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S&P 500: Der Präsident gratuliert den Anlegern – brisant

Dass Donald Trump kein Präsident ist wie die anderen, daran hat man sich bereits gewöhnt. Für ihn gelten weder Tabus noch politische Etikette. Ein Weg, der bislang gutging, aber keineswegs weiterhin gut gehen muss. Anfang November kommt es mit den sogenannten „midterm elections“ zu einer ersten entscheidenden Hürde. Denn da werden ein Drittel des Senats und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt.

Sollten die Republikaner dann ihre Mehrheiten einbüßen, würde Trump zur „lame duck“, der von der dann demokratischen Mehrheit in den beiden Kammern des Kongresses ein ums andere Mal blockiert werden könnte. Würde man den US-Aktienmarkt bzw. dessen wichtigste Indizes als Maßstab seines Erfolges ansehen, wäre diese Zwischenwahl ein Spaziergang. Aber davon abgesehen, dass der Sturmlauf der großen Indizes Dow Jones, Standard & Poor’s 500 (S&P 500) und Nasdaq 100 100 von zu wenigen Aktien getragen wird, um wirklich robust zu sein, hat sich der Präsident mit einem Tabubruch auf gefährliche Weise an diese Hausse der US-Börse gebunden:

Während es bislang ein ungeschriebenes Gesetz war, dass sich hochrangige Politiker nicht wertend über den Aktienmarkt äußern – und Präsidenten schon mal gar nicht – bezeichnet Donald Trump diese Aufwärtsbewegung des Aktienmarkts als seinen Verdienst. Durch sein Werk verdienen die US-Bürger immer mehr Geld an der Börse.

Davon mal abgesehen, dass das nur für diejenigen gilt, die sich Aktien leisten können, was für die „Vergessenen“, für die sich Trump eigentlich vor allem stark machen wollte, nicht gilt, würde eine Trendwende damit zugleich ebenso sein Werk sein. Denn wenn, ist er in jeder Situation der „Vater“ der US-Börse. Erst am Donnerstag kam dazu die letzte Twitter-Nachricht: „S&P 500 Hits All Time High – Congratulations, USA.“ Damit sind der Aktienmarkt und Trump eng miteinander verbunden.

Frühere Präsidenten wussten schon, warum sie dieses Thema mieden. Wenn man sich brüstet, Ursprung der Hausse zu sein, wackelt der Thron, wenn die Börse wackelt. Die aber keineswegs wegen, sondern doch tendenziell eher trotz Trump steigt.

Nicht weil man an ihn als Person glaubt, sondern darauf hofft, dass seine Programme das Wachstum intensiveren. Wobei diejenigen, deren Käufe derzeit den marktbreiten S&P 500 auf neue Hochs tragen, noch auf drei andere Dinge hoffen müssen. Darauf, dass a) diese Wachstumshoffnungen auch weiterhin erfüllt werden, dass b) man bereits ausgestiegen ist, wenn die anderen verkaufen und c) dass dieser letzte, von Trump beklatschte Sprung auf neue Rekordhochs nicht vor allem auf die Terminbörsen-Abrechnung am Freitag zurückzuführen war und zur Bullenfalle wird.

Auf die letzte Frage wird womöglich diese Woche schon eine Antwort liefern. Hilfreich sind ein schwächerer US-Dollar und mehrheitlich gute Konjunkturdaten. Negativ bleiben die Eskalation des Handelskriegs und ein hoher Ölpreis. Charttechnisch passt bislang noch alles. Man muss indes auf die diesen Anstieg führenden Linien ein besonderes Augenmerk haben, denn gerade der Umstand, dass der marktbreite S&P 500 pünktlich zur Terminbörsenabrechnung Hand in Hand mit dem Dow Jones ein für viele Investoren noch vor ein, zwei Wochen wohl kaum erwartetes, neues Hoch markierte, ist verdächtig.

Das ist für die großen Akteure am Terminmarkt optimal gewesen, aber deren Ziel ist ja jetzt erreicht. Wird der S&P 500 damit im Verlauf dieser Woche doch wieder der Schwerkraft der negativen Aspekte der Gesamtsituation ausgeliefert sein?

Chart auf Wochenbasis vom 21.09.2018, Kurs 2.929.67 Punkte, Kürzel SPX

Der Index hat unterhalb dieser neuen Rekorde eine ganze Phalanx an charttechnischen Unterstützungen ausgebildet, die bis hinunter an die bei 2.750 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie reicht. Eine ideale Basis, um bereits jetzt auf Trading-Chancen Short zu lauern, ist das also nicht. Aber sollte die Kombination aus terminbörsenbedingtem Überschießen, Handelskrieg und Zwischenwahlen greifen, können diese Unterstützungen schnell höchst durchlässig werden. Daher sollte man auf der Long-Seite immer darauf bedacht sein, die Stoppkurse regelmäßig nachzuziehen.

Derzeit wäre der doppelte Leitstrahl aus 20-Tage-Linie und Juni-Aufwärtstrendlinie bei 2.895 Punkten eine gute Orientierung für aggressive Long-Trades, während mittelfristige Positionen knapp unter dem „alten“ Rekord vom Januar bei 2.872 Zählern abgesichert werden könnten.

Chart auf Tagesbasis vom 21.09.2018, Kurs 2.929.67 Punkte, Kürzel SPX

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