Börsenblick

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TecDAX: Was wird da eigentlich gerade verteidigt?

Anfang des Monats kam der TecDAX kräftig unter die Räder, nachdem es misslungen war, an den Ende August erzielten Hochs vorbei zu ziehen. Mit einem „bearish engulfing pattern“ sackte der Index durch, sah am Folgetag umgehende Anschlussverkäufe – und seither ist Wassertreten angezeigt. Das wirkt deshalb seltsam, weil der Index nicht nur auf den ersten Blick in charttechnischem Niemandsland in eine Seitwärtsbewegung auf engem Raum übergegangen ist. Das bleibt auch bei genauerer Betrachtung und unter Einbeziehung des langfristigen Chartbilds auf Wochenbasis so. Wirklich seltsam?

Ungewöhnlich vielleicht, aber seltsam nicht, wenn man seinen Blick auf den Kalender richtet. Denn am Freitag ist ein Abrechnungstermin für Optionen auf Aktien und Indizes am Optionsmarkt, der übrigens weltweit immer am 3. Freitag eines Monats stattfindet, also z.B. auch an den Börsen in Tokio oder New York. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die großen Adressen am Terminmarkt versuchen, ein Abrechnungsniveau zeitig „festzuzurren“, das für ihre eigene Strategie optimal ist.

Gerade in Monaten wie dem September, in denen keine Quartalsbilanzen das Bild auf den Kopf stellen können und in einer Abrechnungswoche wie dieser, in der keine Notenbankentscheidung ansteht (Bank of England und EZB liegen hinter uns, die US-Notenbank steht erst kommende Woche an) hat man da gute Chancen, in einer solchen Seitwärtsrange ins Ziel der Abrechnung am Freitag zu kommen. Aber:

Zum einen kann es jederzeit noch zu einer unerwartet starken Bewegung kommen, die die großen Adressen an der Terminbörse zwingen würde, ihre Positionen abzusichern oder anders zu strukturieren. Zum anderen ist der Freitag nahe – und wie ginge es dann weiter, sollte der TecDAX im Bereich um die 2.900er-Marke ins Wochenende gehen?

Beide Fragen haben dieselbe Antwort: Die Charttechnik gibt die Vorlagen. Und weil eine wichtige Widerstandslinie ebenso nahe ist wie eine wichtige Kreuzunterstützung, versucht man, den TecDAX innerhalb der Zone zwischen diesem oberen und dem unteren charttechnischen Ankerpunkt zu halten um zu verhindern, dass er so kurz vor der Options-Abrechnung noch einen starken Impuls beginnt, der die „Pläne“ der Terminbörsen-Akteure auf den Kopf stellt. Deswegen schiebt sich der Index gerade in einer charttechnisch scheinbar irrelevanten Zone seitwärts. Aber ob das schiefgeht und ein solcher Impuls doch noch vor dem Freitag startet oder erst zu Beginn der kommenden Woche, wenn die Abrechnung über die Bühne ist: Die charttechnischen Ankerpunkte sind dieselben.

Chart auf Wochenbasis vom 17.09.2018, Kurs 2.904,21 Punkte, Kürzel TDX

Aus der Oberseite würde der TecDAX bullische Signale aussenden, wenn er mit Schlusskursen über 2.971 Zählern über den Monatshochs des Juni und Juli und zugleich über der 20-Tage-Linie schließen würde. Auf der Unterseite entstünde ein klar bärisches Signal, wenn die Kreuzunterstützung aus der April-Aufwärtstrendlinie und dem August-Tief bei 2.836 Punkten auf Schlusskursbasis gebrochen würde. Beide Entscheidungszonen liegen in Schlagdistanz. So gesehen sollte man auf den TecDAX ein Auge haben, denn dass die Erwartung der großen Adressen am Terminmarkt aufgeht, dass der Index bis Freitag in dieser relativ schmalen Zone bleibt, ist keineswegs sicher!

Chart auf Tagesbasis vom 17.09.2018, Kurs 2.904,21 Punkte, Kürzel TDX

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