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Commerzbank plötzlich mit relativer Stärke: Ist das der Boden?

Die Commerzbank ist das zweitgrößte Geldhaus Deutschlands mit Standorten in knapp 50 Ländern. In den beiden Geschäftsbereichen Privatkunden und Firmenkunden wird jeweils ein breites Spektrum an Finanzdienstleistungen angeboten.

Wo soll man nur anfangen?

Dass die Commerzbank ernsthafte Probleme hat, muss man wohl niemandem mehr mitteilen. Das Zahlenwerk ist ein Trauerspiel.
Der Umsatz stagniert selbst auf Sich von zehn Jahren und ist seit 2010 fast kontinuierlich rückläufig, von 12,6 Mrd. auf zuletzt 9,04 Mrd. Euro.

Beim Gewinn ist ebenfalls kein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Man hangelt sich vielmehr knapp über der Null-Linie entlang. Im Vorjahr wurde beispielsweise ein Ergebnis von 0,12 Euro je Aktie erzielt, nach 0,22 und 0,90 Euro zuvor.

Kapitalerhöhung in Extremform

Wirklich erschreckend ist aber der Blick auf die Zahl der ausstehenden Aktien.

Der Umfang, in dem das bei der Commerzbank passiert ist, ist geradezu beispiellos. Für die bisherigen Anteilseigner ist das ein echtes Problem, denn mit jeder weiteren Aktie, die auf den Markt geworfen wird, sinkt der Wert der Papiere. Auf jede Aktie entfällt ein immer kleinerer Anteil des Gewinns.

Verdoppelt sich die Zahl der Aktien beispielsweise, halbiert sich das Ergebnis je Aktie bei gleichbleibendem Unternehmensgewinn.

Im Falle der Commerzbank könnte man sich über eine Verdopplung der Aktienzahl aber noch freuen. Seit der Finanzkrise ist die Zahl der ausstehenden Papiere von 84 Millionen auf 1,25 Milliarden gestiegen, also nahezu um den Faktor 15.

Die Aktie wird nie mehr die alten Hochs erreichen

Selbst wenn die Commerzbank den selben Gewinn wie vor der Finanzkrise erzielen würde, wäre das Ergebnis je Aktie satte 83% niedriger.
Um wieder das selbe Ergebnis je Aktie zu erzielen, müsste ein Gewinn 1.500% über dem Vorkrisenniveau erreicht werden. Das scheint doch etwas unrealistisch.

Die Kapitalerhöhungen und die damit einhergehenden Kursverluste verschleiern auch eine wichtige Tatsache: Die Commerzbank ist an der Börse heute genauso viel Wert, wie vor der Finanzkrise. Leidtragende sind die Altaktionäre.

Tal der Tränen zu Ende?

Doch es gibt auch einen Lichtblick, denn im vergangenen Jahr wurden erstmals seit einer Dekade keine neuen Aktien mehr ausgegeben.
Das operative Ergebnis hat sich im ersten Halbjahr deutlich verbessert. Kreditvolumen und Erträge steigen wieder.

Es scheint fast so, als hätte man die Finanzkrise endlich überwunden.

Für das Gesamtjahr wird ein Ergebnis von 0,73 Euro je Aktie erwartet, im Folgejahr 0,83 Euro. Darüber hinaus möchte man wieder eine Dividende zahlen, die Rendite liegt aktuell bei 2,2%
Die Commerzbank kommt, im bereits zur Hälfte abgeschlossenen Geschäftsjahr, somit auf ein KGVe von 12.

Charttechnik

Das Sentiment könnte also langsam drehen und das Vertrauen in die Bank wieder zurückkehren. Auf Sicht von einem Monat ist die Commerzbank tatsächlich die stärkste Aktie im Dax. Das gab es auch lange nicht mehr.
Derzeit sieht es nach einer Bodenbildung nahe der Unterstützung bei 8,00 Euro aus. Der mittelfristige Abwärtstrend wurde überwunden. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über 9,00 Euro, kommt es zu einem Kausignal mit einem Kursziel bei 9,30 und 9,60 Euro. Darüber wäre der Weg in Richtung 10,25 Euro frei.

Unterhalb von 8,00 Euro würde sich das Chartbild hingegen nachhaltig eintrüben.

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