Börsenblick

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Commerzbank: +20 Prozent in 2 Wochen – was ist denn hier los?

Ein großer Verlierer des ersten Halbjahrs saust nach oben – warum? Die Letzten werden die Ersten sein … an der Börse ist das eher nicht üblich. Es sei denn, es gäbe gute Gründe, warum ein Verlierer zum Gewinner wird. Gäbe es die bei der Commerzbank-Aktie?

Eigentlich nicht, es sei denn, man würde seitens der Marktteilnehmer auf einmal sehr weit in die Zukunft blicken statt auf das Hier und Jetzt, das eine schwerfällige, durch die Niedrigzinsphase behinderte Erholung der Ertragslage zeigt. Denn irgendwann, so wurde es in den letzten Tagen kolportiert, könnte es in der Tat zu der ab und an schon als Möglichkeit gesehenen Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank kommen. Die Bundesregierung als großer Anteilseigner solle sich angeblich nicht sperren. Allerdings soll Deutsche Bank-Chef Sewing erklärt haben, dass eine solche Fusion zumindest für die nächsten anderthalb Jahre noch kein Thema sein könne. Und wenn es dazu käme, würde das erst einmal viel kosten, bevor es später vielleicht viel Gewinn bringt.

Zwar wäre die Commerzbank diejenige Bank, die dann wohl verschwinden, sprich geschluckt würde, so dass es dann zu einem Übernahmeangebot für die freien Aktionäre käme, das über dem dann geltenden Marktpreis liegt. Aber wer wollte ernsthaft daraufhin schon heute kaufen … vielleicht kostet die Aktie ja in zwei, drei Jahren noch weniger als heute und das Abfindungsangebot würde dennoch einen Verlust für einen heutigen Käufer bedeuten. Nein, das kann kein Grund sein, warum die Aktie seit zwei Wochen fast täglich steigt. Also?

Expertenmeinung: Also bleiben zwei Aspekte, die sich ergänzen könnten: Der heute anstehende Abrechnungstermin für Optionen an der Terminbörse und die Charttechnik. Sie sehen, dass es gelang, die Aktie knapp über dem bisherigen Jahres-Verlaufstief von Ende Juni bei 7,92 Euro zu drehen. Ein erster erfolgreicher Test dieses Tiefs im August hielt ebenso, führte aber nicht allzu weit nach oben. Dass der nächste Versuch, dieses Tief zu unterbieten, gelingen würde, war Anfang des Monats relativ wahrscheinlich.

Aber im Gegenteil, die Aktie drehte erneut nach oben – und diesmal mit mehr Dynamik. Daraus entstanden ein kleines Doppeltief und damit ein zumindest auf kurzfristiger Ebene relevantes bullisches Signal.

Das dürfte viele im bärischen Lager überrumpelt haben. Und so hätten hier die Stillhalter am Optionsmarkt jetzt eine perfekte Situation, denn das Gros der Akteure dürfte hier auf Put-Optionen gesetzt haben, die, zwanzig Prozent über dem Tief und auf dem höchsten Kursniveau seit dem letzten „großen“ Verfalltermin im Juni, mehrheitlich wertlos verfallen und den Stillhaltern einen perfekten Gewinn einbringen, da sie nichts auszahlen müssen bzw. man ihnen keine Aktien andienen wird. Was aber, siehe dazu auch unsere heutige Analyse zum TecDAX, die Tragfähigkeit dieses jetzt erreichten Kurslevels zumindest fraglich macht. Denn ab kommender Woche, wenn dieser Abrechnungstermin vorüber ist, würde dieses Argument, die Aktie „oben“ zu halten, wegfallen.

Chart vom 20.09.2018, Kurs 9,48 Euro, Kürzel CBK

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