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Euro/US-Dollar: EZB und US-Inflationsdaten waren nur ein Vorwand

Die EZB hält an ihrer Planung einer Zinswende fest, das ergab die gestrige Sitzung der Europäischen Zentralbank. Und die US-Verbraucherpreise stiegen im August moderat genug, um Zinserhöhungen der US-Notenbank weniger zwingend zu machen. Das waren zumindest die offiziell herumgereichten Argumente für einen steigenden Euro zum US-Dollar.

Und richtig ist: Wären diese Argumente stichhaltig, wäre der Anstieg entsprechend der Logik der Devisentrader folgerichtig gewesen. Denn wo die Tendenz zu steigenden Zinsen stärker, das Zinsniveau höher ist, da sitzt die stärkere Währung. Gut, natürlich sind die Zinsen und die Anleiherenditen in den USA höher als in der Eurozone. Natürlich heißen moderate Inflationsdaten in den USA nicht, dass die Leitzinsen dort sinken könnten. Aber im grundsätzlichen Tenor wäre das für ein Plus des Euro durchaus gut gewesen. Aber nicht einmal diese vordergründigen Argumente halten einem zweiten Blick stand.

Expertenmeinung: Die EZB entschied nichts und deutete auch nichts an, das man im Vorfeld nicht erwartet hätte. Das Anleihekaufprogramm wird noch einmal halbiert und zum Jahresende beendet. Aber eine Leitzinserhöhung würde nicht vor dem nächsten Sommer kommen. Wenn sie käme. Denn dass das dann wirklich passiert, wurde nicht einmal angedeutet und ist derzeit zu bezweifeln. Und wenn der US-Verbraucherpreisindex in der Jahresveränderung einen Anstieg von 2,7 Prozent nach 2,9 Prozent im Juli ausweist, ist das sicherlich nichts, das die US-Notenbank zur Umkehr verleiten würde.

Immerhin liegt die Zone, in der die US-Notenbank die Inflation als ideal ansieht, dort ebenso wie bei der EZB um zwei Prozent. 2,7 Prozent sind ebenso wenig „um zwei Prozent“ wie 2,9 Prozent. Also, warum legte der Euro/US-Dollar-Kurs dann zu? Weil dieses zeitliche Zusammentreffen von EZB-Pressekonferenz und US-Inflationsdaten die Trader einlud, aktiv zu werden. Und weil es ein idealer Moment war, um die zuletzt „eingeschlafene“ Aufwärtstendenz wiederzubeleben.

So zog der Kurs direkt an der 20-Tage-Linie wieder an, bestätigte die kurzfristige Aufwärtstrendlinie und generierte die Bestätigung des laufenden bullischen Signals des MACD-Indikator-Indikators, der durch dieses Plus genau auf Höhe seiner Signallinie wieder anzog. Und man glaubt sich der Rückendeckung der US-Politik sicher, denn im Vorfeld der Wahlen wäre eine Belebung des Wachstums erwünscht. Und dazu würde ein schwacher US-Dollar als „Export-Stütze“ beitragen.

Noch lägen die Zwischenhochs der letzten Monate über dem aktuellen Kurs. Aber mit dieser günstigen Ausgangslage wäre es zumindest keine Überraschung, wenn sich der Euro zum US-Dollar in den kommenden Wochen weiter nach oben, in Richtung an und ggf. sogar über die bei 1,1948 US-Dollar verlaufende 200-Tage-Linie orientieren würde.

Chart vom 13.09.2018, Kurs 1,1693 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

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