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Nemetschek: Kann Eis dünner sein?

Die Aktie des Entwicklers von Bau- und Architektursoftware Nemetschek ist ein Phänomen. Denn sie steigt und steigt, erreicht ein Rekordhoch nach dem anderen. Aber ohne Rückendwind einer günstigen Bewertung, ungewöhnlich stark steigender Gewinne oder meilenweit über dem aktuellen Kurs liegenden Analysten-Kurszielen. Es ist sogar das Gegenteil der Fall.

Seit der letzten, Ende Juli präsentierten Quartalsbilanz hoben vier Analysten ihr Kursziel an. Und zwar zweimal auf 115 Euro, einmal auf 126, einmal auf 128 Euro. Die Aktie aber erzielte derweil am Dienstag mit 153,40 Euro einen neuen Schlussrekord. Das durchschnittliche Kursziel der zehn die Aktie beobachtenden Experten liegt um 105 Euro. Und alle haben die Einschätzung „Halten“ oder sogar nur „Untergewichten“. Die Aktie ficht es nicht an. Und die Bewertung? Man kann sich schon denken, dass die als „sportlich“ zu bezeichnen ist, sonst würden die Analysten ihre Ziele höher setzen.

Wenn Nemetschek die eigene, bislang auch nicht angehobene Prognose erreicht, dürften für 2018 etwa 2,40 Euro pro Aktie als EBITDA erreicht werden. Daraus errechnet sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis über 60, das einem aktuellen Gewinnwachstum in der Range zwischen 22 und 25 Prozent gegenübersteht. Das ist schlicht und einfach teuer. Sehr teuer. Aber:

Expertenmeinung: Die Aktie lässt sich, wie der Chart zeigt, einfach nicht aufhalten. Nur geht ein derartiger Tanz auf dünnem Eis nicht auf Dauer gut. Ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 30 bis 40 wäre hier völlig normal. Was aber hieße, dass der Kurs sich im Extremfall halbieren könnte … und die Aktie wäre trotzdem noch normal bewertet.

Wer auch immer hier weiter kauft: Wenn es sich da nicht um den Versuch großer Akteure handelt, sich über die Börse einen ansehnlichen Anteil an Nemetschek zu sichern, bei dem es nicht auf zehn oder zwanzig Euro pro Aktie ankommen soll, bewegen sich die Marktteilnehmer hier auf einer Leiter ohne tragfähige Sprossen.

Wer hier Long agiert, muss sich konsequent absichern und, da diese Aktie sehr volatil ist, am besten über einen Stop Loss, der sofort greift, wenn es kritisch werden sollte. Hierfür drängt sich der doppelte Leitstrahl der Aktie geradezu auf, der den Kurs seit Juli bereits um 50 Prozent nach oben getragen hat: Die doppelte Unterstützung aus der Juli-Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie bei 140/141 Euro.

Wenn diese Zone fallen würde, bestünde das Risiko, dass die hohe Bewertung der Aktie, die ja kaum jemandem, der dort engagiert ist, verborgen bleiben dürfte, eine Falltür öffnet, die den Kurs schnell an das nächste charttechnische Ziel in Form der Februar-Aufwärtstrendlinie bei derzeit 116 Euro befördern könnte.

Chart vom 18.09.2018, Kurs 153,40 Euro, Kürzel NEM

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