Börsenblick

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Zalando: Und es wäre sogar noch mehr Luft nach unten

Wir hatten im Zuge der Analysen zur Aktie des Online-Händlers Zalando öfter darauf hingewiesen, dass die Entwicklung des Umsatzes zwar grandios war, aber nicht die der Gewinne. Denn es gelang nicht, taugliche Gewinnmargen zu erzielen. Da, wo einigermaßen gute Margen machbar waren, mussten sie Defizite in anderen Bereichen stopfen. Diese dünne Decke machte Zalando anfällig. Und jetzt war es nur der heiße Sommer, der dafür sorgte, dass das Unternehmen am Dienstag eine Gewinnwarnung herausgeben musste.

Dabei war schon die Bilanz des zweiten Quartals negativ aufgenommen worden. Nicht wegen der Ergebnisse von April bis Juni, aber wegen der mitgelieferten Perspektive, die auf einmal mit kleineren Brötchen daherkam. Da erwartete man nur noch ein Umsatz- und Gewinnwachstum im unteren Bereich der eigenen Zielspanne. Und jetzt ist auch das vom Tisch.

Die Umsatzerwartung wurde zwar nur leicht nach unten genommen. Was den erwarteten Gewinn angeht, ging es indes deutlich heftiger zu: Da liegt die angepasste Prognosespanne jetzt nur noch bei 150 bis 190 Millionen Euro, Anfang August war man im Zuge der jüngsten Quartalsbilanz noch von einem Ergebnis am unteren Ende der eigenen, für 2018 angesetzten Spanne von 220 bis 270 Millionen ausgegangen. Das Ergebnis: ein heftiges Minus von 13,19 Prozent. Und jetzt?

Expertenmeinung: Dieser Chart auf Wochenbasis zeigt die gesamte Kurshistorie der Aktie. Und da erkennt man sofort ein Problem des seit gestern zweifellos reichlich dezimierten bullischen Lagers: Das Kind lag, was den mittelfristigen Trend angeht, schon vorher im Brunnen. Denn alleine die Reaktion auf die Anfang August präsentierten, enttäuschenden Perspektiven hatte dazu geführt, dass die Aktie durch die 200-Tage-Linie und die seit Herbst 2016 geltende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie fiel. Und der Versuch, wenigstens diese Trendlinie zurückzuerobern, scheiterte in der vergangenen Woche, also noch vor der gestrigen Gewinnwarnung.

Die Bären waren also sowieso schon auf der Überholspur. Und dass sich ihre Positionierung durch die eigene Hand des Unternehmens jetzt derart ausgezahlt hat, dürfte potenzielle Käufer zu Recht abschrecken. Denn wer wollte sicher sein, dass sich die Lage zeitnah bessert? Dass Zalando selbst an der mittel- und langfristigen Perspektive festhält, hat nicht viel zu bedeuten.

Vor sechs Wochen hatte man schließlich eine Perspektive nur für die kommenden Monate geliefert, die jetzt Makulatur ist. Dass die Aktie sich von ihrem gestrigen Tagestief lösen konnte, dürfte daher tendenziell auf Eindeckungen von Short-Positionen zurückzuführen sein und weniger auf Käufe überzeugter Bullen, die jetzt ein „Schnäppchen“ zu machen glauben. Gegenreaktionen nach oben kann es nach einem solchen Abverkauf immer geben, aber ein Test der übergeordneten Aufwärtstrendlinie bei knapp 31 Euro, die ihren Ursprung ganz zu Beginn ihres Börsenlebens hat, wäre nicht überraschend.

Chart vom 18.09.2018, Kurs 36,37 Euro, Kürzel ZAL

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