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Tesla: Morning Star kontra Nachrichtenlage

Tesla war schon immer eine Glaubensfrage. Die einen sind fest davon überzeugt, dass der Elektrofahrzeuge-Hersteller schon bald Geld wie Heu scheffeln wird, die anderen erwarten ein grandioses und endgültiges Scheitern. Momentan dürfte der Riss noch tiefer gehen, denn die „Personalie Musk“ spaltet die Lager nur noch tiefer. Wobei sich die Warnsignale häufen.

Dass Tesla-Chef Musk zuerst die Privatisierung ankündigte und 420 US-Dollar pro Aktie für diejenigen versprach, die die Aktie verkaufen wollten, wenn sie nicht mehr an der Börse gehandelt wird, all das aber dann zurücknehmen musste, ist ein starkes Stück. Und dass er selbst nicht nur ein Problem für die Investoren, sondern auch für seine Mitarbeiter darstellt, deutet sich durch die Meldungen an, dass der Chefbuchhalter ebenso wie die Personalchefin ihre Jobs jetzt hingeschmissen haben. Das Bankhaus Nomura, das zuvor lange Zeit mit die positivsten Einschätzungen für Tesla auswies, senkte sein Kursziel dramatisch von 400 auf 300 US-Dollar, nahm die Einstufung von „Kaufen“ auf „Halten“ herunter. Und was macht die Aktie? Sie steigt! Wie ist das möglich?

Expertenmeinung: In einem solchen Umfeld wäre man versucht zu sagen: gar nicht. Aber der Chart zeigt es ja, Tesla legt seit Anfang dieser Woche zu. Aber ob man diesem Braten trauen darf, ist fraglich. Denn man muss sich daran erinnern, dass sich zum einen Eindeckungen von Short-Positionen, d.h. von zuvor leer verkauften Aktien, nicht von Käufen normaler Anleger unterschieden.

Es könnten also auch Bären sein, die jetzt ihren Gewinn mitnehmen, weil die Aktie nahe ihres Kursziels, dem bisherigen Jahres-Verlaufstief von 245 US-Dollar, gedreht hat. Zum anderen sind gerade bei derart volatilen Aktien wie Tesla viele kurzfristige Trader unterwegs, die sich ausschließlich an charttechnischen Erwägungen orientieren. Und da hat Tesla neben der erst einmal gehaltenen Marke von 245 US-Dollar einen perfekten, bullischen „Morning Star“ im Candlestick-Chart zu bieten.

Die Aktie eröffnete am Freitag mit einer Kurslücke nach unten im Anschluss an eine rote Kerze vom Donnerstag, eröffnete dann aber am Montag wiederum mit einer Kurslücke nach oben und produzierte dabei eine weiße Kerze: ein beeindruckender „Morning Star“ also. Damit steht ein kurzfristig bullisches Signal einer mittelfristig höchst unsicheren Zukunft des Unternehmens gegenüber. Wie wird sich das auflösen?

Zumindest bewegt man sich hier auf der Long-Seite auf äußerst dünnem Eis. Solange nicht zumindest noch die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie mit Schlusskursen über 320 US-Dollar zurückerobert würden, müsste man diese bislang noch junge Rallye der Tesla-Aktie als reine Gegenbewegung sehen, die das Risiko einer großen Abwärts-Trendwende noch nicht nennenswert verringern kann.

Chart vom 12.09.2018, Kurs 290,54 US-Dollar, Kürzel TSLA

 

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