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Ceconomy: Der Kurs hat sich seit Jahresbeginn halbiert. Was ist da eigentlich los?

Ceconomy ist ein führendes Handelsunternehmen für Unterhaltungselektronik in Europa und der Betreiber und Eigentümer der beiden Elektronik-Fachmarkt-Ketten Media Markt und Saturn.
Der Konzern hat Niederlassungen in mehr als 30 Ländern und entstand im Jahr 2017 durch die Aufspaltung der Metro AG in die Bereiche Lebensmittelgeschäft und Consumer Electronics.

Wie läuft es eigenständig?

Für das Unternehmen liegen ab dem Geschäftsjahr 2014/15 eigene Zahlen vor, also drei Jahresabschlüsse. In diesem Zeitraum stieg der Umsatz von 21,74 auf 22,16 Mrd. Euro.
Der Gewinn entwickelte sich allerdings deutlich besser und legte von 0,42 auf 0,58 Euro je Aktie zu.

Im den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres stagnierte der Umsatz hingegen weitgehend und erreichte 16,50 Mrd. nach 16,47 Mrd. Euro im Vorjahr.
Das Ergebnis brach von 0,27 auf -0,19 je Aktie ein. Der Rückgang war vor allem auf eine deutlich gestiegene Steuerquote und ein Finanzergebnis von -261 Mio. Euro zurückzuführen.

Es gab also tatsächlich wenig Erfreuliches für die Aktionäre und Kursverluste sind daher nicht überraschend.

Prognose gekappt

Der Vorstand bezeichnete die Umsätze bei Media Markt und Saturn im Juli und August als „enttäuschend“. Deshalb sei man zu dem Schluss gekommen, dass man die Guidance anpassen muss.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet man nun nur noch ein EBITDA von 680-710 Mio. nach 714 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBIT soll mit 460-490 Mio. ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 494 Mio. Euro liegen.

Darüber hinaus scheint auch das mittelfristige Ziel einer operativen EBITDA-Marge von 5,0% zu wackeln, zumindest brauche man wohl mehr Zeit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Marge noch bei 3,2%.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Dementsprechend sollte man wohl sehr vorsichtig mit den bisherigen Schätzungen umgehen. Es dürften diverse Downgrades, Revisionen und Senkungen der Kursziele folgen.

Dennoch dürfte Ceconomy im laufenden Geschäftsjahr auf ein KGVe von 13-14 kommen. Die Dividendenrendite liegt bei 3,8%.

Der Markt übersieht etwas

Einige wichtige Fakten scheinen allerdings von den anhaltend schlechten Nachrichten überschattet zu werden.

Kürzlich hat der tschechische Milliardär Křetínský eine Beteiligung von 7,3% an Metro erworben. Zusätzlich besteht eine Option auf den Kauf von weiteren 15,2%, die Haniel hält.

Gerüchten zufolge verhandelt der Tscheche auch mit Ceconomy und strebt wohl eine Kontrollmehrheit an. Beim aktuellen Börsenwert wären die 10% an der Metro rund 500 Mio. Euro Wert – mehr als ein Fünftel der Marktkapitalisierung von Ceconomy selbst!

Ceconomy hätte im Falle eines Verkaufs plötzlich rund 1,40 Euro je Aktie Cash in der Bilanz.

Vielleicht ist es noch zu früh einzusteigen, man sollte die Sache aber unbedingt im Auge behalten. Kommt es zu einem Verkauf, könnte die Aktie deutlich anspringen.

Charttechnik

Die heutige Tageskerze muss aus technischer Sicht positiv gedeutet werden. Trotz Hiobsbotschaft hat die Aktie kein nachhaltiges neues Tiefs markiert. Der Abverkauf wurde frühzeitig gestoppt und ein Tagesschluss über der Unterstützung bei 6,25 Euro ist wahrscheinlich.

Darüber hinaus wurde der über Monate anhaltende Abwärtstrend überwunden und nicht wieder unterschritten. Es besteht eine valide Chance, dass Ceconomy hier einfach dreht und in Richtung 6,75 oder 6,90 Euro steigt. Darüber hellt sich das Chartbild zunehmend auf.

Fällt der Wert hingegen nachhaltig unter 6,25 Euro, kommen auf die Bullen ernstzunehmende Probleme zu.

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