Börsenblick

Zurück September Weiter
Zurück 2018 Weiter

Netflix: Bauen die Bullen auf Treibsand?

Solange genug Anleger fest davon überzeugt sind, dass jeder Rücksetzer eine Kaufgelegenheit ist, weil das zum einen lange genug funktioniert hat und es ihnen zum anderen viele angebliche Experten permanent vorbeten, könnten negative Fakten durchaus zügig unter dem Teppich des Vergessens verschwinden, wenn sie nur lange genug her sind. Und es hat den Anschein, bei Netflix wäre da ein Monat bereits genug gewesen. Die Ergebnisse zum zweiten Quartal zeigten ein großes Risiko auf. Die Wachstumsrate der Neukunden, deren Abonnementgebühren das Rückgrat von Netflix‘ Einnahmeseite sind, fiel spürbar geringer aus als gedacht.

Da es in den Quartalen zuvor genau anders herum war, nahm man ausbleibende positive Überraschungen beim Gewinn pro Aktie damals gelassen und kaufte trotzdem, weil man sich sicher war: Dieser rapide Anstieg der zahlenden Kunden wird dazu führen, dass das mit den Gewinnen schon sehr bald passt. Da neben den enttäuschenden Abonnement-Daten des zweiten Quartals auch noch die unternehmenseigene Prognose zum Kundenwachstum im jetzt laufenden dritten Quartal klar hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb, war es kein Wunder, dass die Aktie heftig in die Knie ging, vom Rekordhoch aus dem Juni bei 423 US-Dollar aus gerechnet um 26 Prozent bis auf 311 US-Dollar am 20. August fiel. Jetzt aber kehren die Käufer zurück. Warum?

Expertenmeinung: Weil dieser Glaube, dass jeder Rücksetzer eine Einstiegschance ist, bislang zu selten bestraft wurde, um Vorsicht walten zu lassen. Man setzt darauf, dass diese Korrektur ausgereicht hat und Netflix bei der nächsten Präsentation einer Quartalsbilanz Mitte Oktober schon wieder mit positiven Überraschungen aufwarten wird. Besser wäre indes zu sagen: Man „wettet“ darauf. Denn solange diese Bilanz des laufenden Quartals nicht auf dem Tisch liegt, sind diese Käufe ausschließlich auf Hoffnung gebaut. Die sich bisweilen schon als Treibsand erwiesen hat. Und diejenigen, die hier auf den nächsten, großen Hausse-Schub setzen, haben unübersehbar nicht nur in den fehlenden positiven Fakten einen Gegner. Genau dort, wo Netflix hätte einen Befreiungsschlag erreichen könnten, wurde die Aktie abgewiesen: An der zuvor durchbrochenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie.

Dieser erneute Schwenk des Kurses nach unten hat eine Abwärtstrendlinie entstehen lassen, die zusammen mit der „alten“ Aufwärtstrendlinie einen Kreuzwiderstand im Bereich 370/380 US-Dollar gebildet hat. Dort – und damit auch über das letzte Zwischenhoch – muss die Aktie durch, erst dann wäre sie rein charttechnisch betrachtet wieder bullisch. Sollte es indes nicht gelingen, die derzeit umkämpfte 20-Tage-Linie zu halten und Netflix schließt unter 335 US-Dollar und damit unter dem Tief der Vorwoche, dürfte die Zuversicht schnell verschwinden und der Blick wieder nach unten wandern, wo die Parallele zur Abwärtstrendlinie ein potenzielles Ziel auf der Unterseite von nur 292 US-Dollar ausweisen und damit die Bären zu einer erneuten Attacke locken würde.

Chart vom 10.09.2018, Kurs 348,41 US-Dollar, Kürzel NFLX

Auch interessant:

DAX - Trendwende oder Strohfeuer? | LYNX Marktkommentar
Smart Beta ETFs im Fokus: Wie lege ich mein Geld an? Interview mit Markus Kaiser | LYNX fragt nach
DAX Prognose - Die Rallye zum Jahresende kommt! Interview mit Börsenoptimist Heiko Thieme | LYNX
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN