen Probleme und dementsprechend ist nicht nur der Kurs von Barrick Gold unter die Räder gekommen. Auch Randgold steht knapp 50% unter seinem Allzeithoch.

Darüber hinaus erfolgt die Übernahme komplett auf Aktienbasis, es werden also keine neuen Schulden gemacht. Es wird auch kein Premium über dem aktuellen Börsenpreis bezahlt.
Es ist wirklich erstaunlich, dass Randgold diesem Deal überhaupt zugestimmt hat.

Doch kommen wir zurück zum Thema Low-Cost-Provider.
Durch den Zusammenschluss entsteht der weltweit größte Goldproduzent mit fünf der zehn kostengünstigsten Goldminen der Welt.

Gemeinsam sollte man also jeden Sturm überstehen können, zumindest länger als die teurere Konkurrenz.

Randgold ist der klare Outperformer unter den beiden Werten, weitaus profitabler und hätte auch eigenständig gewinnbringend arbeiten können. Der Goldgehalt der Minen ist höher und bei einer der wichtigsten Kennzahlen überhaupt, sind die Afrikaner ebenfalls einsame Spitze: Kapitalrendite im Vergleich zu den Kapitalkosten.

Ersteres sollte natürlich über dem zweiten liegen, doch das gelingt fast der gesamten Branche nicht mehr. Am Ende bleibt nur eine mögliche Erklärung, warum Randgold dem Deal überhaupt zugestimmt hat. Die Lebensdauer der bisherigen Minen neigt sich langsam dem Ende zu.

Der Tauschkurs beträgt 6,128 zu 1. Aktionäre von Randgold erhalten also für je Aktie etwas mehr als 6 Papiere von Barrick Gold.

Charttechnik

Beide Aktien sind massiv eingebrochen. Durch die angekündigte Fusion könnte nun wieder Hoffnung aufkommen.

Barrick Gold hat einen Doppelboden ausgebildet und mit dem Sprung über 10,80 USD ein prozyklisches Kaufsignal generiert. Jetzt müssen die Bullen nachlegen und auch den Widerstand nahe 11 USD überwinden. Dann würde sich das Chartbild nachhaltig aufhellen und den Weg in Richtung 12 und 12,50 USD frei machen.
Bedeutende Hürden liegen erst wieder bei 13,50 – 13,80 USD.

Randgold hat bereits in den Tagen vor der Ankündigung direkt an der Trendlinie gedreht und ebenfalls mit einem Kurssprung reagiert. Mit dem Ausbruch über den Widerstand bei 67,58 USD wurde ebenfalls ein Kaufsignal generiert. Mögliche Kursziele liegen bei 72,50 und 75 USD. Darüber würde sich das Chartbild zunehmend aufhellen.

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