Börsenblick

Zurück Oktober Weiter
Zurück 2018 Weiter

S&P 500: Tanz auf dem Drahtseil – aber noch hält es

Vor einigen Tagen hat die US-Investmentbank Goldman Sachs eine Warnung herausgegeben: Der von ihnen entwickelte Risiko-Indikator für den Gesamtmarkt hat ein besorgniserregend hohes Niveau erreicht, höher noch als vor dem Platzen der Subprime-Blase 2008. Die Anleger reagierten nicht im Geringsten.

Umso mehr reagierte man auf die Nachricht, dass die US-Regierung wieder Kontakt mit China aufgenommen habe und eine neue Gesprächsrunde zum Thema Handel anstrebt. Das, so die Schlussfolgerung, beerdigt die im Vorfeld herumgereichte Gefahr, US-Präsident Trump könnte kurzfristig die nächste Runde im Handelskrieg einläuten, indem er weitere chinesische Waren, diesmal im im Volumen von 200 Milliarden US-Dollar, mit dem Bann höherer Zölle belegt. Und diese positive Reaktion kam zum rechten Moment, denn zu Beginn der Vorwoche drohte der marktbreite Standard & Poor’s 500-Index (S&P 500) eine äußerst wichtige Unterstützung zu brechen:

Der S&P 500 hatte auf das alte Rekordhoch vom Januar bei 2.872 Punkten zurückgesetzt. Wäre diese Unterstützung gefallen, wäre der im August gelungene Ausbruch des Index nach oben zu einer Bullenfalle geworden. Das hätte zumindest zu einem Test der unteren Begrenzung des Mai-Aufwärtstrendkanals führen können, die Anfang letzter Woche um 2.800 Punkte mit den Hochs von März und Juni eine wichtige Kreuzunterstützung bildete.

So aber war man sicher: Der Handelskrieg bleibt ein Popanz, von dem keine echte Gefahr ausgeht. Der S&P 500 hielt das alte Hoch, verteidigte zugleich die 20-Tage-Linie: Eine perfekte Basis, um das vorher erreichte Rekordhoch bei 2.916 Punkten anzugehen und zu überwinden. Und das hat sich auch per Freitagabend noch nicht ins Gegenteil verkehrt. Aber ist das ein Grund, um sich auf der Long-Seite gelassen zurückzulehnen? Keineswegs, im Gegenteil.

Charttechnisch sieht das Bild zwar auf Wochen- ebenso wie auf Tagesbasis noch tadellos aus. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Die Seite der Trader, die sehr schnell die Seiten wechseln könnten und würden, sollte es bei diesem so solide wirkenden Aufwärtstrend zu Irritationen kommen. Und die können jederzeit von der fundamentalen Seite her kommen.

Chart auf Wochenbasis vom 14.09.2018, Kurs 2.905,01 Punkte, Kürzel SPX

Dass diejenigen, deren Stirn sich immer mehr runzelt, momentan noch stillhalten, weil der Trend intakt ist und es daher noch keinen Grund gibt, den Warnsignalen zu folgen und auszusteigen, solange die Chance auf höhere Kurse besteht, ist nachvollziehbar. Doch dadurch entsteht der Anschein einer Wall Street, die jede negative Nachricht einfach abschüttelt. Ein Eindruck, der trügerische Sicherheit verheißt.

Am Freitag wurde bekannt, dass der US-Präsident keineswegs vorhat, bei der Verhängung erneuter Strafzölle gegen China zu warten. Die stünden weiter im Raum, hieß es, ungeachtet einer neuen, möglichen Gesprächsrunde. Der S&P 500 sackte binnen weniger Minuten um ein halbes Prozent nach unten, fiel vom Plus ins Minus, als diese Nachricht um 18 Uhr bekannt wurde. Doch sofort begann man, das Minus zu reduzieren. Man hat unter den Tradern „gelernt“, dass negative Nachrichten keine nachhaltige Reaktion auslösen und kauft jeden Rücksetzer. Aber reduziert das die Risiken? Das tut es nicht, es kaschiert sie nur. Daher:

Ja, der Aufwärtstrend des S&P 500-Index ist intakt. Aber man sollte sich von dem Schein einer unverwundbaren Hausse nicht täuschen lassen und darauf achten, dass der „Fallschirm“ auf der Long-Seite immer griffbereit ist. Wofür sich derzeit ein Stop Loss um 2.860 Punkte, knapp unter dem Verlaufstief der letzten, jetzt beendet scheinenden Korrektur, anbieten würde.

Chart auf Tagesbasis vom 14.09.2018, Kurs 2.905,01 Punkte, Kürzel SPX

Auch interessant:

DAX: Was kommt nach dem Gemetzel? | LYNX Marktkommentar
DAX: Erholung oder Korrekturphase? Interview mit Stefan Scharffetter | LYNX fragt nach
LYNX Videotutorials - Erstellen eines Demokontos
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN